Neues Kreuz an Hohenstadts Kirche darf gerne rosten

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Manfred Enderle neben dem von ihm geschaffenen Kreuz. Dieses wird am Sonntag beim Gottesdienst gesegnet.
Manfred Enderle neben dem von ihm geschaffenen Kreuz. Dieses wird am Sonntag beim Gottesdienst gesegnet. (Foto: Scheiffele)
Brigitte Scheiffele

Die Kirchengemeinde Hohenstadt hat 2015 bereits 35 000 Euro an Spendengeldern für eine Orgel aufgebracht, die sie gebraucht gekauft hat. Sie konnte damit die alte Orgel ersetzen. 2016 startete die Außenrenovierung, die abgeschlossen ist. Im April dieses Jahres ging es an die Innensanierung: Nach der Entfernung aller Figuren wurden die Wände abgeschlagen, die Heizung entfernt, die Beleuchtung und die gesamte Elektrizität. 1700 Meter Kabel sind bisher neu verlegt. Auch der Kreuzweg wird neu angelegt und die Bilder überarbeitet. 70 000 Euro muss die Gemeinde dafür selbst aufbringen, 30 000 Euro sind bisher an Spenden eingegangen. Die Innensanierung wird 742 000 Euro verschlingen. Der erste Bauabschnitt lag bei 520 000 Euro für den Außenbereich und die Außensanierung. Bis Weihnachten sollte laut Zeitplan alles fertig sein, die Einweihung wird aber erst im Januar stattfinden. In Hohenstadt sind unter rund 800 Einwohnern etwa 335 Katholiken. (memu)

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Innen ist die katholische Kirche St. Margareta von Hohenstadt eine Baustelle. Aber im neu angelegten Außenbereich am Seiteneingang setzte ein neues Kreuz einen besonderen Akzent. , „Das ist das i-Tüpfele“, sagt der zweite Vorsitzende des katholischen Kirchengemeinderats, Walter Schwaiger. Schlicht und ohne menschlichen Corpus schimmert es in sanft rötlichem Ton.

Erst vor kurzem hat es der gelernte Maschinenbauer Manfred Enderle fertiggestellt und vergangene Woche auf einem kleinen Steinsockel vor der Kirche befestigt. Das Material: ein bewusst nicht hochwertiges Metall, damit es gut rostet.

Aber „so ein verrostetes Teil als Kreuz vor der Kirche?“ Ja, bestätigt Enderle, das hätten manche Gemeindeglieder durchaus diskutiert. Doch der von Enderle dem Kirchengemeinderat angetragene Vorschlag für dieses Werk fand sofort Gefallen. „Zur Not kann man es immer noch lackieren“, weiß er. Das Kreuz selbst ist aus einem zusammenhängenden Stück Metall gefertigt. Keine Naht ist zu sehen. „Eine Arbeit mit dem Laser“, erklärt Enderle. Das Metall habe er komplett abgeschliffen und dann mit Salzsäure eingestrichen.

Der Rosteffekt sei gleich sichtbar gewesen. Immer wieder habe er drüber gepinselt und das Metall im Winter draußen liegen lassen. Mit normalem Wasser habe er den Resteffekt nicht so erreicht wie es der Regen tat, berichtet er und verweist auf die schönen Schattierungen. „Es wird niemals ein Farbton bleiben und sich immer wieder verändern. Bei Nässe sind die Töne dunkler, in der Sonne schimmern sie und je nachdem wie das Licht fällt, sieht es anders aus “, sagt Manfred Enderle. Eine lebendige Farbgebung, in der ein Kreuz das Leben in all seiner Unterschiedlichkeit spiegelt.

Auch der weitere Regen wird die Struktur prägen und beeinflussen. Ein Strahler, der das Kreuz als Außenbeleuchtung in der Nacht hervorheben soll, wird noch angebracht. An den vier Endungen hat Enderle jeweils kleine Teile heraus gelasert und sie leicht nach oben geklappt, damit sie hervorstehen, sich abheben vom Balken: „Es ist der Hinweis auf den Kopf, auf die Arme und die Füße von Jesus“, erklärt er. Als „rundum gelungen“ bezeichnet Schwaiger dieses Werk, ebenso wie Elfriede Riedmüller und Anita Baumeister.

Aktiver Strickkreis

Die beiden Frauen engagieren sich im Hohenstadter Strickkreis und haben mit ihrem Team durch gemeinsame Stricknachmittage zur Finanzierung des Kreuzes beigetragen: 1500 Euro hat der Strickkreis allein für das Kreuz erwirtschaftet und gestiftet. „Das ist eine spendable Truppe“, sagt Kirchenpfleger Horst Saur, der sich freut, wenn es im kirchlichen Spendensäckle klingelt.

Schon für die Orgel gaben die Damen einen Zuschuss von 1000 Euro und weitere 1400 Euro für ein neues Messgewand. Auch beim Kräuterfest von Evi Kletti erwirtschaften Frauen der Kirchengemeinde Gelder durch Kuchenverkauf, mit denen sie zur Finanzierung der Kirchenrenovierung beitragen. Und eigentlich plane man ja schon wieder das nächste Projekt, verrät Saur: „Die Figuren aus dem Inneren der Kirche müssen dringend restauriert werden. Und die Restauratorin hat uns auf den Geschmack gebracht, doch das wird nicht billig.“

Jetzt aber freut sich die Kirchengemeinde erst einmal auf die Segnung des Kreuzes, die im Anschluss an einen besonderen Gottesdienst stattfindet: Am Sonntag, 15. Juli, gibt es um 10.30 Uhr einen Baustellengottesdienst in der komplett ausgeräumten Kirche mit Biertischbänken. Nach der Segnung geht es über zu einem Weißwurstfrühstück, dessen Erlös natürlich auch in die Kirchenrenovierung fließen wird.

Die Kirchengemeinde Hohenstadt hat 2015 bereits 35 000 Euro an Spendengeldern für eine Orgel aufgebracht, die sie gebraucht gekauft hat. Sie konnte damit die alte Orgel ersetzen. 2016 startete die Außenrenovierung, die abgeschlossen ist. Im April dieses Jahres ging es an die Innensanierung: Nach der Entfernung aller Figuren wurden die Wände abgeschlagen, die Heizung entfernt, die Beleuchtung und die gesamte Elektrizität. 1700 Meter Kabel sind bisher neu verlegt. Auch der Kreuzweg wird neu angelegt und die Bilder überarbeitet. 70 000 Euro muss die Gemeinde dafür selbst aufbringen, 30 000 Euro sind bisher an Spenden eingegangen. Die Innensanierung wird 742 000 Euro verschlingen. Der erste Bauabschnitt lag bei 520 000 Euro für den Außenbereich und die Außensanierung. Bis Weihnachten sollte laut Zeitplan alles fertig sein, die Einweihung wird aber erst im Januar stattfinden. In Hohenstadt sind unter rund 800 Einwohnern etwa 335 Katholiken. (memu)

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