Bürgermeister fordert nach tödlichem Unfall einen Kreisel

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An der Unfallstelle bei Machtolsheim.
An der Unfallstelle bei Machtolsheim. (Foto: Rauneker)
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Bei den Einfahrten in die Landesstraße zwischen Laichingen und Merklingen handelt es sich um Gefahrenstellen: Diese Meinung dürften viele Autofahrer haben, die regelmäßig zwischen Laichingen und Merklingen unterwegs sind. An einer dieser Stellen ist vor Kurzem ein 81 Jahre alter Autofahrer ums Leben gekommen; er wollte von Machtolsheim links in die Landesstraße einbiegen. Das wäre nicht passiert, wenn sich dort ein Kreisverkehr befunden hätte, sagt Laichingens Bürgermeister Klaus Kaufmann. Er zeigt sich enttäuscht vom zuständigen Regierungspräsidium. Dieses hat jedoch erste Maßnahmen angekündigt.

Ampeln nicht ausreichend

Es ist nicht so, dass das Regierungspräsidium in der Vergangenheit nicht gehandelt hätte. Zwei Ampeln ließ es zuletzt an den Landesstraßen zwischen Laichingen und Merklingen errichten; eine an der Einfahrt von der L230 nach Laichingen und eine zweite bei Machtolsheim; dort, wo die L1230 auf die L230 trifft. Doch das sei nicht ausreichend, finden nicht nur Leser der „Schwäbischen Zeitung“, sondern auch Bürgermeister Klaus Kaufmann.

In einer Anfrage der SZ nach dem tödlichen Unfall, der sich am Dienstag vergangene Wochenende auf der L230 an der Ausfahrt aus der Merklinger Straße ereignet hat, stellt Kaufmann fest: „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass alle Einmündungen an der L230 über einen Kreisverkehr angebunden gehören.“ Seine Begründung: Das erhöhe die Sicherheit enorm. Mit einem Kreisverkehr an besagter Unfallstelle wäre der Zusammenstoß der beiden Autos aus seiner Sicht auch nicht tödlich verlaufen. „Weil die gefahrene Geschwindigkeit innerhalb eines Kreisverkehrs sehr gemäßigt ist.“ Sollte es trotzdem zu einem Unfall kommen, dann sei das meist „nur“ ein Blechschaden.

Kaufmann rät dem zuständigen Regierungspräsidium, sich ein Beispiel an anderen zu nehmen. „Andere Regierungsbezirke und vor allem andere Länder zeigen uns, dass es mit mehr Kreisverkehren wunderbar funktioniert. Aufgrund der höheren Kosten keine Kreisverkehre zu bauen, ist der falsche Weg.“ Und die beiden zuletzt neu installierten Ampeln, haben die nichts gebracht?

„Insgesamt in Frage stellen“

Für Kaufmann sind Ampeln, auch sogenannte intelligente Ampeln, für die L230 beziehungsweise L1230 der falsche Weg – weil sie höhere Wartezeiten zur Folge haben als ein Kreisverkehr. Nun eine dritte Ampel zu installieren, hält er dementsprechend für falsch. Dann müsste man den Verkehrsfluss auf der L230 „insgesamt wirklich in Frage stellen“. Denn dann stünde man zuerst in Laichingen, dann an der westlichen Zufahrt nach Machtolsheim und Berghülen und dann wieder an der nördlichen Machtolsheimer Zufahrt, wo sich jetzt der Unfall ereignete. Eine abermalige Ampellösung will Kaufmann nicht akzeptieren: „Dann würden wir uns wehren.“

Und was sagt das RP? Immerhin: Es soll noch im November an der Unfallstelle eine Verkehrsschau geben, nach der festgelegt werden soll, ob „gegebenenfalls“ Maßnahmen „zur weiteren Verbesserung der Situation“ ergriffen werden. Allerdings: Um eine Unfallhäufungsstelle handele es sich nicht, die Einmündung sei „sicherheitstechnisch eher unauffällig“, so das RP zur SZ.

Menschenleben wichtiger

Schon einmal wurde Kaufmann vom RP enttäuscht – als es um die Entschärfung der Kreuzung an der Einfahrt nach Laichingen ging. Damals habe er für einen Kreisel geworben, auch wegen eines neuen Gewerbegebiets, welches südlich der L230 entstehen soll, was zusätzlichen Abbiegeverkehr bedeuten wird. Zwar sei er „zuerst erhört worden“, doch dann habe das RP trotzdem keinen Kreisel gebaut, sondern eine Ampel – und das, „ohne mir das mitzuteilen“. Kaufmann appelliert: „Jedes Menschenleben, das an einer Einmündung oder Kreuzung durch einen Unfall auf tragische und unnötige Weise beendet wurde, muss doch allemal mehr als einen Kreisverkehr wert sein.“

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