Weltgebetstag der Frauen: Nach dem Gottesdienst wird Potica serviert

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Der Weltgebetstag der Frauen ist am Freitagabend auch in vielen Kirchen der Region gefeiert worden, und das im ökumenischen Geist. Der Weltgebetstag wird jedes Jahr von christlichen Frauen aus einem anderen Land vorbereitet und in mehr als 120 Ländern der Erde am ersten Freitag im März begangen. In diesem Jahr haben Frauen aus Slowenien die Vorbereitungen für das gemeinsame Gebet getroffen und eine Broschüre mit Texten, Gebeten und Liedern erstellt, in dem auch ihr Heimatland vorgestellt wird.

In Heroldstatt haben sich am Freitagabend rund 60 Frauen zunächst in der katholischen Kirche Mutter Maria eingefunden, um gemeinsam zu beten und zu singen, aber auch um das Land auf dem Balkan näher kennen zu lernen. Den Gebetstag hatten in Heroldstatt federführend Manuela Hettrich-Wiedemann, Gisela Berger-Saathoff und Erika Henkel von der katholischen Kirchengemeinde sowie Doris Mühle und Gertraud Wille-Boller von den beiden evangelischen Kirchengemeinden vorbereitet. Auf dem E-Piano begleitete die Frauen beim Liedersingen Verena Ruopp und auf den Flöten musizierten Susanne Volzer und Doris Mühle.

Der offizielle deutsche Titel des diesjährigen Weltgebetstags lautetete „Kommt, alles ist bereit!“ Das Weltgebetstagsland war Slowenien. Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen aus Slowenien haben den Gottesdienst vorbereitet. Im Mittelpunkt der Feier stand das Gleichnis vom Festmahl aus dem Lukas-Evangelium. „Angestoßen von den Frauen aus Slowenien möchten wir uns auf den Weg machen, eine Kirche zu werden, in der mehr Platz ist und alle mit am Tisch sitzen dürfen“, erklärte eingangs Manuela Hettrich-Wiedemann, die dann anhand von zahlreichen Fotos den Besucherinnen das Land auf dem Balkan mit rund 2,1 Millionen Einwohnern bei einer Größe von 20 000 Quadratkilomeern näher brachte, assistiert von Thomas Salzmann.

Manuela Hettrich-Wiedemann informierte über das kleine Land auf dem Balkan, das durch seine geografische Lage schon immer Durchzugsgebiet vieler Völker war und in dem Gastfreundschaft und Gastlichkeit groß geschrieben werde. Das kleine Land zwischen Österreich, Kroatien, Ungarn und Italien versteht sich als Mittler zwischen Ost und West, Süd und Nord. Bis 1918 gehörte das Land zu Österreich-Ungarn, dann bis 1991 zu Jugoslawien. Seit 2004 gehört Slowenien zur Nato und zur EU.

Die Küste an der Adria ist venezianisch geprägt, Karstlandschaften mit berühmten Höhlen schließen sich an. Julische Alpen und Karawanken, die pannonische Tiefebene bestimmen die Landschaften. Slowenien ist sehr waldreich und stark landwirtschaftlich geprägt mit viel Milchwirtschaft, weil auch in kommunistischen Zeiten die Bauern ihre Höfe selbst bewirtschaften durften. 57,8 Prozent der Bevölkerung sind katholisch, 2,5 Prozent muslimisch. Roma, die teilweise gut integriert sind, aber auch oft am Rande der Gesellschaft leben, gehören in Slowenien dazu.

Mit dem Lied „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ begannen die Frauen in Heroldstatt den Gottesdienst zum Weltgebetstag. „Es ist noch Platz an deinem Tisch, ich komme gern“, hieß es in einem weiteren Lied. Mit dem Lied „Sing das Lied von Gottes Schöpfung“ mahnten die Frauen zum Erhalt der Schöpfung angesichts der Umweltzerstörungen und der brutalen Ausbeutung der Erde. Sie forderten die Politiker auf, Ehrfurcht vor der Schöpfung Gottes zu zeigen. Traditionsgemäß endete die Andacht in der Kirche Mutter Maria mit dem Lied „Der Tag ist nun vorbei, die Nacht kehrt wieder“.

In Heroldstatt, wie auch an den meisten anderen Orten der Feierstunden , folgte noch ein geselliger Teil. Im katholischen Gemeindehaus fanden sich um die 50 Frauen ein, um sich mit kulinarischen Köstlichkeiten aus Slowenien zu stärken. Neben Gulaschsuppe, Hähnchen mit Paprika, Kürbis- und Gurkensalat gab es noch Potica, ein traditioneller Walnusskuchen aus Slowenien. Das Gebäck ist ein Muss zu jedem Fest, egal ob an Weihnachten, Ostern oder zum Familienfest. Serviert wurde den Frauen noch slowenischer Wein.

Manuela Hettrich-Wiedemann berichtete ferner von Salz und Honig und der Bienenzucht, die in Slowenien einen hohen Stellenwert einnehme. Mit gesellligen Gesprächen klang der Weltgebstag der Frauen in Heroldstatt aus.

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