21 000 Besucher bei „Schön und Gut“

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Joachim Lenk

Wenn sich Blechschlangen durch Münsingen schlängeln, wenn man für einen Kilometer Strecke zehn Minuten mit dem Auto braucht, dann ist wieder Regionalmesse „Schön und Gut“ in der ehemaligen Soldatensiedlung Altes Lager, die inzwischen Albgut heißt. Gut beraten waren die Gäste, die in der Stadt parkten und sich mit dem kostenfreien Bus-Shuttle aufs Gelände bis vor den Eingang chauffieren ließen. Da der Andrang so groß war, wurden die Besuchermassen von Freitag bis Sonntag bereits vor der offiziellen Eröffnung um 11 Uhr auf das Messegelände gelassen.

Mehr als 240 Händler und Produzenten boten dort die vergangenen drei Tage ihre Waren und Dienstleistungen an. Rund 21 000 Besucher strömten laut Veranstalter durch die Hallen, Zelte und die Stände auf dem Freigelände. Besonders großen Zulauf hatten die Anbieter, bei denen es Versucherle in fester und flüssiger Form gab. Das Mekka für Genießer hatte auch dieses Jahr nicht zu viel versprochen. Merkmale wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Tierwohl und Biodiversität spielten wieder eine große Rolle.

Lammwurst, Käse, Ziegenmilchseife und Kleidung aus Biosphärenwolle gab es bei der Slow Schaf, dem Messepartner, der seit elf Jahren dazugehört. Zu sehen und zu streicheln gab es auch die sogenannten Herdwick Schafe. Das sind besonders widerstandsfähige Tiere, die in der Lage sind, mit wenig Vegetation zu leben. Das Vlies ist dicht und trocknet schneller als das der anderen Rassen, informierte Züchter Andreas Walz. Die Lämmer werden in der Regel mit einem schwarzen Fell geboren, das im Lauf der Zeit immer heller wird.

Ein weiterer Anziehungspunkt war die Plastikziege Rosamunde, wo die Tage über Wettmelken für Kinder auf dem Programm stand. In der ersten Runde traten unter anderen der zehnjährige Lukas Baumann und seine zwei Jahre jüngere Schwester Senta an. Letztendlich hatte er mit 330 Milliliter Wasser das glückliche Händchen. Sie brachte es auf 200 Milliliter. Sieger wurde jedoch der Schüler Florian Hock, der 990 Milliliter aus dem Plastikeuter drückte. Dafür gab es einen Einkaufsgutschein.

Nicht weit davon stand die Gondel-Bar des gebürtigen Laichinger Restaurantfachmannes Markus Greiner, der eine 70 Jahre alte Kabine der Kanzelwandbahn im Walsertal kaufte. Vor einem Jahr baute er das historische Stück in mühevoller Handarbeit zur Eventbar um. Seitdem zieht er auf Messen, Märkten und privaten Feiern in ganz Süddeutschland umher und bietet selbstgemachte Säfte, Kaffee und Cocktails an.

Ein Renner war auch der Höhlenstollen von BeckaBeck, der am Sonntag vor einer Woche aus der Wimsener Höhle bei Hayingen (Landkreis Reutlingen) auf Booten herausgeholt wurde. Dieses typische Weihnachtsgebäck lagerte dort einige Wochen lang bei konstant sieben Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit.

Zum ersten Mal hatten die Besucher die Möglichkeit, die Food Rebellen kennenzulernen, ein Zusammenschluss junger Unternehmer aus dem Raum Tübingen/Reutlingen und der Mittleren Alb, die mit dem Thema Genuss werben. An allen drei Messetagen veranstalteten sie raffinierte Koch- und Backshows sowie Bier- und Kaffeetastings, zudem gaben sie Einblicke in die Gewürz- und Kräuterwelt.

Einblicke in „die schönste Nebensache der Welt“ (laut Prospekt) erhielten die Besucher von der Hohenloher Weinkönigin Marhea und Prinzessin Marleen. Die beiden jungen Adeligen warben für den Weingenuss und schenkten die edlen Tropfen zum Probieren ein. Bereits zum zweiten Mal mit von der Partie war Ernst Class aus Böttingen (Landkreis Reutlingen) mit seinen Baumskulpturen. Der Künstler höhlt Holzstämme aus, sägt sie in Form und stattet sie anschließend mit Leuchten aus.

„Aromatische Pilze, würzig und edel im Geschmack“, so die Werbung, gab es in verschiedenen Farben am Stand der Kubach-Speisepilze. Sogar gelbe und orangefarbige lagen in den Körben. Ein Genuss auch für das Auge. Nicht nur dieser Händler, auch die meisten anderen waren mit der gestern Abend zu Ende gegangenen Messe zufrieden. Beinahe alle wollen auch im kommenden Jahr wieder mit dabei sein.

Alle Bilder zu der Regionalmesse finden Sie unter www.schwaebische.de/schoenundgut 

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