Truppenübungsplatz wird Hotspot der Vogelbeobachtung

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 Bei der Einweihung der Vogelbeobachtungs-Station im Böttental im ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen. Auf dem Foto sind zu
Bei der Einweihung der Vogelbeobachtungs-Station im Böttental im ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen. Auf dem Foto sind zu sehen: links die Forstarbeiter vom Bundesforst, die Zimmermannslehrlinge von SchwörerHaus, Dietmar Götze (Leiter des Bundesforstbetriebes Heuberg), Johannes Schwörer, Landrat Thomas Reumann sowie weitere Auszubildende von SchwörerHaus. (Foto: Susanne Kuhn-Urban)
Susanne Kuhn-Urban
Redaktionsassistenz

Besucher auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen haben nun die Möglichkeit, von einer neuen Vogelbeobachtungsstation aus die gefiederten Raritäten des Platzes wie Heidelerche, Braunkehlchen und Schwarzkehlchen zu beobachten.

Ermöglicht hat dies die Kooperation des Bundesforstbetriebes Heuberg mit dem Fertighaushersteller SchwörerHaus in Hohenstein-Oberstetten und einem Zuschuss des Biosphärengebietsvereins.

Am Abzweig ins Böttental von der Verbindungsstraße zwischen Gruorn und Zainingen thront das schmucke Holzhaus auf Stelzen. Sogar ein barrierefreier Zugang ins Innere des sechseckigen Gebäudes ist vorhanden. Aus schmalen Sehschlitzen können die Besucher ihre Ferngläser in die Weite richten und die Tierwelt beobachten, ohne dass sie für die Vögel als störend empfunden werden. Im Inneren der Station werden noch Infotafeln angebracht, damit die Gäste auch wissen, welchen Vogel sie entdeckt haben.

„Die Vogelbeobachtungsstation ist die konsequente Fortsetzung des 2006 ausgearbeiteten Besucherlenkungskonzeptes für den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen“, informierte Dietmar Götze, Leiter des Bundesforstbetriebes Heuberg bei einer kleinen Feier am Freitagvormittag. Er kam trotz lädiertem Knöchel an Krücken zur offiziellen Einweihung des Holzgebäudes.

„Bei einer Tasse wurden Johannes Schwörer und ich uns schnell einig, dass wir gemeinsam diese Station bauen“, erinnert er sich. Geschäftsführer Johannes Schwörer von SchwörerHaus pflichtet ihm bei.

Auszubildende aus seiner Firma haben in 305 Stunden das hübsche Holzhaus gezimmert, die Forstarbeiter des Bundesforstes unterstützen tatkräftig. Die Nachhaltigkeit und Nähe zur Natur liegen dem Firmenchef geschäftlich wie auch persönlich am Herzen. So unterhält SchwörerHaus eine Kooperation unter dem Motto „Holz der kurzen Wege“ mit dem Bundesforst, der so viel Festmeter Holz wie möglich an den Fertigbauhersteller liefert.

„Die Vogelbeobachtungsstation soll ein attraktiver Anknüpfungspunkt an das besondere Gelände für Individualtouristen sein. Ziel ist es, die verschiedenen Facetten des ehemaligen Truppenübungsplatzes hervorzuheben“, erklärt Reutlingens Landrat Thomas Reumann, der sozusagen der Bürgermeister des ehemaligen Militärgeländes ist. In diesem aktuellen Fall steht die Vogelwelt im Mittelpunkt. „Wir wollen auf Alleinstellungsmerkmale hinweisen und den Besuchern Wert und Bedeutung der Vögel bewusst machen.“

Für SchwörerHaus ist dies nicht das erste Azubi-Projekt auf dem früheren Militärgelände: Beim Sternenbergturm stehen mehrere Liegebänke. Von dort aus können die Besucher nachts die Milchstraße problemlos erkennen, ein Zeichen von geringer Lichtverschmutzung.

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