Allwetterreifen für die Alb ungeeignet

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Alexander Danetzki, Azubi bei der Werkstatt Auer in Laichingen, legt Hand an diesem Vorderreifen an.
Alexander Danetzki, Azubi bei der Werkstatt Auer in Laichingen, legt Hand an diesem Vorderreifen an. (Foto: tw)
Schwäbische Zeitung
Theo Wermeling

Wann wechsle ich am besten von Winter- auf Sommerreifen? Diese Frage stellen sich viele angesichts der derzeit wechselnden Witterung. Von strahlendem Sonnenschein bis Schneefall ist noch immer alles dabei. Wir haben Experten der Region gefragt. „Für die Schwäbische Alb kann man mit großer Sicherheit sagen: Nicht vor Osten“, sagt Marcus Mannhardt, Geschäftsführer des Autohauses Ramminger in Westerheim.

Mannhardt ergänzt: „Unsere Winterperioden sind meist strenger und länger als im Flachland.“ Hans Werner Auer von der Laichinger Auer-Reparaturwerkstatt merkt noch an: „Bei einem frühen Osterfest empfehle ich einen späteren Termin, nach Ostern“. Annika Kirsamer von Automobile Römerstein ergänzt: „Nachtfröste können noch sehr lang anhalten auf der Alb.“

Die beiden Hauptunterschiede zwischen Sommer- und Winterreifen sind das Profil und die Gummimischung. Bei einem Winterreifen ist das Profil schräg verzahnt und es gibt viele Lamellen, die für eine bessere Haftung auf Schnee und kaltem Teer sorgen. Sommerreifen weisen diese Lamellen nicht auf. Die Gummimischung von Winterreifen bewirkt außerdem, dass sie auch bei großer Kälte geschmeidig bleiben. Sommerreifen hingegen weisen breite Längsrillen auf, damit sie Wasser besser verdrängen. Und ihre Gummimischung ist so ausgelegt, dass der Abrieb bei Wärme nicht allzu groß wird, die Bremseigenschaften aber erhalten bleiben.

Und was passiert, wenn Winterreifen auch im Sommer rollen? Dann muss mit deutlich stärkerem Abrieb gerechnet werden, als bei Sommerreifen. Und was Sebastian Ptock (Automobile Römerstein) auch schon erlebt hat, wenn auch bisher erst ein Mal: Dass Winterreifen bei extrem hohen Temperaturen und heißem Teer platzen.

Gerade beim Kauf eines neuen Autos oder, wenn die alten Reifen runtergefahren sind, stellen sich einige die Frage, ob nicht Allwetterreifen eine Alternative zu Winter- oder Sommerreifen darstellen. Vor allem auch aus Kostengründen. Die Empfehlung von Marcus Mannhardt: „Auf der Alb sind Allwetterreifen nicht so gut, da sie nur einen Kompromiss darstellen. Für Regionen mit sanften Wintern sind sie besser geeignet, aber auch keine Ideallösung.“

Mannhardts Begründung: Ist man mit Allwetterreifen Vielfahrer, so könne sich die Ersparnis durch Abrieb und erhöhten Spritverbrauch wieder in Luft auflösen und man bezahlt drauf. Aus Marcus Mannhardts Sicht sind Allwetterreifen sogar eine regelrechte Gefahr, da mit ihnen das Auto meist einen längeren Bremsweg hat und schlechter auf der Straße haftet. Mannhardt fügt hinzu: „Jeder Allwetterreifen muss das M+S-Zeichen aufweisen.“ Wie Mannhardt sind sich auch seine Kollegen einig, dass Allwetterreifen nur bei einer sehr geringen Laufleistung, deutlich unter 10 000 Kilometern im Jahr, von Vorteil sein können.

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