Bei Bauarbeiten entdeckt: neue Karsthöhle bei Widderstall

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Die Trassenhöhle: Andreas Scheurer (Mitte) schaut zum Schlot hinauf. Rechts: Petra Boldt.
Die Trassenhöhle: Andreas Scheurer (Mitte) schaut zum Schlot hinauf. Rechts: Petra Boldt. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung
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Kleine Sensation: Bei den Bauarbeiten der Bahn am Widderstall-Tunnel ist eine neue Höhle entdeckt worden. Gäste dürfte sie aber keine mehr empfangen: Sie wurde bereits wieder aufgefüllt.

Die Bahn teilt der SZ auf Anfrage mit, dass es das erste Mal seit Beginn der Bauarbeiten auf der Albhochfläche für die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm der Fall gewesen sei, dass eine solche Höhle, eine Karsthöhle, entdeckt worden ist. Die Höhle liege im Bereich der südlichen Baugrubenböschung des Tunnels Widderstall. Bahn-Projektleiter Stefan Kielbassa: „Da war erst ein kleines Loch in der Böschung und beim weiteren Herantasten mit dem Bagger tat sich eine Höhle von etwa 15 Metern Durchmesser auf.“ Die Bahn habe den Verband der Höhlenforscher eingeschaltet, mit dem eine Kooperationsvereinbarung besteht. „Die haben uns binnen 24Stunden als Erkundungsergebnis eine vermessungstechnische Aufnahme und Beschreibung des Hohlraumes geliefert. Hochprofessionell. Wir sind für die Zusammenarbeit dankbar. Aber solche Hohlraumfunde sind im Bauablauf natürlich nicht wirklich willkommen“, so Kielbassa anerkennend über die Leistungen der Partner. Die Höhle sei in sich „etwas verzweigt“, habe aber keine begehbaren Verbindungen zu anderen Hohlraumsystemen. Auch archäologische Funde wurden nicht festgestellt. Inzwischen ist der Hohlraum mit Geröll und Beton verfüllt worden.

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