Landfrauenverein Heroldstatt kommt ins Schwabenalter

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Großer Jubiläumsabend und Festakt beim Landfrauenverein Heroldstatt: Der Verein mit aktuell 172 Mitgliedern im Alter von 27 bis 93 Jahre feierte seinen 40. Geburtstag und ist ins sogenannte Schwabenalter gekommen. Fachvorträge, Betriebsbesichtigungen, Kurse und Lichtmessfeiern, aber auch Stricknachmittage und Theaterspiel sowie eine Weiberfasnet prägten und prägen das Jahresprogramm der Heroldstatter Landfrauen.

Auf rund 600 Termine und Veranstaltungen kam der Landfrauenverein in den zurückliegenden vier Jahrzehnten. Auf die wichtigsten Ereignisse des agilen Vereins blickte die Vereinsvorsitzende Margarete Schrems-Kiefer bei der sehr gut besuchten Jubiläumsfeier im Karl-Ehmann-Saal der Berghalle. Zu den Geburtstagsgratulanten gehörten auch Bürgermeister Michael Weber und Heidi Nothacker, die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes Ehingen mit seinen 17 Ortsvereinen.

Gründung am 21. Februar 1979

In ihrem Rückblick erinnerte Margarete Schrems-Kiefer an die Anfänge des Landfrauenvereins Heroldstatt, der am 21. Februar 1979 im Gasthaus Lamm in Sontheim bei einem Informationsabend des Bauernverbandes entstanden ist. Der damalige Kreisobmann Hans Vetter referierte zum Thema „Warum aktive Landfrauenarbeit?“ und sein Vortrag war so überzeugend, dass noch am selben Abend der Landfrauenverein Heroldstatt gegründet wurde.

Es war übrigens der erste Verein in Heroldstatt, der nach dem Zusammenschluss der beiden Ortsteile Sontheim und Ennabeuren den Namen der Gesamtgemeinde trug. Bei den ersten Wahlen zur Vorstandschaft wurden Helga Anhorn zu Vorsitzende und Else Lamparter zu ihrer Stellvertreterin gewählt. Annemarie Hoffmann wurde die Kassiererin, wobei sich die Kassengeschäfte anfangs noch in Grenzen hielten, wurde doch zunächst kein Mitgliedsbeitrag erhoben. Die ersten Ausschussmitglieder waren Karoline Anhorn, Lina Bühle und Elfriede Striebel.

„Frauen Raum und Zeit geben“

Zu den Beweggründen einer Vereinsgründung, sagte Schrems-Kiefer: „Es war damals Zeit, den Frauen Raum und Ort zu geben, sich weiterzubilden, Neues zu erfahren und Gemeinschaft zu erleben.“ Der neue Verein sei für alle Frauen offen gewesen, nicht nur für Landfrauen. Und dafür habe man nicht einmal ein spezielles Talent mitbringen müssen. Die Mitglieder mussten weder singen noch ein Instrument spielen können und sie mussten keine Sporttalente sein, erläuterte die Vorsitzende. „Jede Frau, die auf dem Land lebt, egal wie alt sie ist oder welchen Beruf sie ausübt, ist im Landfrauenverein willkommen. Und wir wissen, so ist es bis heute geblieben. Jeder darf sein Talent einbringen.“

Im Mai 1990 sei vom Landesvorstand der Landfrauen der Beschluss gefasst worden , Einzelmitgliedsbeiträge einzuführen, berichtete Schrems-Kiefer in ihrem Rückblick. Daraufhin seien die Frauen dann aufgerufen worden, sich als ordentliche Mitglieder im Landfrauenverband eintragen zu lassen. „Bei der Mitgliederversammlung 1991 lagen dann bereits 80 Anmeldungen vor. Ein Jahr später hatte sich die Mitgliederzahl auf 104 erhöht und stieg von da an stetig bis auf 172 Mitglieder heute“, sagte die Vorsitzende mit etwas Stolz. Damit sei der Landfrauenverein Herolstatt bis heute der größte Ortsverein im Kreislandfrauenverband Ehingen mit 17 Ortsvereinen.

Viel Öffentlichkeitsarbeit

Unter der Führung von Helga Anhorn ist der Verein nach und nach zum festen Bestandteil des Dorflebens in Heroldstatt geworden. 1994 gab Helga Anhorn ihr Amt nach 15 Jahren Amtszeit ab. Bei einem Festabend zum 15-jährigen Vereinsjubiläum wurde sie feierlich verabschiedet und der damalige Bürgermeister Karl Ogger verlieh ihr die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg und die Gedenkmedaille in Silber der Gemeinde Heroldstatt.

Bei den Gemeinde- und Bürgerinfotagen 2002 und 2009 waren die Landfrauen mit Infoständen vertreten, ebenso bei der Einweihung der Berghalle 1984, bei der Einweihung des neuen Rathauses 1987 und beim Festakt „25 Jahre Heroldstatt“ 1998. Für die gemeinsamen Erntedankfeiern in der Berghalle errichteten die Landfrauen den Erntedankaltar. Und auch bei den Weihnachtsmärkten 1995 und 1996 verkauften sie an ihrem Stand Gebäck.

Ingrid Dussler folgt Helga Anhorn

Ingrid Dussler folgte Helga Anhorn nach und leitete die Geschicke des Vereins bis 2007. Unter ihrer Regie fanden am 7. März 2001 der Kreislandfrauentag und am 4. Juli 2006 die Verbandstagung zum 25jährigen Bestehen des Landfrauenverbandes für den Bereich Württemberg-Hohenzollern in der Berghalle statt. Auch sie bekam die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg bei ihrer Verabschiedung verliehen. 2007 übernahm Margarete Schrems-Kiefer das Amt der Vorsitzenden von Ingrid Dussler, das sie bis heute inne hat.

„Um als Vorsitzende gute Arbeit zu leisten, braucht es immer auch Mitstreiter im Vorstand, die helfen, Ideen zu entwickeln und umzusetzen“, unterstrich Margarete Schrems-Kiefer und bedankte sich bei dem Festakt zum 40. Geburtstag des Landfrauenvereins Heroldstatt ausdrücklich bei allen Mitstreiterinnen und Mitgliedern, die in den vergangenen Jahren ihre Zeit, ihr Können und Kraft in die Vereinsarbeit eingebracht haben. Sie bemerkte noch an, dass zu den Veranstaltungen und insbesondere zu den Vorträgen oft Besucher aus dem weiteren Umkreis nach Heroldstatt kommen.

Blick in die Zukunft

„Jede Zeit bringt ihre eigene Herausforderung mit sich. Es gilt mit den Veränderungen in der Gesellschaft Schritt zu halten und dazu gehört auch, sich den neuen Medien nicht zu verschließen“, betonte Margarete Schrems-Kiefer. Den neuen Zeiten und Gegebenheiten müsse man sich anpassen. In ihrem Blick nach vorne sagte sie: Der Landfrauenverein Heroldstatt habe anlässlich seines 40-jährigen Bestehens seine Homepage neu belebt und neu gestaltet. Neue Mitglieder seien stets willkommen, betonte die Vorsitzende.

Blumen vom Bürgermeister

„Der Landfrauenverein Heroldstatt ist ein wichtiges Bindeglied zwischen den Generationen in unserem Gemeinwesen“, betonte Bürgermeister Michael Weber in seinem Grußwort zum 40jährigen Bestehen des Landfrauenvereins Heroldstatt und überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde nebst Blumen und einem Jubiläumsgeschenk. Der Verein bringe Alt- und Neubürger zusammen. „Der Landfrauenverein hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1979 zu einer wichtigen Einrichtung entwickelt“, ergänzte Weber. Er trage zum geselligen Gemeinschaftsleben bei und auch die vielfältige Bildungsarbeit des Vereins nehme einen großen Stellenwert ein.

Bürgermeister Weber blickte auf die Anfänge des Landfrauenvereins in Heroldstatt 1979, als der dörfliche Strukturwandel spürbar wurde und die Bedeutung der Landwirtschaft zurückging sowie die Landwirtschaft vor großen neuen Herausforderungen stand. „Die Zeit war reif, auf diese Veränderungen zu reagieren“, sagte Weber, „da die scheinbar unumstößlich festgelegte Aufgabenverteilung zwischen den Geschlechtern und Generationen in einem neuen Licht gesehen wurde. Wie jede Neuorientierung habe dieser Strukturwandel einen großen Informations- und Lernbedarf ausgelöst.

In seinem Grußwort war Michael Weber voll des Lobes für den Landfrauenverein Heroldstatt, der seine eigene „Erfolgsgeschichte geschrieben habe“, schon mit Blick auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen auf aktuell 172. „Die Arbeit und das Wirken des Vereins ist heute unverzichtbarer denn je“, unterstrich Weber und wünschte dem Verein für die Zukunft alles Gute.

Lob vom Kreisverband

Grüße und Glückwünsche des Landfrauenkreisverbands Ehingen überbrachte den Landfrauen von Heroldstatt die Kreisverbandsvorsitzende Heidi Nothacker. Sie erinnerte zunächst daran, was sich 1979 auf der großen Weltbühne so zugetragen hat, als in Heroldstatt sich der Landfrauenverein formierte und den Weg zu einer Erfolgsgeschichte einschlug. 1058 Mitglieder zähle der Kreisverband Ehingen in seinen 17 Ortsvereinen, und in dem nehme der Ortsverein Heroldstatt mit 192 Mitgliedern eine besondere Stellung ein, denn er sei der größte.

Sie lobte die engagierte Gruppe aus Heroldstatt für ihr umfangreiches und vielseitiges Bildungsangebot und für das Mitwirken auf Verbandsebene. Der Landfrauenverein habe Angebote für Jung und Alt und bringe Frauen jeden Alters zusammen. „Wir haben kreative Ideen für die Zukunft und den Willen, es nicht dabei zu belassen“, betonte Nothacker mit dem Hinweis, dass das Motto nach wie vor gelte: „Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ein Erfolg.“

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