Bienenzüchter freuen sich über immer mehr Blühstreifen

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 Helga Kohn wird für 25-jährige Mitgliedschaft mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.
Helga Kohn wird für 25-jährige Mitgliedschaft mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. (Foto: Christa Fees)
Schwäbische Zeitung

Die Bienen und mit ihr die Imker haben es nicht leicht. Der Laichinger Imkerverein sieht trotzdem Grund zur Hoffnung, dass ein Umdenken stattfindet – hin zu mehr Vielfalt, was auch den Bienen hilft. Kritik an der Landwirtschaft bleibt trotzdem nicht aus.

Mit einer Rückschau auf das vergangene Bienenjahr begann die Hauptversammlung des Laichinger Bienenvereins. Darin hieß es laut Mitteilung, dass „der extrem trockene Sommer“ vor allem den Pflanzen Richtung Norden dermaßen zugesetzt habe, dass sie keine Pollen mehr hervorgebracht hätten. Schädlich für Bienen, die ausgiebige Pollenvorräte zur Versorgung der Brut benötigen. Allerdings habe die Laichinger Region noch Glück gehabt, denn es habe „gelegentliche Regenschauer“ gegeben, was wiederum herbstblühende Pflanzen ermöglicht habe.

Stichwort blühende Pflanzen: Diese fänden sich vor allem auf Blühstreifen entlang von Getreidefeldern. Diese gezielte Anpflanzung werde „Greening“ genannt. Das Landes-Landwirtschaftsministerium fördere diejenigen Landwirte, die auf fünf Hektar ihrer Ackerfläche eine bunte Blütenvielfalt aussähen; bestehend aus Sonnenblumen, Mohnblumen, Phazelia, Silphie, Kornblumen, Ackersenf und Erbsen. Solche Blühstreifen und Flächen habe der Laichinger Bienenzüchterverein 2018 „vermehrt auf Laichinger Gemarkung“ entdeckt. Viele Hummeln, Bienen und andere Insekten würden dieses Angebot reichlich annehmen.

Doch längst sei nicht alles im grünen Bereich: Die Laichinger Bienenzüchter beklagen „eine Vergrasung der Landschaft“. Die Silagewirtschaft lasse keine blühenden Wiesenpflanzen zu. „Überall fast nur Grünland.“ Dadurch werde die Versorgungssituation für alle Bienen schlecht. Warum? Weil 32 Prozent aller Bienenarten sich ganz eng auf gewissen Pflanzen und Nistplätze spezialisiert hätten. Im Grünland fänden sie aber „nichts mehr“. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner habe nach ihrem Amtsantritt gesagt: Bienen sind systemrelevant. Will heißen: Ohne Bienen gehe es nicht, so die Laichinger Bienenzüchter. Und das betreffe alle Wildbienen, alle Hummelarten und die Honigbiene. Auch Gartenbesitzer könnten helfen: indem sie blühende Blumen in ihren Gärten anpflanzen.

78 Imker – 431 Völker

Der Honigbiene gehe es vergleichsweise gut, sie werde von den Imkern „gehegt und gepflegt“, sie stellen ihr „Wohnraum“ zur Verfügung. Die Laichinger Imker konnten 2018 zweimal ernten. Im Durchschnitt erbrachte die Frühtracht 15 Kilogramm Honig, die Spätsommertracht 13 Kilo pro Volk. Die 78 Mitglieder betreuen 431 Völker „mit einer gewaltigen Bestäubungsleistung“.

Es standen auch Wahlen an. Alle Mitglieder der Vorstandschaft wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt: Vorsitzender bleibt Helmut Kapfer, zweiter Vorstand Alfred Daiber, Kassier Gerhard Jungbauer, Schriftführerin bleibt Christa Fees, Ausschussbeisitzerinnen Margit Hausmann und Heidi Lamparter sowie Kassenprüfer Hans Schwegler und Rolf Hascher. Zur Honig-bfrau wurde Saskia Klerks ernannt.

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