Neuer Wohnort des Vorsitzenden sorgt für Unmut

Lesedauer: 3 Min
Neuer Wohnort des Vorsitzenden sorgt für Unmut
Schwäbische Zeitung

Sehr erfreuliche Zahlen konnte der Vorstand des Sontheimer Höhlenvereins bei der Hauptversammlung vorlegen: 1500 Besucher mehr als im Jahr zuvor hatten 2011 die Sontheimer Höhle besucht. Dennoch gab es unter den anwesenden Mitgliedern Knatsch.

4733 Menschen besichtigten im vergangenen Jahr die Sontheimer Höhle, berichtete Harry Bader, der Vorsitzende des Vereins, stolz. „Dies ist sicher auch auf die neue LED-Beleuchtung zurückzuführen.“ Durch diese sei die Höhle attraktiver geworden. Über 600 Arbeitsstunden haben Vereinsmitglieder auch für die Erneuerung der Besucherwege in der Höhle sowie einen neuen Höhleneingang aufgewendet. Bader dankte allen Beteiligten.

Eigentlich alles Gründe zur Freude: Jedoch zeigte sich bei der Versammlung, dass es unter den Mitgliedern Unzufriedenheit mit gibt. Andreas Scheurer, bislang für die Abteilung Höhle und Forschung zuständig, wollte sich nicht mehr zur Wahl aufstellen lassen. Er begründete dies mit Uneinigkeit bei Entscheidungen des Vorstands und dass somit eine vertrauenswürdige Zusammenarbeit nicht mehr gegeben sei.

Enthaltungen bei Entlastung

Bei der Entlastung der Vorsitzenden Harry Bader und Raimund Pantel enthielten sich jeweils sechs der 34 Mitglieder, bei den Neuwahlen wurde auch eine neue Person als erster Vorsitzender gesucht, jedoch wollte niemand gegen Amtsinhaber Harry Bader antreten. Wie zu hören war, haben manche Mitglieder angeblich die Befürchtung, dass dieser nach seinem Wegzug aus Heroldstatt seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen könne. Dieser widersprach. Er legte dar, dass er von seinem neuen Wohnort (im Badischen) durchaus Absprachen mit den Vorstands- und Ausschussmitgliedern führen könne und bereit sei – „wann immer es dies erfordert“ – am Wochenende nach Sontheim zu kommen. Letztlich wurde er von der Versammlung bei vier Gegenstimmen und vier Enthaltungen im Amt bestätigt. Bader erklärte: „Es gibt bei uns immer wieder Grundsatzentscheidungen zu treffen. Da kommt es naturgemäß zu Meinungsverschiedenheiten.“ Ihm sei sehr daran gelegen, diese aus der Welt zu schaffen.

Heroldstatts Bürgermeister Karl Ogger mahnte die Vereinsmitglieder, über Probleme zu reden: „Versuchen Sie, die Spannungen heraus zu nehmen.“ Darüber hinaus dankte er dem Verein für dessen Einsatz um die Höhle. „Ich weiß das wirklich zu schätzen, das ist nicht mehr selbstverständlich in der heutigen Zeit.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen