Künstler erfasst die schützenswerte Alb

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 Bei der Ausstellungseröffnung.
Bei der Ausstellungseröffnung. (Foto: Lenk)
Joachim Lenk

Knapp ein Dutzend Sonderschauen hat es bislang im Albmaler-Museum im „OF 7“ im Albgut in Münsingen gegeben. Die Ausstellung, die jüngst dort eröffnet wurde, ist für Museumsleiter Martin Rath etwas ganz Besonderes. Zum ersten Mal sei eine so umfangreiche Zahl von Gemälden von Anton Geiselhart außerhalb der gleichnamigen Stiftung im Lautertal zu sehen. „Aus allen Lebensphasen, in verschiedensten Techniken“, fügt Rath hinzu.

Der in Reutlingen geborene und in Pfullingen aufgewachsene Geiselhart (1907 bis 1973) war Handwerker und Künstler zugleich, er leitete einen Malerbetrieb und gestaltete unter anderem Landschaftsbilder. Über sein Leben referierte Kuratorin Sabine Lang von der Stiftung Anton Geiselhart. Zeit seines Lebens verband der Künstler die Kunst und das Handwerk miteinander, eine Lebensphilosophie, die seine Nachkommen bis heute unverändert pflegen, in einem Unternehmen über drei Generationen hinweg.

1936 kaufte Geiselhart ein halb zerfallenes Bauernhaus in Gundelfingen im Lautertal, wo sich heute sein Museum befindet. „Ein Bezug als Albmaler ist mehr als gegeben“, sagte Lang bei der Vernissage. Vom Öl hatte der Künstler längst zum Acryl gewechselt. Geiselhart experimentierte mit Malmitteln wie Membranit, Gips oder Lacken. Der Pinsel wurde mit einer Walze kombiniert oder gar ganz ersetzt. Seine Rahmen gestaltete er mit Blattgold und den textilen Wandbehängen der 1960er-Jahre. „Handwerk und Leidenschaft vermischen sich bei jedem Bild.“

Sabine Lang erwähnte dabei das Werk Dorfschule (in Zainingen), eine Arbeit, die gleich zwei Mal in der Ausstellung zu sehen ist, einmal als Malerei und einmal als Schablonendruck. Zudem sind unter anderem noch Landschaftsaufnahmen, der Dorfplatz in Gundelfingen, Felsen im Lautertal, der Gomadinger Ortsteil Steingebronn und die vier Jahreszeiten zu sehen. „Tektonisch gefügte Bildflächen, Abstraktion der Landschaft und die Farbe als Stimmungsträger“. Aber es gibt auch einen Blick über den Albrand hinaus, mit Werken, die in Dortmund, in Lindau und dem Hamburger Hafen entstanden sind.

„Mit seiner Arbeit hat Anton Geiselhart ein großes Verständnis für die schützenswerte Alb geschaffen“, sagte Kuratorin Lang abschließend vor den knapp 50 Gästen. Noch bis Anfang März sind die rund 60 Werke im „OF 7“ zu sehen.

Ebenso die von Berthold Maier aus Salmendingen (Zollernalbkreis), dessen Sonderschau ebenfalls dort eröffnet wurde. Als naturverbundener Mensch hat der Künstler ebenso die Besonderheit der Alblandschaft erkannt. Im Lauf der vergangenen zwei Jahrzehnte entstand eine größere Zahl an Landschaftsbildern in Öl, Aquarell und manchmal Acryl, viele mit Bezug zur Schwäbischen Alb.

So sind zum Beispiel im „OF 7“ eine Brücke im Glastal bei Hayingen, der Kalkstein bei Undingen, die Landschaft am Kornbühl, die Burg Hohenzollern bei Hechingen, der Blautopf in Blaubeuren, die Lauter bei Anhausen sowie die Gönninger Seen zu bewundern.

Info: Martin Rath betreibt sein Privatmuseum Albmaler im Albgut (ehemals Altes Lager) in Münsingen seit Mitte 2016 im Backsteingebäude OF 7 in der Biosphärenallee. Der Eintritt kostet fünf Euro; Kinder sind frei. Die Öffnungszeiten sind mittwochs bis freitags von 13 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr. Im Januar und im Februar ist das Museum nur sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt es unter

www.Albmaler.de

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