Heroldstatts Jugendfeuerwehr in neuer Uniformen

Lesedauer: 9 Min
 29 Jungen und zwei Mädchen bilden die Jugendfeuerwehr Heroldstatt, die inzwischen mit Uniformen ausgestattet ist. Betreut werde
29 Jungen und zwei Mädchen bilden die Jugendfeuerwehr Heroldstatt, die inzwischen mit Uniformen ausgestattet ist. Betreut werden die Kinder und Jugendlichen von den Jugendfeuerwehrwarten Patrick Bröckel (links) und Patrick Hoffmann (rechts). Die Nachwuchswehr bilden (hintere von links): Laurin Renner, Marius Dickau, Paul Riexinger, Niclas Lamparter, Tim Enderle, Robin Inderst, Julian Schaaf, Fynn Matthiesen, Lukas Kristen und Anton Göttel; (mittlere Reihe von links) Jannik Schwilk, Yannec Lamparter, Leo Bayer, Marcel Hitz, Julia Schrag, Miriam Groß und Florian Rettich; (vorne von links) Mika Maute, Jakob Kölle, Bastian Frank, Nepomuk Aigeltinger, Liam Wagner, Luca Krisch, Pierre Thielsch und Jakob Kneer. Auf dem Bild fehlen Lars Heidel, Moritz Hettrich, Luca Lacroce, Florian Schmid, Jendrik Schwertfeger, Robin Sedler und Leon Werthmann. (Foto: Hansjörg Steidle)

31 junge Feuerwehrleute hat die Freiwillige Feuerwehr Heroldstatt in ihren Reihen. Diese sind inzwischen mit neuen Uniformen ausgestattet und werden Schritt für Schritt an den Lösch- und Rettungsdienst herangeführt. Seit der Gründung der Jugendfeuerwehr in Heroldstatt am 12. März ist nur ein einziger Junge abgesprungen. Alle weiteren 31 Mitglieder der Nachwuchswehr sind seitdem mit Begeisterung dabei. 29 Jungen und zwei Mädchen bilden die Heroldstatter Jugendfeuerwehr, die von Patrick Bröckel und Patrick Hoffmann betreut werden.

„Mit diesem großen Interesse hatten wir nicht gerechnet. 31 junge Wehrleute ist eine sehr erfreuliche Zahl und hat unsere Erwartungen übertroffen. Ich bin sehr erfreut über diese Tatsache“, unterstreicht Kommandant Michael Lamparter und lobt den großartigen Einsatz der beiden Jugendfeuerwehrwarte. „Unsere Jugendfeuerwehr ist ihr Werk, sie legen großes Engagement an den Tag. Ihr Einsatz ist vorbildlich“, betont Lamparter weiter und ist glücklich darüber, dass so gut wie alle jungen Wehrleute von Anfang an mit Eifer dabei sind und so regelmäßig zu den Übungen kommen.

Alle zwei Wochen immer montagabends kommen die 29 jungen Wehrmänner und die zwei jungen Wehrfrauen zusammen, die die Jugendfeuerwehrwarte Patrick Bröckel und Patrick Hoffmann nach und nach an das Löschwesen heranführen. Sie haben eigens einen Jugendgruppenleiterlehrgang in Amstetten im Alb-Donau-Kreis und in Kirchdorf bei Biberach besucht und dürfen seitdem die muntere junge Schar leiten und betreuen. „Es macht Spaß und Freude, mit den jungen Leuten zusammenzuarbeiten. Der Dienst stellt auch für uns eine Bereicherung dar. Wir leisten ihn sehr gerne“, sagen die beiden Patricks übereinstimmend. Auch sie freuen sich auf die regelmäßigen Treffen mit den jungen Leuten.

Weitere Kameraden wirken mit

Je nach Übungseinheit teilen die beiden Jugendfeuerwehrwarte ihre 31 Schützlinge in zwei oder drei Gruppen auf, meist altersbedingt versteht sich. Bei den Schulungen und Übungen können sie auf einen Pool von acht bis zehn Feuerwehrkameraden zurückgreifen, die sie aktiv unterstützen und die bei den Lehrgängen für den Feuerwehrnachwuchs mithelfen. Bei Spielen und Besprechungen sind alle Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit an Bord, damit die Gemeinschaft aller gesehen und betont wird, erläutert Patrick Bröckel: „Die Kameradschaft und die Zusammengehörigkeit aller Jugendlichen ist uns sehr wichtig.“

Und was haben die jungen Wehrleute seit Mitte März gelernt? „Schon sehr viel“, wie Bröckel und Hoffmann darlegen: Sie hörten von den Aufgaben und Pflichten der Feuerwehr und sie erfuhren, wie ein Feuer entstehen kann. Sie lernten, was bei der Feuer zunächst zu tun ist und wie ein Notruf abzusetzen ist. Sie lernten wie Schläuche ein- und ausgerollt werden und übten die ersten Löschangriffe. Sie erfuhren zudem, sie die Hydranten zu finden sind. Geübt wurden auch diverse Feuerwehrknoten, um etwa Schläuche oder Geräte auf Balkone ziehen zu können.

Und ganz wichtig: Die Kinder und Jugendlichen lernten, dass eine gewisse Disziplin zur Feuerwehr gehört, um gut üben zu können und um im Notfall schnell handeln zu können. „Die Kinder haben schnell gelernt, dass Werkzeug, Geräte und Schläuche immer aufzuräumen sind und ihren bestimmten Platz haben, da jeder Feuerwehrmann wissen muss, wo was zu finden ist“, erklärt Bröckel. Damit Disziplin und Ordnung eingehalten werden, haben die Jugendlichen selbst ein Regelwerk erstellt und für sich einen Strafkatalog erarbeitet: So müssen die jungen Wehrleute bei Nicht-Befolgung der Spielregeln zusätzlich Stiefel putzen und sonstige Putzarbeiten leisten oder mal einen Kuchen für die Kameraden mitbringen.

Jugendflammen im Visier

In den nächsten Wochen arbeiten die jungen Wehrleute aus Heroldstatt ganz auf ihr erstes Abzeichen hin, auf die erste Jugendflamme: Dafür müssen sie die Grundlagen des Feuerwehrwesens kennen und einfache Sportaufgaben erfüllen, sie müssen wissen, wie Notrufe korrekt abzusetzen und wie Schläuche aufzuwickeln sind. Die Schläuche sollten sie auch benennen können. Die Prüfungen für die Jugendflamme werden von einem Schiedsrichter des Alb-Donau-Kreises Mitte November abgenommen. Weitere Prüfungen für die Jugendflammen zwei und drei sollen in den nächsten Jahren folgen und die Nachwuchskräfte dann fit für eine Grundausbildung bei der aktiven Wehr gemacht werden. Mit dieser dürfen sie aber erst ab dem 17. Geburtstag starten und aktiv bei Feuerwehreinsätzen im Alter von 18 Jahren loslegen.

Wasserspiele und Wanderungen

„Schrittweise sollen die jungen Leute an das Löschwesen herangeführt werden. Sie sollen keinesfalls überlastet werden“, erläutert Patrick Bröckel. Spiele und gemeinsame Unternehmungen, die Spaß und Freude machen sollen, dürften nicht fehlen. So standen etwa vor den Sommerferien Wasserspiele bei herrlichem Sommerwetter auf dem Programm, bei denen sich die jungen Leute gegenseitig nass spritzen durften, was damals eine willkommene Abkühlung bedeutete. Willkommen waren die Jugendlichen auch bei einem Wandertag der Gesamtwehr mit einem folgenden Grillfest samt Spielstraße. Mitte September machten sie beim sechs Kilometer langen Leistungsmarsch mit Erlebnistour der Feuerwehren aus dem Alb-Donau-Kreis in Oberstadion mit. Die Heroldstatter stellten hier mit 22 Jugendlichen die größte Jugendgruppe, was allgemein auf sehr anerkennende Resonanz stieß.

„Geselligkeit und Kameradschaft sind uns wichtig. Das gehört dazu und ist eine wichtige Ergänzung“, sagt Patrick Bröckel. So findet im Dezember eine Weihnachtsfeier mit Jahresrückblick für die jungen Wehrleute statt. Im nächsten Jahr ist an Wander- und Spieltage gedacht. Und auch ein Besuch bei einer Berufsfeuerwehr, wohl bei der des Stuttgarter Flughafens, ist geplant. Über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr werden Patrick Bröckel und Patrick Hoffmann bei der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Heroldstatt am 10. November berichten und dabei erstmals einen Geschäftsbericht für die Jugendabteilung vorlegen.

Stolz präsentieren sich die jungen Wehrleute in ihren neuen Uniformen, die die Gemeinde Heroldstatt beschafft hat. Dankbar sind die beiden Jugendfeuerwehrwarte für diese Anschaffung. Die Gemeinde habe die Kosten komplett übernommen und so verfügt jeder junge Feuerwehrmann über persönliche Kleidung aus Jacke und Hose nebst Sicherheitsstiefeln, Helm und Handschuhen. „Auch die neue Uniform stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl“, wissen Bröckel und Hoffmann. Sie gehen fest davon aus, dass die 31 Jugendlichen weiterhin zur Stange halten und in späteren Jahren in die aktive Wehr übertreten. Das sei auch letztendlich das Ziel bei der Gründung einer Jugendfeuerwehr gewesen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen