Große Baustelle: Im Kloster wird mächtig gearbeitet

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 Im Kloster der Wallfahrtskirche Ave Maria oberhalb von Deggingen herrscht seit mehreren Wochen geschäftiges Treiben: Zahlreiche
Im Kloster der Wallfahrtskirche Ave Maria oberhalb von Deggingen herrscht seit mehreren Wochen geschäftiges Treiben: Zahlreiche Handwerker wuseln umher. (Foto: Siegemund)
Heike Siegemund

Im Kloster der Wallfahrtskirche Ave Maria oberhalb von Deggingen herrscht seit mehreren Wochen geschäftiges Treiben: Zahlreiche Handwerker wuseln umher, reißen Wände und Bodenbeläge heraus, legen neue Versorgungsleitungen, bauen die alte Ölheizung aus und eine neue Pelletheizung ein und verrichten viele weitere Arbeiten – alles wird vorbereitet für Pfarrer Hans Georg Schmolke aus Stuttgart, der nach Pfingsten in die umgebauten Räume in Ave einziehen wird.

Es ist unabdingbar, dass der Wallfahrtsrektor in Ave wohnt. Er muss hier präsent sein. Das war für uns klar, und er sieht das genauso. 

Pfarrer Andreas Ehrlich

Zum 1. Juli wird Pfarrer Schmolke die Leitung von Ave Maria als Wallfahrtsrektor übernehmen. „Es ist unabdingbar, dass der Wallfahrtsrektor in Ave wohnt. Er muss hier präsent sein. Das war für uns klar, und er sieht das genauso“, sagte Pfarrer Andreas Ehrlich von der katholischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz Deggingen bei einem Rundgang durch das Klostergebäude.

Hier hatten bis vor wenigen Monaten noch die Kapuzinerbrüder gelebt. Nach deren Wegzug Ende Oktober vergangenen Jahres war längere Zeit unklar, wie es weitergeht mit Ave Maria. Dann gab es im Januar die erfreuliche Nachricht: Hans Georg Schmolke, der aktuell die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Ost betreut, wird die Wallfahrtsleitung übernehmen.

 Im Kloster der Wallfahrtskirche Ave Maria oberhalb von Deggingen herrscht seit mehreren Wochen geschäftiges Treiben: Zahlreiche
Im Kloster der Wallfahrtskirche Ave Maria oberhalb von Deggingen herrscht seit mehreren Wochen geschäftiges Treiben: Zahlreiche Handwerker wuseln umher. (Foto: Siegemund)

Für die katholische Kirchengemeinde Deggingen und die Diözese Rottenburg-Stuttgart stand deshalb außer Frage, für die Renovierung von Teilen des Klosters Geld in die Hand zu nehmen, betonte Pfarrer Ehrlich. So werden derzeit mehrere frühere Mönchszellen miteinander verbunden und zu einer insgesamt 90 Quadratmeter großen Wohnung für den Wallfahrtsrektor umgebaut. Auch seine Haushälterin zieht mit ins Kloster ein: Ihr abgetrennter Wohnbereich wird etwa 35 Quadratmeter groß sein.

Hohe Kosten für Umbau

Diese Umbaumaßnahmen lässt sich die katholische Kirche einiges kosten: insgesamt knapp eine Million Euro. Den Löwenanteil mit 800 000 Euro trägt die Diözese, die Kirchengemeinde Deggingen steuert 30 000 Euro bei, aus einer Rücklage, die speziell für Ave Maria angelegt wurde, stehen 50 000 Euro zur Verfügung, und aus einem Nachhaltigkeitsfonds für erneuerbare Energien gibt es für den Einbau der Pelletheizung 50 000 Euro. „Außerdem benötigen wir noch Spenden in Höhe von 50 000 Euro“, ergänzte die Kirchen- und Wallfahrtspflegerin Sandra Bosch.

Leben war ins Kloster von Ave Maria bereits Anfang Februar wieder eingekehrt, als die Patres Saji und Sampath einzogen. Die beiden Pfarrvikare stammen aus Indien und gehören der Ordensgemeinschaft der Heilig-Geist-Väter an, informierte Pfarrer Ehrlich.

Trotz der Umbauarbeiten, die mit Lärm und so manchen Unannehmlichkeiten verbunden sind (zum Beispiel müssen sie sich mit Ölradiatoren behelfen, weil die Heizung abgeklemmt werden musste), wohnen die beiden im Kloster: Aktuell sind sie in den dortigen Gästezimmern untergebracht. Ulla Hermann aus Deggingen, die frühere Schulleiterin der Bad Ditzenbacher Hiltenburgschule, gibt den Patres regelmäßig Deutschunterricht.

 Im Kloster der Wallfahrtskirche Ave Maria oberhalb von Deggingen herrscht seit mehreren Wochen geschäftiges Treiben: Zahlreiche
Im Kloster der Wallfahrtskirche Ave Maria oberhalb von Deggingen herrscht seit mehreren Wochen geschäftiges Treiben: Zahlreiche Handwerker wuseln umher. (Foto: Siegemund)

Eventuell kommen die Pfarrvikare künftig in den Mönchszellen im zweiten Trakt des Klostergebäudes unter, der - was die Umbauarbeiten anbelangt - vorerst unangetastet bleibt. Die Pfarrvikare dürfen die frühere Küche der Kapuziner nutzen, die – ebenso wie das Refektorium, also der Speisesaal, und das „Chörle“, in dem die Mönche ihre Gebete verrichtet hatten - nicht umgebaut werden soll.

Das frühere Büro von Pater Felix wird künftig Pfarrer Schmolkes Arbeitsrefugium. Der bisherige Sanitärbereich der Kapuziner wird in eine Küche mit Essbereich umgestaltet, in der die Haushälterin des Wallfahrtsrektors zugange sein wird. Pfarrer Schmolke bringt übrigens drei Hühner mit, sagte Pfarrer Ehrlich. Wo diese unterkommen, ist noch unklar; wichtig ist in jedem Fall ein geschützter Bereich, damit nicht der Fuchs die Tiere holt.

Kloster steht unter Denkmalschutz

Vor Ort waren auch bereits Mitarbeiter des Denkmalamts, informierte Pfarrer Ehrlich weiter. Denn das Kloster steht, genauso wie die Kirche, unter Denkmalschutz. Größere Auflagen für den Umbau habe es jedoch nicht gegeben, ergänzte Sandra Bosch. Es handle sich um Kleinigkeiten, zum Beispiel müssen die historischen Türen aus 1930 erhalten bleiben.

Wir stehen unter Zeitdruck, aber wir kriegen das hin. 

Pfarrer Andreas Ehrlich

Mitte Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Wir stehen unter Zeitdruck, aber wir kriegen das hin“, zeigte sich Pfarrer Ehrlich zuversichtlich. Bisher habe es beim Umbau zum Glück keine negativen Überraschungen gegeben, freute er sich. „Es läuft gut, und wir liegen im Zeitplan.“

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