Heroldstatt - In ganz toller Spiellaune hat sich die Trachtenkapelle Ennabeuren bei ihrem Frühjahrskonzert in der Heroldstatter Berghalle präsentiert. Rund 350 Zuhörer waren gekommen, um den schönen und vielfältigen Klängen der Musiker um Dirigent Reiner Manz zu lauschen, die großartig in Fahrt waren und ihren begeisterten Besuchern ein großartiges Konzert an sinfonischer Blasmusik boten. Die 55 Aktiven musizierten auf sehr hohem Niveau und wagten sich zum Teil an sehr fordernde Werke. Dabei stellten sie ihre Klasse und ihr hohes Leistungsvermögen unter Beweis.

Start mit einem Zitat

Die Vereinsvorsitzende Sabrina Hertrich freute sich in ihren Begrüßungsworten über die große Publikumskulisse in der frühlingshaft schön dekorierten Berghalle und wünschte den Besuchern einen wunderschönen Konzertabend, den diese auch hatten. In Anlehnung an ein Zitat des US-Dirigenten Leopold Stokowski „Es ist nicht erforderlich, Musik zu verstehen. Man braucht sie nur zu genießen“ riet die Vorsitzende allen Gästen, die Klänge der Trachtenkapelle in vollen Zügen entspannt zu genießen, was diese auch taten. Das traditionelle Frühjahrskonzert wurde zu einem Hörgenuss und gemäß dem Motto der Trachtenkapelle „Musik gemeinsam erleben“ zu einem Gemeinschaftserlebnis.

Start mit imposanter Fanfare

Mit der imposanten Fanfare „A Salute from Lucerne“ des Schweizers Christoph Walter aus dem Jahr 2006 stimmte die Trachtenkapelle Ennabeuren ihre Gäste auf einen schönen und genussreichen Musikabend mit anspruchsvoller konzertanter Blasmusik ein. Anlässlich des Eidgenössischen Musikfests 2006 in Luzern schuf der Schweizer Komponist der populären Unterhaltungs- und Marschmusik die Fanfare „A Salute fom Lucerne“, die mit Becken- und Paukenschlägen sowie Trommelgewirbel startet. Einem klangfeinen Klarinettensolo wird mit einem tiefem Blech erwidert, ehe ein Crescendo mit Blechklängen und rasanten Läufen im Forte folgt, die den herrlichen Ausblick zu den Schweizer Gebirgsmassiven darstellen sollen. Mit der Fanfare komponierte Walter, der seit 2010 Music Art Director des Basel Tattoo ist, ein gut ins Ohr gehendes Werk, das sich als Einstiegsstück in Konzerte sehr gut anbietet.

Reise in die „Catskill Mountains“

„Songs from the Catskills“ ist eine sinfonische Dichtung des niederländischen und weit umher gereisten Komponisten Johann de Meij überschrieben. Das Leben in dem herrlichen Naturschutzgebiet „Catskill Mountains“ am Hudson River inspirierte Johann de Meij zu dem vielfältigen Werk, in dem er melodische Einflüsse aus Irland, Schottland und anderen Teilen Europas zu einem Paradestück für das Orchester mit Registervielfalt vereinte. Klangrein und engagiert setzten die Musiker um ihren Dirigenten Reiner Manz diese Originalkomposition für sinfonisches Blasorchester wirkungsvoll in Szene, bei dem Johann de Meij sechs Lieder einarbeitete: temperamentvolle Lieder irischen und schottischen Ursprungs. aber auch sanfte Balladen. Mit sanften Tuba-, Klarinetten und Querflötenklängen beginnt die Dichtung, ehe ein schwungvoller melodischer Teil folgt.

Xylophon im Einsatz

Geprägt wird das Werk vom Einsatz von Xylophon von Sebastian Manz sowie von Kettengeklirr und Amboss-Schläge von Johannes König, das die harte und unermüdliche Arbeit in einem Steinbruch darstellen soll. Die Musiker der Trachtenkapelle spielten das von Johann de Meij komponierte Stück mit der tänzerischen Leichtigkeit, die dieser Musik innewohnt.

Von Filmmusiker Rossano Galante aus Buffalo stammt das großartige Werk „Mt. Everest“, in dem musikalisch der mit 8848 Meter höchste Berg der Welt beschrieben wird und mit dem die Musiker der Trachtenkapelle ihre Konzertbesucher in die Bergwelt des Himalaya entführten. Mit treibenden Rhythmen, robusten Bassmelodien und mitreißenden Passagen im Holzregister gelang es dem Blasorchester eindrucksvoll die Schönheit und Macht des größten Berges der Welt zu interpretieren. Triangel und Xylophon wurden in dem emotionsgeladenen epischen Werk gekonnt eingesetzt, das mit Paukenschlag im Forte endet. Mit Bravour meisterte die Kapelle die harmonischen Feinheiten des ausdrucksvollen Konzertstücks.

Interessante Geschichte zu „Feuerfest“

Auch in der Polka francaise „Feuerfest“ von Josef Strauß fand ein rhythmischer Amboss erneut Verwendung, und das aus besonderem Grund, wenn man den Auftragsgrund der Komposition sieht: Josef Strauß komponierte die Polka anlässlich des Verkaufs des 2000. Tresors der Firma Wertheim, die „feuerfeste Tresore“ herstellte, aber auch um das Schmiedehandwerk zu würdigen. Siegfried Rundel bearbeitete diese unterhaltsame Konzertpolka von Josef Strauß mit all ihrem Witz und Charme für ein Blasorchester.

„So schön ist Blasmusik“

Die heitere Polka „So schön ist Volksmusik“, die einstige Erkennungsmelodie der Fernsehsendung „Grand Prix der Volksmusik“ von Erich Becht in einem Arrangement für Blasorchester von Martin Scharnagl, bereicherte den gelungenen Konzertabend mit einem gut ins Ohr gehenden, aber durchaus anspruchsvollen Stück. Martin Scharnagl wählte den Titel „So schön ist Blasmusik“, um die Verbindung zwischen Volks- und Blasmusik zu unterstreichen.

In der Folge ging es auf hohe See und zu Abenteuerspektakel in die Karibik, als die Musiker aus Ennabeuren die Symphonic Suite „Pirates of the Caribbean“ von Klaus Badelt zu Gehör brachten. In dem vielschichtigen Werk hat Klaus Badelt fünf Szenen der gleichnamigen Filmmusik zu einem klangintensiven Ereignis zusammengefasst. Viele Tempiwechsel, rhythmische Abwechslung, Tonartveränderungen, Abschnitte in Piano und Forte sowie geballte Klangkunst prägen das spannungsvolle und dynamische Stück um Captain Barbarossa und seinem stolzen Schiff „Black Pearl“ und der hübschen Gouverneurstochter Elizabeth Swann. Ihre musikalische Wandlungsfähigkeit unterstrich die Trachtenkapelle in dem Filmepos voller Dynamik und Leidenschaft.

Medley „My Fair Lady“ als Finale

Hohe Ansprüche an das Leistungsvermögen des Blasorchesters stellte das Medley zu dem Erfolgsmusical „My Fair Lady“ von Frederick Loewe, das Anfang des 19. Jahrhunderts in London spielt und die Geschichte des Blumenmädchens Eliza und des Sprachforschers Professor Higgins erzählt. Das 1956 in New York uraufgeführte Werk beendete einen beeindruckenden Konzertabend. Das Ensemble um den souverän dirigierenden Reiner Manz bescherte mit dem schwer zu spielenden und fordernden Medley seinen Konzertbesuchern ein großartiges Finale, die aber noch zwei Zugaben einfordern konnten. Lautstark und lang anhaltend war der Schlussapplaus des Publikums als anerkennenden Dank für hervorragende Leistungen einer gut gelaunten Trachtenkapelle.

Marsch als Zugabe

Kein Frühjahrskonzert bei Dirgent Rainer Manz ohne Marsch: Folglich war als Zugabe einer zu hören, und zwar des böhmischen Komponisten Karl Eska in einer Bearbeitung von Siegfried Rundel: „Nasim Hranicarum“ („Für unsere Grenzwacht“) hatte Manz ausgesucht, ein Werk, das sich ungebrochen großer Beliebtheit erfreut. Von einer extremen Dynamik ist dieser sehr klangvolle Marsch geprägt. Ruhig und sanft klang dann das Frühjahrskonzert mit den „Swiss Highland Moods“ oder „Abschied von den Bergen“ von Christoph Walter aus.

Dankesworte fehlen nicht

Dankesworte durch die Vereinsvorsitzende Sabrina Hertrich fehlten nicht. Sie lobte Dirigent Reiner Manz für die gekonnte Musikauswahl und für seine Geduld und Energie während der langen und intensiven Probezeit und sie dankte Manuela Hettrich-Wiedemann für die charmante und gekonnte Ansage des Musikprogramms. Für die Moderatorin gab es einen bunten Blumenstrauß und auch den Beifall des Publikums

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