Gäste bestaunen Ausstellung von Künstler Volker Kühn

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 Gut gelaunt: Volker Kühn beim Signieren seiner Kunstwerke in der Galerie Frenzel.
Gut gelaunt: Volker Kühn beim Signieren seiner Kunstwerke in der Galerie Frenzel. (Foto: Kriegler)
Jutta Kriegler

„Die Kunstwerke von Volker Kühn sind ein echtes Aha-Erlebnis“, sagte der Heroldstatter Bürgermeister Michael Weber bei seinem Grußwort in der Galerie Frenzel: „Sie schärfen unseren Blick, erweitern unsere Wahrnehmung und lenken den Blick auf die wichtigen Dinge des Lebens.“

So haben es auch viele andere Gäste empfunden, die am Freitag zur Vernissage gekommen sind. Auch der Künstler war anwesend. Besonders gut kamen seine dreidimensionalen Guckkasten-Bilder an: „Wie auf kleinen Bühnen werden Alltagsmomente, zwischenmenschliche Gefühle, Weisheiten oder Sprichwörter in Szene gesetzt“, erläuterte Dr. Peter Keck, Bruder von Vera Frenzel, bei seiner Eröffnungsrede.

Staunend standen die Gäste vor den vielen Miniatur-Bühnen, die überall im Raum verteilt waren. Viele studierten die Objekte mit der Brille auf der Nase: Unter einem goldenen Schneckenhaus versteckt sich eine winzige weibliche Figur mit nackten Füßen. Titel: „Kleine Ruhezone“. Andere Kästen zeigen ein Goldherz auf Watte gebettet, ein goldener Schlüssel thront auf den Stufen zum Erfolg, eine Gans legt goldene Eier. Winzige Figürchen steigen steile Treppenstufen hinauf, balancieren auf Zahnstochern oder kämpfen sich durch ein Labyrinth aus Bindfäden.

Optisch gut und übersichtlich präsentiert, aufgereiht in quadratischen Rahmen mit lauter gleichen Formaten, zogen die Objektkästen die Blicke der Betrachter auf sich. Die Szenen bringen typische Lebenssituationen auf den Punkt und sind daher auch als Geschenk bestens geeignet – zum Beispiel als Wunsch, Glückwunsch oder Gratulation, bezeichnet mit treffenden Titeln: Aufmunterung, Unterstützung, Examen, Erfolg, Glück, Liebe, Partnerschaft, Nichts ist unmöglich, Es geht vorbei. Auch runde Geburtstage, Heirat und Taufe fehlen natürlich nicht in Kühns Themenreigen. Sonderanfertigungen mit individuellen Themen kein Problem.

Die Objektkästen spiegeln den Humor von Volker Kühn, der gut gelaunt mit dem Publikum plauderte: „Ich dachte schon, heute kommt keiner. So eine Vernissage ist ja ungewöhnlich für eine Gegend wie die Schwäbische Alb. Aber offensichtlich gibt es auch hier viele Menschen, die sich für Kunst interessieren“, sagte der Künstler schmunzelnd, dessen Werke sonst nur in Großstädten zu sehen sind. Bürgermeister Weber äußerte sich ähnlich und sagte zu Dietmar und Vera Frenzel: „Ich bin stolz, dass wir hier am Ort so eine hochwertige Galerie haben. Und besonders stolz bin ich auf den Galeristen Dietmar Frenzel, der gleichzeitig einer meiner Stellvertreter ist und in den vergangenen Jahren viel geleistet hat.“

Die Werke von Volker Kühn sprechen für sich: Neben den Guckkasten-Bildern und geometrischen Formen in Schwarz-Weiß präsentiert die Galerie Frenzel auch farbige Kunstwerke von Kühn: Seine kreisrunden „Blätterbilder“, gefertigt aus hunderten von Hand gerissenen, keilförmigen Papierschnipseln, wirken wie strahlende Sonnen in rot, gelb, grün und blau. Manche sind sogar mehrfarbig und schillern wie Regenbögen. Innen chaotisch, außen in Reih und Glied, finden sie zum Rand hin ihre eigene Ordnung. Von Dietmar Frenzel in großformatige, quadratische Vergolder-Rahmen gefasst, entfalten sie ihre volle optische Wirkung – ein echter Hingucker.

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