Bettler suchen in Laichingen nach Arbeit

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Bettler in Laichingen wollten nicht direkt Geld, sie wollten laut Polizei Arbeit finden.
Bettler in Laichingen wollten nicht direkt Geld, sie wollten laut Polizei Arbeit finden. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Die Aufregung in den sozialen Netzwerken war groß. „Am Bleichberg sind Bettler unterwegs. Zu viert“, schrieb eine Nutzerin in einer Laichinger Facebook-Gruppe. Wohl aber nicht nur am Bleichberg gingen sie von Haustür zu Haustür. Den nachfolgenden Kommentaren zufolge soll die Bettlergruppe auch in der Hirschstraße, Goethestraße und in noch mehreren anderen Straßen in Laichingen unterwegs gewesen sein.

Jetzt bestätigte das Polizeipräsidium Ulm auf Nachfrage: „Ja, da waren am vergangenen Mittwoch Bettler unterwegs“, so ein Sprecher. Sie hätten angegeben, auf der Suche nach Arbeit zu sein. „Die Beamten vor Ort haben den Bettlern dann mitgeteilt, dass das nicht der richtige Weg sei, um Arbeit zu finden“, schildert der Polizeisprecher das Vorgehen seiner Kollegen. Seither soll es in Laichingen zu keinem ähnlichen Fall gekommen sein.

Bei der Bettlergruppe soll sich nach Angaben der Polizei um drei Rumänen gehandelt haben. Sie wurden von einer Streife angehalten und kontrolliert. „Sie hatten nichts Verdächtiges bei sich“, so der Sprecher. Auch sei von ihnen keine Gefahr ausgegangen. Dennoch seien bei der Polizei „mehrere verschiedene Anrufe“ zu diesem Fall eingegangenen. Wie viele genau, konnte der Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm jedoch nicht sagen.

Facebook-Nutzer äußern sich verängstigt

Bei Facebook wurde der Post hingegen 27 Mal innerhalb weniger Stunden kommentiert. Wie so oft in den sozialen Medien gab es auch zu diesem Thema aber geteilte Meinungen. Eine Nutzerin schrieb beispielsweise: „Voll schlimm, hatte den Schreck meines Lebens. Standen zu viert vor meiner Tür.“ Eine andere äußerte sich ähnlich verängstigt: „Ja da kannst nicht mal mehr arglos die Tür öffnen, erschreckend echt“.

Dazu die Polizei: „Man muss auch nicht gleich aufmachen, wenn es klingelt“, sagt der Präsidiumssprecher und verweist auf Kameras und/oder eine Sprechanlage, die in der Klingel integriert sind. Es sei nicht unhöflich, wenn man erst über die Anlage mit der Person an der Haustür kommuniziert. Es seien zudem „ausreichend“ Fälle bekannt, in denen Menschen an der Klingel einen Notfall vortäuschen, um in die Wohnung zu gelangen.

Doch auch wenn es einen solchen Notfall geben sollte, müsse man die Haustür ja nicht gleich komplett öffnen, so der Sprecher. Man könne zum Rufen des Krankenwagens auch die Türe schließen – und: „Da gibt es ja noch die sogenannte Türspaltsperre, auch bekannt als Kette.“ Diese Spaltsperre sei auch dafür geeignet, sich bei möglichen Unterschriftaktionen den Zettel zum Signieren durch den Spalt reichen zu lassen.

Vorsicht ist geboten

Denn Vorsicht sei geboten. Die Tricks von Betrüger würden immer hinterhältiger. In den vergangenen Wochen hat die Polizei beispielsweise gehäuft auf falsche Polizisten in der Region hingewiesen. Diese falschen Polizeibeamten würden an der Haustür zunächst vor Einbrecherbanden warnen, um sich anschließend über Wertsachen im Haus zu informieren. Zudem würden Betrüger derzeit unter einer Telefonnummer anrufen, die der Polizei-Notrufnummer 110 ähnelt, um so Geld zu erhalten. Der Hinweise der Polizei: „Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten. Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an. Das tun nur Betrüger.“

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