Noch kein Beschluss zu Ladestationen

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Theoretisch können Elektroautos an jeder normalen Steckdose aufgeladen werden. An speziellen Ladestationen geht es deutlich schn
Theoretisch können Elektroautos an jeder normalen Steckdose aufgeladen werden. An speziellen Ladestationen geht es deutlich schneller. Die Gemeinde Heroldstatt möchte eine Landestation für E-Autos installieren. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Die Elektromobilität ist in aller Munde und wird auch die Gemeinde Heroldstatt tangieren. Deshalb haben sich die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung darüber Gedanken gemacht, wo in Heroldstatt möglicherweise E-Ladestationen installiert werden könnten.

Gedacht ist daran, eine E-Ladestation für Autos in der Ortsmitte bei der Berghalle und zwei E-Ladestationen für Fahrräder zu errichten. Die Verwaltung hatte dafür ein Angebot vom Energielieferer EnBW zukommen lassen, das Energieberater Florian Teichmann den Räten vorstellte und erläuterte. Ein Beschluss wurde noch keiner gefasst, die Ratsmitglieder nahmen die Ausführungen und technischen Informationen zu den Ladestationen zur Kenntnis.

Bald war den Räten klar, dass die gewünschten Ladestationen ordentlich Geld kosten und zudem hinter den Zuschüssen Fragezeichen stehen. So ließ Florian Teichmann die teuerste Variante gleich mal weg. Teichmann ist von der EnBW Baden-Württemberg AG zur E-Mobilität in Deutschland und Ansprechpartner für die Themenbereiche E-Mobilität und E-Mobilitätslösungen bei der EnbW in Biberach. Die mögliche Landestation für Elektroautos bei den Parkplätzen der Berghalle würde 11 305 Euro kosten, zuzüglich 69 Euro an Service und Wartung im Monat. Hinzukommen noch die Kosten an das Albwerk für den Stromanschluss mit rund 3300 Euro.

Für die größere Bike-Ladestation bei der Sontheimer Höhle würden 21 000 Euro anfallen, für die kleinere in der Ortsmitte bei der Berghalle an der Ecke Am Berg und Erlenstraße fast 15 000 Euro. Für eine zusätzliche Fahrrad-Reparaturstation hatte Teichmann zwei Vorschläge: Bei einem Modell belaufen sich die Kosten auf 643 Euro, bei dem anderen auf 1155 Euro. Für die Fahrrad-Ladestationen fließen keinerlei Zuschüsse, für eine Autoladestation könnten 40 Prozent der Kosten bis maximal 2500 Euro je Ladepunkt eingehen. Fördermittel seien erst nach dem Sommer wieder zu erwarten.

Die EnBW biete E-Bike-Ladestationen auch wahlweise mit drei, sechs oder neun Schließfächern an, in denen die Radler ihre Helme und ihr Gepäck verstauen könnten, erklärte der Referent. Der Zugang zu den Fächern erfolge mittels eines Pin-Codes. Bei der Sontheimer Höhle ist ein Ladeschrank mit neun Fächern, in der Ortsmitte mit sechs Fächern vorgesehen. „E-Tankstellen und ein flächendeckendes Netz mit Ladesäulen werden kommen. Jede Gemeinde wird früher oder später ihre Stromtankstelle haben“, meinte Florian Teichmann.

„Die Frage ist nicht, ob die E-Mobilität kommt, sondern wann sie kommt“, erklärte Teichmann. Gemeinden, die jetzt schon bereit sind, beim Aufbau einer E-Ladeinfrastruktur mit den entsprechenden Energieversorgern zu kooperieren, seien auf dem richtigen Weg. Dies werde in der Zukunft auch ein Wohn- und Standortfaktor bei den Bürgern und Unternehmen werden, vergleichbar mit dem aktuell massiven Ausbau des Breitbandnetzes.

„Mit den Ladestationen sammeln wir keine Reichtümer. Sie sind als reiner Service für unsere Gäste zu sehen“, fasste der stellvertretende Bürgermeister Rudolf Weberruß zusammen. Die Gemeinde brauche auch nicht mit der großen Kundschaft rechnen. Klar sei, dass die Heroldstatter Bürger ihre Fahrräder und Elektroautos Zuhause aufladen. Er befürworte sehr die E-Mobilität, sei aber doch geschockt von den hohen Preisen für die Ladestationen, meinte noch Dietmar Frenzel. Diese Ansicht teilte auch das Gremium. Deshalb soll abgewartet werden.

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