Heroldstatts kranker Bürgermeister ab sofort im Ruhestand

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Seit dem 1. Juli hat die Gemeinde Heroldstatt keinen hauptamtlichen Bürgermeister mehr. Amtsinhaber Ulrich Oberdorfer wurde in
Seit dem 1. Juli hat die Gemeinde Heroldstatt keinen hauptamtlichen Bürgermeister mehr. Amtsinhaber Ulrich Oberdorfer wurde in den Ruhestand versetzt, sein Rathaussessel ist jetzt offiziell unbesetzt. Der Weg für Neuwahlen ist frei. Über diese entsch (Foto: Steidle)

Seit dem 1. Juli ist Ulrich Oberdorfer nicht mehr der Bürgermeister der Gemeinde Heroldstatt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag endete seine Amtszeit. Er ist nun Pensionär. Das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises hatte ein Verfahren zur vorzeitigen Versetzung des Bürgermeisters in den Ruhestand eingeleitet, das nun in Kraft getreten ist. Der Grund: Ein ärztliches Gutachten bescheinigte Oberdorfer die Dienstunfähigkeit. Da Ulrich Oberdorfer – wie berichtet – gegen den Bescheid des Landratsamtes und gegen das ärztliche Gutachten keinen Einspruch erhoben hatte, erfolgte nun fristgerecht die Versetzung in den Ruhestand zum 1. Juli.

Noch ist der Name Ulrich Oberdorfer auf dem Schild zum schönen und geräumigen Bürgermeisterzimmer in Heroldstatt zu lesen, doch es soll an diesem Dienstag entfernt werden. Der Rathaussessel ist schon seit Monaten verwaist, seit inzwischen fast 17 Monaten, denn seit dem 23. Januar 2017 ist Ulrich Oberdorfer krankgeschrieben. Seitdem konnte er infolge seiner Krankheit den Amtsgeschäften nicht mehr nachgehen. Auch im Jahr 2016 konnte er einige Monate die Arbeit im Heroldstatter Rathaus krankheitsbedingt nicht ausführen. Das Thema Bürgermeister-Vakanz war schon mehrmals ein Thema im Heroldstatter Gemeinderat.

Gemeinderat legt Termin fest

Dieses Thema wird auch am Montag, 9. Juli, im Heroldstatter Rat einen Schwerpunkt der Sitzung bilden – allerdings unter einem anderen Gesichtspunkt nach dem offiziellen Ausscheiden von Ulrich Oberdorf. Es geht bei der Zusammenkunft der Gemeinderäte um die Stellenausschreibung für den frei gewordenen Bürgermeisterposten und um die Bürgermeisterwahl. Dabei hat der Gemeinderat als höchstes Gremium der Gemeinde festzulegen, wann und in welchen Medien die Stelle ausgeschrieben wird und in welchen Zeitraum Bewerbungen möglich sind. Die Gemeindeordnung des Landes gibt dabei gewisse Fristen vor, die einzuhalten sind.

Das Gremium legt ferner fest, ob und wann eine öffentliche Kandidatenvorstellung stattfindet und vor allem wann die Bürger über die Nachfolge von Ulrich Oberdorfer entscheiden sollen. Für die Bürgermeisterwahl steht als Vorschlag der Sonntag, 30. September, im Raum. Die Stelle des hauptamtlichen Bürgermeisters ist nach der Gemeindeordnung spätestens zwei Monate vor dem Wahltag öffentlich auszuschreiben. Die Gemeinde kann den Bewerbern, deren Bewerbungen zugelassen worden sind, Gelegenheit geben, sich den Bürgern in einer öffentlichen Versammlung vorzustellen.

Absolute Mehrheit im ersten Wahlgang

Ferner entscheiden die Räte darüber, wann ein eventuell notwendig werdender zweiter Urnengang erfolgen soll. Denn im ersten Wahlgang ist nach den Grundsätzen der Mehrheitswahl zu entschieden: Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen (die absolute Mehrheit) erhalten hat. Erst im zweiten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit der Stimmen (die relative Mehrheit): Gewählt ist, wer die meisten Stimmen auf sich vereinigen kann.

„Wir hoffen sehr auf gute und kompetente Bewerber“, betont Rudolf Weberruß, der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Heroldstatt. Er hatte in den vergangenen Monaten die Amtsgeschäfte geleitet. Einige qualifizierte Bewerber mit Erfahrungen sind sein Wunsch, damit die Bürger auch eine gute Auswahl bei der Wahl haben. Weberruß blickt zuversichtlich in die Zukunft und ist froh, dass jetzt der Weg für Neuwahlen frei ist.

Zum Bürgermeister der Gemeinde Heroldstatt war Ulrich Oberdorfer am 11. November 2013 mit 1064 Stimmen (66,9 Prozent) von 1591 gültigen Stimmen gewählt worden. Sein Amtsantritt war im Januar 2014. Dass das Amtsende bereits zum 1. Juli 2018 erfolgen sollte, daran hatte bei der feierlichen Amtseinführung wohl niemand geglaubt.

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