Historische Stunde in der 140-jährigen Feuerwehrgeschichte

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Schwäbische Zeitung

„Von einem wichtigen Schritt in der 140-jährigen Feuerwehrgeschichte Heroldstatts“ hat Kommandant Michael Lamparter gesprochen, als am Samstag in Heroldstatt die Gründung einer Jugendfeuerwehr anstand. „Ihr müsst jetzt nur noch den kleinen Schritt wagen, und am Montagabend zur ersten Feuerwehrübung kommen“, sagte Lamparter. Über viele Gesichter in der Jugendfeuerwehr würden sich alle aktiven Wehrmänner freuen. Rund 25 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren bekundeten am Samstag ihren Beitritt und ihr Interesse, einige haben sich schon verbindlich angemeldet.

Unter dem Motto „Komm mach mit!“ hatte die Freiwillige Feuerwehr Heroldstatt am Samstagnachmittag zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, bei der die Kinder und Jugendlichen sowie ihre Eltern erfuhren, warum in Heroldstatt eine Jugendfeuerwehr aufgebaut werden soll: um dem demografischen Wandel in der Gesellschaft entgegen zu wirken, der auch vor der Feuerwehr nicht haltmacht. 43,4 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Heroldstatter Wehrmänner und da müsse langfristig nach Nachwuchskräften geschaut werden, um die Aufgaben einer Feuerwehr ausführen und die Sicherheit für die Einwohner gewährleisten zu können.

Die beiden Truppführer Patrick Bröckel und Patrick Hoffmann stellten sich den Gästen im Feuerwehrheim vor, die sich als Jugendfeuerwehrwarte federführend um die angehenden Feuerwehrleute kümmern wollen. Mitzubringen hätten die Interessenten Spaß am Umgang mit technischen Geräten sowie Freude am Umgang mit Menschen sowie Offenheit für viel Neues, erklärte Bröckel.

Was die jungen Feuerwehrleute erwarte, auch das zeigte der Jugendwart auf: Sie erfahren viel über den Brandschutz und das Feuerwehrwesen sowie den guten und gezielten Umgang mit Löschgeräten. Sie dürfen sich freuen auf Kameradschaft und neue Freunde sowie allerlei Sport, viele Spiele und Wettbewerbe, so auf Geschicklichkeits-, Kooperations- und Wasserspiele sowie Dorfrallyes und Mannschaftssport. Denn Teamgeists sei bei der Feuerwehr ganz wichtig, betonte Bröckel. Gemeinsame Aktionen wie Grillen, Wanderungen, ein Zeltlager oder Pizzabacken würden die 14-tägigen Übungsabende ergänzen.

Er zeigte noch die Rechte und Pflichten eines jungen Feuerwehrmanns auf, die auch einen Jugendsprecher wählen dürfen. Patrick Bröckel machte noch klar, dass von jedem Feuerwehrmann Respekt, Toleranz und Kameradschaft verlangt werde und jeder Verantwortung übernehmen müsse. „Die Feuerwehr steht für die Vielfalt der Menschen“, unterstrich der 28-jährige Bröckel, der wie sein Kollege Patrick Hoffmann seit zehn Jahren bei der Feuerwehr tätig ist.

Ergänzend zu seinen Ausführungen zeigte er noch Videos zu den Aufgaben und Freizeittätigkeiten einer Jugendfeuerwehr und erläuterte den Übungsplan für die in den nächsten Monaten stattfindenden ersten Schulungsabende: Da werden altersgerecht die Aufgaben eines Feuerwehrmanns erläutert, die technischen Geräte gezeigt und schließlich ein erster Löschaufbau demonstriert. Die Jugendlichen erfahren, dass nicht immer nur mit Wasser Brände gelöscht werden. Bei Wettbewerben könnten die jungen Leute Abzeichen erlangen, so die Jugendflammen eins, zwei und drei sowie die Leistungsspange. „Wichtig ist immer ein Ziel vor Augen zu haben und im Team werden wir die Aufgaben gemeinsam schaffen“, sagte Bröckel abschließend. Und im Laufe der Zeit würden sie mit Helm, Handschuhen und Jacken auch eingekleidet.

Dann durften die interessierten Kinder und Jugendlichen in den Feuerwehrgeräteraum, wo Wehrmänner um den stellvertretenden Kommandanten Daniel Kuhn ihnen kurz die Fahrzeuge und Geräte zeigten. Ein Höhepunkt für sie war schließlich die Fahrt im Feuerwehrauto durch den Ort. Während dessen standen die Feuerwehrmänner den Eltern Rede und Antwort und beantworteten gerne ihre Fragen. Auch zahlreiche Info-Broschüren zur Jugendfeuerwehr unter dem Motto „Ohne uns wird’s brenzlig“ oder „Bei uns geht es heiß her“ lagen aus. Gekommen zu dem Termin am Samstag war auch Mario Schmidt aus Tomerdingen, der Kreisjugendwart der Feuerwehren im Alb-Donau-Kreis.

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