Gute Zusammenarbeit hilft, Konkurrenz schafft keine Entwicklung

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 Die Bürgermeister Franko Kopp (links) und Sven Kneipp waren bei den Vorträgen dabei und standen zugleich auch als Ansprechpartn
Die Bürgermeister Franko Kopp (links) und Sven Kneipp waren bei den Vorträgen dabei und standen zugleich auch als Ansprechpartner bei den Markständen zur Verfügung. (Foto: Fotos: Scholz)

Gemeindeentwicklung, Landwirtschaft, Umwelt und Verkehr sowie die Entwicklung des Gewerbeparks: Der Nellinger Bürgermeister Franko Kopp (CDU) und sein Kollege der Nachbarkommune Merklingen, Sven Kneipp (parteilos), sprechen in ihren themenspezifischen Vorträgen Punkte an, die vor allem bei Gegnern des interkommunalen Gewerbegebiets für Kritik sorgen.

Legoland, Flughafen Stuttgart, Daimler-Standort: Es habe schon mehrere Anfragen für Standorte gegeben. „Wären diese Vorhaben bei uns Realität geworden, dann hätte das durchaus Auswirkungen gehabt“, sagt Kopp und setzt das geplante Gewerbegebiet mit der Größe von 50 Hektar in Relation. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft seien immer ein Dreiergespann. So startet Kopp auch mit einem Blick in die Vergangenheit, beginnt seine geschichtliche Reise in den 70er Jahren. Der Schultes sei froh, dass damals kein radikaler Schnitt bei der Gebietsreform gesetzt wurde und die „kleinen Kommunen“ ihre Eigenständigkeit zugebilligt bekamen. Dennoch sei seither klar gewesen: Kommunale Zusammenarbeit ist ein Muss. Abwasserzweckverbände, GVV und Verband „Region Schwäbische Alb“ seien nur Beispiele dieser Umsetzung. „Seit Jahrzehnten haben wir in den Gemeinden eine gute Zusammenarbeit und trotzdem hat jede Gemeinde Luft zum Atmen.“ Kopp appelliert, sich vom Kirchturmdenken zu verabschieden. Konkurrenz schaffe keine Entwicklung. Gegen die Kritik, die Kommunen würden ihre Eigenständigkeit verlieren, setzt er seine Argumentation.

Dann schaut er auf eben jene Entwicklung. 140 verkaufte Bauplätze in den vergangenen 17 Jahren in Nellingen, 63 Maßnahmen im Landessanierungsprogramm: Jede Gemeinde habe ihr eigenes Gesicht und ihre Lebendigkeit, schaffe sich eine Identität. Die gelte es, zu bewahren. Deswegen sei für Kopp klar: Es muss eine maßvolle Entwicklung stattfinden. Eine, die sich steuern lässt.

Verband beauftragt Gutachten

Straßenverkehr und Lärm sind Themen, auf die Sven Kneipp eingeht. Der Standort an der Autobahn bewirke, dass Orte nicht mit noch mehr Verkehr belastet würden. Zum Thema Lärm verspricht Kneipp: Der Verband wird ein Lärm- und Verkehrsgutachten in Auftrag geben.

Wichtig sei, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auszubauen. Daran sei der Alb-Donau-Kreis dran – beispielsweise mit sternförmigen Anfahrten zum künftigen Bahnhof Merklingen. Ideen weiter denken: Auch der Radfahrverkehr soll weiter entwickelt werden. Insgesamt könnten Kohlenstoffdioxid, Zeit und Geld gespart werden. „Aber wir müssen den Mut haben, Ideen zu denken“, meint der Merklinger Bürgermeister. Das gelte auch für das Gewerbegebiet. Entwicklung in die Höhe, Dachterrassen, kleine grüne Inseln: Ideen seien reichlich vorhanden, die im späteren Verfahren festgeschrieben werden müssten.

Versiegelung und Ausgleichsfläche: Lasten müssen auf alle zwölf Mitgliedskommunen verteilt werden. Da bestehe kein Zweifel. Kneipp zweifelt auch nicht daran, dass der Bedarf für einen Gewerbepark auf der Schwäbischen Alb gegeben ist. Er bekomme täglich Anfragen nach Gewerbeflächen. Jene mit Nachfragen für Flächen über 3000 Quadratmeter seien im interkommunalen Gewerbegebiet anzusiedeln. Deswegen sei die örtliche Entwicklung von Gewerbeflächen aber nicht ausgeschlossen.

Eine weitere Position des Merklinger Bürgermeisters: „Wir wollen Arbeitsplätze schaffen, brauchen keine Logistiker.“ Im kommenden Konzept müsse ausgelotet werden, welche Betriebe am Standort angesiedelt werden sollen. Der Verband wolle die Chance nutzen – für Wohlstand, für Arbeitsplätze und für die Zukunft der nächsten Generation.

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