„Bewusst Quatsch machen“

Lesedauer: 5 Min
Schwäbische Zeitung

Elke Tuchnowski ist seit Januar die neue Vorsitzende des Laichinger Gesangvereins „Frohsinn“. Mit der SZ hat sie über den außerdem von ihr geleiteten Kinderchor „Frohsinnhüpfer“ und ihr anstehendes Mini-Musical „Der Grüffelo“ gesprochen und darüber, warum ihr Hauptaugenmerk vor allem auf der musikalischen Erziehung von Kindern liegt.

Frau Tuchnowski, am 28. April führen die Frohsinnhüpfer das Mini-Musical „Der Grüffelo“ in der Erich-Kästner-Schule auf. Wie kam es zur Gründung der Frohsinnhüpfer?

2016 habe ich zum ersten Mal ein Sommerferienprogramm für den Frohsinn gemacht, damals sind 20 Kinder zum Singen gekommen. Im Jahr darauf sind noch mehr Kinder zum Sommerferienprogramm da gewesen, so entstand der feste Chor der Frohsinnhüpfer. Bis Weihnachten 2017 sind dann über 40 Kinder zusammengekommen. Davor leitete ich bereits den Kinderchor der Singmäuse in Feldstetten, den habe ich daraufhin aufgelöst. Viele Kinder aus dem Singmäuse-Chor kommen nun nach Laichingen. Die Idee für das Grüffelo-Musical kam mir bereits während dem Sommerferienprogramm 2017, das Buch ist sehr bekannt und die Kinder lieben es.

Sie haben viele Kinder unterschiedlichen Alters bei den Frohsinnhüpfern. Wie sieht der Aufbau des Musicals aus?

Meine Idee war es, die Geschichte aus dem Bilderbuch schauspielerisch mit Liedern zu begleiten. Im Chor haben wir Kinder von drei bis 14 Jahren, dementsprechend ist er in zwei Gruppen aufgeteilt: Gruppe eins besteht aus den Kindern ab dem Grundschulalter, die im Musical den Part der Erzähler und Schauspieler übernehmen – die Tiere aus der Geschichte werden also schauspielerisch dargestellt. Gruppe zwei besteht aus den Kindergartenkindern, die die Lieder singen und das Musical so musikalisch begleiten. Die Lieder wurden aber auch von der anderen Gruppe einstudiert. Wir proben einmal die Woche, angefangen haben wir im Oktober.

Warum haben Sie das Musical „Der Grüffelo“ ausgewählt?

Das Buch ist seit einiger Zeit in aller Munde. Im Kindergarten kennen wir es schon lange und haben es dort auch gerne gesungen, zum Bilderbuch gibt es ja auch ein Liederbuch. Im Chor gab es dann auch Kinder, die die Lieder schon kannten, das war natürlich toll. Und dann gab es die Idee, da etwas drum herum zu bauen. Einige Lieder habe ich dann aus dem Liederbuch nehmen können. Ein Begrüßungslied aus einer anderen Quelle habe ich zum Begrüßungslied Grüffelo umgedichtet. Es gibt auch ein Quatschlied, was für Kinder natürlich klasse ist, da dürfen sie im Lied bewusst Quatsch machen mit Grimassen und Zunge rausstrecken. Das singen sie unglaublich gerne und so ist nicht nur Schauspiel dabei.

Was ist Ihr Antrieb als Chorleiterin?

Ich habe vor zehn Jahren die Ausbildung zur Kinderchorleitung in der Musikakademie Ochsenhausen abgeschlossen und bin außerdem geprüfte Vizechorleiterin. Kindern wird die Möglichkeit, in einem Chor zu singen, meist erst in den weiterführenden Schulen angeboten. Das finde ich schade, deshalb lege ich meinen Schwerpunkt schon auf Kinder ab drei Jahren und auf kindgerechtes Singen mit allen Sinnen. Mein Bestreben ist es, dass Kinder in einer Chorgemeinschaft mit einem musikalischen Grundstock aufwachsen können und ein Liedgut vermittelt bekommen, das sie weitertragen können. Auch für die Eltern ist die Stimmbildung ihrer Kinder wichtig und ich bin der Meinung, dass ein bestimmtes Liedgut auch zu unserer Kultur dazugehört und Singen ein Grundbedürfnis ist. Darum möchte ich Kindern die Chance geben, Musik kennenzulernen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen