Bald Werk in China? Schaufler Tooling will noch internationaler werden

Lesedauer: 5 Min
Stefan Fritsche (Zw. v. re.) beantwortete die vielen Fragen der SZ-Leser.
Stefan Fritsche (Zw. v. re.) beantwortete die vielen Fragen der SZ-Leser. (Foto: fadu)
Carla Günther

Die Firma Schaufler Tooling in der Goethestraße in Laichingen ist vielen Bürgern bekannt. Doch was Schaufler Tooling genau herstellt und viele weitere Fragen, dies wurde einigen SZ-Lesern Anfang der Woche durch die Aktion „die Schwäbische Zeitung öffnet Türen“ beantwortet. Stefan Fritsche, einer der beiden Geschäftsführer, und der Produktionsleiter Andreas Kern nahmen sich persönlich die Zeit, den Besuchern einen umfassenden Einblick zu geben.

Gegründet wurde das Unternehmen 1961 von Albert und Fritz Schaufler. „Mittlerweile wachsen wir international“, sagte Stefan Fritsche am Anfang seiner Präsentation, „damit wir den Anforderungen unserer Kunden im globalen Automobilzuliefergeschäft Rechnung tragen“. Nachdem Schaufler Tooling einige Jahre mit der US-amerikanischen Firma „Fischer Tool & Die“ zusammenarbeitete, schlossen sich diese beiden Firmen 2016 unter der global agierenden SF Tooling Group mit Sitz in Laichingen zusammen.

Die SF Tooling Group sei zurzeit die einzige Werkzeugbaugruppe im Bereich Großwerkzeuge für Aluminium und Magnesium Druckguss mit Standorten in Europa (Laichingen) und den USA (Temperance MI & Tullahoma, TN). „Das erlaubt es uns, attraktive Lösungen für unsere internationalen Kunden anzubieten“, sagte Stefan Fritsche. Die Gruppe beschäftigt aktuell 270 Mitarbeiter, 150 davon in Laichingen. In einem nächsten Schritt soll auch in China ein Standort etabliert werden. In China, dem weltweit größten Automobilmarkt, sollen hoch qualitative Werkzeuge von Schaufler und entsprechende Dienstleistungen angeboten werden. Schaufler Tooling bildet derzeit 16 Lehrlinge aus. Ausgebildet werden Werkzeugmacher, Industriekaufleute sowie Bachelor of Science-Studenten im dualen Studium (nach dem Ulmer Modell).

Bis zu 70 Tonnen

Doch was macht Schaufler Tooling überhaupt? Vereinfacht gesagt stellt die Firma Werkzeuge her. Doch andere Werkzeuge, als die meisten vermuten dürften. Die hergestellten Werkzeuge sind bis zu 70 Tonnen schwer. Schaufler Tooling hat sich darauf spezialisiert, Formen herzustellen für das Leichtmetall-Druckgussverfahren.

Diese Formen, oder eben auch Werkzeuge genannt, werden benötigt, um beispielsweise Teile von Autokarosserien zu gießen oder auch Getriebegehäuse und Batteriewannen. Somit verkauft die Firma diese Werkzeuge entweder an Gießereien oder direkt an Audi, BMW, Fiat Chrysler und Co. Mit den hergestellten Druckgusswerkzeugen können jeweils etwa 100 000 Stück gegossen werden, bis das „Herzstück“ ausgetauscht werden muss. Schaufler ist „stolz“ auf einen „attraktiven Kundenstamm“.

Beeindruckende Dimensionen

Die Werkzeuge nehmen zum Teil beeindruckende Dimensionen an. Und es werden bereits Werkzeuge entwickelt und hergestellt für die Fertigung von Kohlefaserverbundwerkstoffen und von Flugzeugkomponenten – „ganz in der Tradition von Schaufler Tooling, sich früh mit neuen Technologien auseinanderzusetzten“, so Stefan Fritsche.

Schaufler sei es ein Anliegen, den Kunden Lösungen zu bieten, welche auch Dienstleistungen rund ums Werkzeug beinhalten und darauf ausgerichtet sind, die Produktivität der Schaufler-Werkzeuge beim Kunden zu verbessern. Insgesamt stellt die Gruppe mehr als 120 Formen jährlich her. Von der Projektleitung und Konstruktion – bis das Werkzeug schlussendlich fertig ist –, durchläuft es verschiedenste Konstruktions-, Simulations- und Fertigungsschritte. Allein Fertigung und Montage nehmen etwa 15 bis 18 Wochen in Anspruch. Dabei ist sehr präzises Arbeiten von enormer Wichtigkeit. Neben dem Einsatz neuester Technologien wird auch händisch gearbeitet, um den Werkzeugen den letzten Schliff zu geben.

Die Besucher der Aktion waren vielseitig interessiert. Keine Frage blieb unbeantwortet. Es war sehr spannend zu sehen, dass es auch bei der Herstellung von solch’ großen Werkzeugen auf sehr exaktes Arbeiten ankommt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen