Beim Frauenfrühstück geht es um Neid und Leid

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Beim Frauenfrühstück in Feldstetten sprach Referentin Anne Ruth Weber zum Thema „Wer neidet, der leidet“.
Beim Frauenfrühstück in Feldstetten sprach Referentin Anne Ruth Weber zum Thema „Wer neidet, der leidet“. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Jüngst haben sich wieder zahlreiche interessierte Frauen im Gemeindehaus in Feldstetten zum Frauenfrühstück getroffen. Das Gemeindehaus war gut besucht und die Frauen freuten sich über das liebevoll vorbereitete Frühstück und auf den Vortrag der Referentin zum Thema „Wer neidet, der leidet“. Die Referentin Anne Ruth Weber aus Kirchberg an der Murr stammt aus Nordhein-Westfalen, ist Mutter von vier Kindern und Vorsitzende der Deutschen Indianer Pioniermission mit Sitz in Lonsingen. Die Alb ist ihr aus ihrer Tätigkeit als Diakonin vor mehr als 20 Jahren in Merklingen gut bekannt.

Zu Beginn des Frauenfrühstücks wurde einer Mitarbeiterin zum Geburtstag ein Geburtstagsständchen gesungen, denn als echtes Schaltjahreskind hatte sie passend am 29. Februar Geburtstag. Anschließend wurden die Besucherinnen noch durch ein gelungenes Anspiel zweier Mitarbeiterinnen aus dem Seniorenkreisteam ans Thema herangeführt. In der Bibel finden sich viele Beispiele für Neid: Als Abels Opfer von Gott angenommen wurde, Kains jedoch nicht, tötete Kain seinen Bruder, weil er neidisch auf ihn war. Josefs Brüder verkauften ihn als Sklave nach Ägypten, weil sie neidisch auf ihn waren, da er der Lieblingssohn des Vaters war. Sogar Jesus wurde umgebracht, weil die religiösen Leiter seiner Zeit neidisch auf ihn waren.

Wer kennt es nicht, dieses nagende, unangenehme Gefühl, bei anderen etwas zu sehen, das man selbst gerne hätte? „Alle Not kommt vom Vergleichen“, meinte schon der dänische Theologe Sören Kierkegaard. Es ist leicht, anderen etwas zu gönnen, wenn man es selbst hat. Aber es ist schwer, anderen etwas zu lassen, was man selbst nicht hat. Niemand von uns will mit Neid etwas zu tun haben, trotzdem kennen die meisten von uns dieses Gefühl nur zu gut. Weil wir halt Menschen sind und weil wir uns mit anderen vergleichen. Der Neid ist tief verbunden mit dem Gefühl der Ungerechtigkeit, erklärte Anne Ruth Weber.

Man denke selten an das, was man haben, aber immer an das, was einem fehle. Sehr anschaulich würde dies in der Geschichte von Jorge Bucay „Der Kreis der 99“ dargestellt, so Anne Ruth Weber, welche die Geschichte kurz wiedergab. Ein Diener des Königs war immer gut gelaunt, da es ihm an nichts fehlte und er mit seinem Leben glücklich war. Als er jedoch von den Weisen des Königs auf die Probe gestellt wurde und 99 Goldmünzen erhielt, trat er unbewusst in den „Kreis der 99“ ein. Er gehörte fortan zu jenen Leuten, die mehr als genug haben, denen jedoch immer etwas fehlt zum Glück. Er war von diesem Zeitpunkt an immer auf der Suche nach der 100. Münze.

So seien viele Menschen mehr damit beschäftigt zu suchen, was sie nicht haben, als dankbar zu sein für das, was sie haben. „Sind Sie doch einmal dankbar für das was Sie haben: Sind Sie dankbar für die etwas zu eng sitzende Hose, weil Sie genügend zu essen haben oder etwa für die letzte Parklücke, die sich ganz am Ende des Parkplatzes befindet, weil Sie sich ein Auto leisten können“, regte Weber an.

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