Historisches zu Kaffee und leckeren Kuchen und Torten hat es am Sonntagnachmittag im evangelischen Gemeindehaus Ennabeuren gegeben. Die Kirchengemeinde hatte zu geselligen Stunden eingeladen. Der Erlös der gut besuchten Veranstaltung fließt auf das Konto zu Orgelrestaurierung in der Cosmas- und Damiankirche. Die Kosten der Instandsetzung und Reinigung der Kirchenorgel aus dem Jahr 1937 belaufen sich auf 12 000 Euro. Die Arbeiten erfolgten in den vergangenen Monaten.

„Genießen, Entspannen, Wünschen“

Unter das Motto „Genießen, Entspannen, Wünschen“ hatte Rudolf Schauflinger den Gemeindenachmittag gestellt, zu dem Pfarrer Knöppler zahlreiche Besucher begrüßen konnte. Unter den Gästen war auch Bürgermeister Michael Weber mit seiner Frau Heike. Sie erfuhren viel Neues zur Geschichte Ennabeurens und Breithülen, denn Rudolf Schauflinger hatte eine sehr interessante Bild- und Vortragsreihe erstellt. Historische Ausführungen mit vielen Bildern machte der Ortshistoriker vor allem zur Cosmas- und Damiankirche. Ausführlich ging Schaufler auch auf die renovierte Kirchenorgel ein. Baugeschichtlich geht die Kirche ins 13. Jahrhundert zurück, ihre erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1275. Von der Bauweise her und aufgrund von aufgedeckten Steinen der untersten Schicht dürfte die Kirche allerdings noch wesentlich älter sein.

Infos zu Breithülen

Aufmerksam und wissbegierig verfolgten die zahlreichen Besuchern die Bildbeiträge über die Kirche, die Glocken und den Orgelbau sowie den Beitrag über den Weiler Breithülen, der um das Jahr 1100 „Praitishulwe“ (Siedlung bei der großen Hüle) genannt wurde. Breithülen wird im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde ein Hof des Klosters Blaubeuren zu „Braithüle“ verkauft. Im 16. Jahrhundert war der Ort nur noch als Flurname (Braidthilen) nachweisbar. Erst 1895 entstand wieder ein Hof, der noch im gleichen Jahr als Teil des Truppenübungsplatzes angekauft wurde. Im Zuge der Rekommunalisierung des gemeindefreien Gutsbezirks Münsingen wurde zum 1. Januar 2011 die 77,5 Hektar große und 64 Einwohner zählende Wohnsiedlung Breithülen nach Heroldstatt umgegliedert.

„Sehen und Staunen“

Völlig Überraschendes hatte Rudolf Schauflinger dann unter dem Titel „Sehen und Staunen“ zu präsentieren. Er wartete mit den Fragen auf: Wo war das erste Rathaus 1839 geplant? In welchem Haus wurden die Schulstunden im Jahr 1805 gehalten und wie kam es zum katholischen Schulhaus auf dem Heiligen Berg? Dass sich im Anbau der Friedhofsmauer (später Zeughaus für den Totengräber) Mitte des 19. Jahrhunderts ein Armenhaus befand, ist ein beeindruckendes Zeugnis, unter welch erbärmlichen Zuständen manche Bewohner in Ennabeuren untergekommen waren, so der Referent.

Schauflinger verstand es, die Bildbeiträge immer wieder mit Anekdoten lebendig zu gestalten. Noch eine andere Funktion bei dem Gemeindenachmittage hatte er inne. Er unterhielt die Gäste auf dem Akkordeon und Klavier und lud die Gäste zum Mitsingen ein. Volks- und Wanderlieder kamen sehr gut an und die überwiegend älteren Gäste sangen eifrig mit und konnten fast immer die Texte auswendig singen.

Positive Resonanz gezogen

Pfarrer Thomas Knöppler war mit der Resonanz des Nachmittags sehr zufrieden. Er freute sich über den regen Besuch und dankte Rudolf Schauflinger für seine interessanten Vorträge mit Bildern und die musikalische Bereicherung. Sein Dank galt auch den Besuchern für die Geld- und Kuchenspenden und den Helfern bei der Kaffee- und Kuchenausgabe. Mit dem gemeinsam gesungenen Choral „Lobe den Herren“ und einem Segensgebet von Pfarrer Knöppler fand der gemütliche Nachmittag einen feierlichen Abschluss.

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