Für diese Themen will sich die neue Liste „Gemeinsam Heroldstatt“ einsetzen

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 Andreas Fülle, Elodie Martraix und Michael Hoffmann, legten dar, warum sie für den Heroldstatter Gemeinderat auf der neuen List
Andreas Fülle, Elodie Martraix und Michael Hoffmann, legten dar, warum sie für den Heroldstatter Gemeinderat auf der neuen Liste „Gemeinsam Heroldstatt“ kandidieren. (Foto: Steidle)

Sie wollen mehr Transparenz und Offenheit bei kommunalpolitischen Themen, mehr Bürgerbeteiligung und mehr Bürgerstammtische: die drei Kandidaten auf der neuen Gemeinderatsliste „Gemeinsam Heroldstatt“. Elodie Martraix, Michael Hoffmann und Andreas Fülle haben sich am Mittwochabend den Bürgern im Steußlingersaal der Berghalle vorgestellt und rund 40 interessierten Bürgern ihre Ziele in der Gemeindepolitik von Heroldstatt erläutert. Zahlreiche Themen haben die drei Bewerber angesprochen und anschließend das Gespräch mit den Bürgern gesucht.

Mit dem Zitat „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“ von Albert Einstein eröffnete Steffen Autenrieth die Versammlung. Er als einer der Unterstützer der neuen Liste erklärte das Entstehen der neuen Runde und die Beweggründe für eine neue mögliche Gemeinderatsfraktion.

Nicht nörgeln, sondern aktiv mitarbeiten.

Michael Hoffmann

„Wir sind sehr zufrieden, wie sich Heroldstatt in den vergangenen Jahren entwickelt hat und zollen allen bisherigen Gemeinderäten unseren höchsten Respekt. Aktiv will sich nun unsere neue Gruppe an der Gestaltung der Gemeinde beteiligen“, betonte Autenrieth und verwies auf zwei Treffen der Gruppe, bei denen sich eine klare Zielsetzung kristallisiert habe: die Teilnahme an den Gemeinderatswahlen mit einer weiteren Kandidatenliste mit dem Wahlvorschlag „Gemeinsam Heroldstatt“. Mit dem Zitat von Curt Goetz „Man soll die Dinge so nehmen, wie sie kommen. Aber man sollte auch dafür sorgen, dass die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte“, endete Autenrieth die Vorstellungsrunde und meinte, dass ein Mitgestalten der Kommunalpolitik sinnvoll sei.

Mit drei Kandidaten ins Rennen

Mit folgenden drei Kandidaten möchte der Wahlvorschlag „Gemeinsam Heroldstatt“ künftig am Ratstisch vertreten sein: Andreas Fülle (selbständiger Landwirt, 43 Jahre, Vater von drei Kindern), Elodie Martraix (Ingenieurin, 33 Jahre, seit 2015 in Heroldstatt, geboren in Frankreich, Mutter von zwei Kindern) und Michael Hoffmann (Bauleiter, 56 Jahre, seit 1991 in Heroldstatt, Vater von zwei erwachsenen Söhnen). Sie begründeten auch knapp ihre Kandidatur. „Um brachliegende Themen einzubringen“, sagte Andreas Fülle. „Weil ich mich als Reingeschmeckte aktiv beteiligen möchte“, legte Elodie Martraix dar. „Nicht nörgeln, sondern aktiv mitarbeiten“, sagte Michael Hoffmann zu seiner Bewerbung.

Rund 40 Bürger sind am Mittwoch gekommen, um mehr über die Zielsetzungen der neuen Gruppe „Gemeinsam Heroldstatt“ zu erfahren.
Rund 40 Bürger sind am Mittwoch gekommen, um mehr über die Zielsetzungen der neuen Gruppe „Gemeinsam Heroldstatt“ zu erfahren. (Foto: Steidle)

In vier große Rubriken haben sie ihr Herausforderungen in der Kommunalpolitik eingeteilt, die die drei Kandidaten dann im Wechsel vorstellten. Bei wichtigen Entscheidungen soll die Bevölkerung umfassend und schon im Vorfeld eingebunden sein, verlangte Hoffmann und wünschte sich „offene Bürgergespräche“. Klare Vergabekriterien für Bauplätze mit Darlegung der Chancen bei Kaufinteresse, verlangte Martraix. Eine bessere Einbindung Breithülens an Heroldstatt und eine bessere Anbindung des Teilorts an den Busverkehr, wünschte sich Fülle. Der Beitritt Heroldstatts ins Biosphärengebiet, in dem Breithülen bereits ein Teil ist, sollte überdacht werden. Vor- und Nachteile sollten gegeneinander abgewogen werden.

Zukunft des Jugendclubs?

Der Jugendclub sei einst ein „Leuchtturm“ der Gemeinde gewesen, heute sei es um diesen ruhig geworden, meinte Hoffmann. Dessen Zukunft nebst Standortfrage in Nähe der Wohnbebauung sei zu überdenken. Die Unterstützung bei einer „Kooperation von Vereinen“ sicherte Fülle zu und warf da einen Blick auf die zwei Ortsgruppen im Schwäbischen Albverein. „Doch wir wollen nicht rein regieren“, unterstrich er. Für eine bessere Einbindung von Neubürgern sprach sich Elodie Martraix aus. Für Kinder stelle das kein Problem dar, eher für Erwachsene. Da regte sie eine Willkommensmappe für Neubürger mit allerlei Infos, Kontaktadressen und Angeboten an.

Ob sich die Gemeinde Heroldstatt dem Blaubeurer Zweckverband Musikschule anschließen sollte, damit Kinder günstiger und einfacher Klavier oder ein Streichinstrument erlernen können, fragte Hoffmann. Sinnvoll sei die Gründung eines Fördervereins Grundschule, der angesichts wechselnder Eltern für Konstanz sorge und mit dem Elternbeirat seine Ideen einbringe. Zu Tourismus und Gastronomie erklärte Michael Hoffmann, dass es um die älteste deutsche Schauhöhle und den Höhlenverein ruhig geworden sei. Den grünen, sanften Tourismus unter Einbeziehung der Sontheimer Höhle, des Biosphärengebiets und der schönen Alblandschaft gelte es zu fördern, etwa mit einem neuen Flyer.

Ganz wichtig ist Kandidat Hoffmann der Breitbauausbau, damit die Betriebe wie auch Schüler und Studenten „große Datenmengen rauf und runter laden können“ und auch „Home-Office“ möglich werde. Mit Nachdruck müsse für einen guten Anschluss des Öffentlichen Nahverkehrs an den neuen Bahnhof Schwäbische Alb bei Merklingen gesorgt werden, auch von Heroldstatt aus, betonte Elodie Martraix. Das Interkommunale Gewerbegebiet an der A8 bei Merklingen stelle für die Region eine Chance dar, meinte Fülle. Doch sei ein wachsames Auge darauf zu werfen, welche Betriebe sich ansiedeln und ob auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Unternehmen im Niedriglohn-Sektor seien auszuschließen, so Fülle. Er wünschte sich noch einen Wohnungsbau in den Ortskernen und eine Nutzung der leer stehenden Scheunen und Ställe. „Außen erschließen und innen veröden, das geht nicht“, unterstrich Bewerber Fülle.

Neue Unterstützer gefunden

Abschließend wünschte sich Elodie Martraix noch eine ländliche Entwicklung ohne Verstädterung, um die Attraktivität der Gemeinde mit ihren vielfältigen Angeboten zu erhalten. Gemeinsam sei die zukünftige Positionierung von Heroldstatt zu finden. Da könne jeder Bürger mit seiner Meinung im offenen Dialog beitragen. Den Ausführungen folgte das Gespräch mit den drei Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 26. Mai. Durchaus könnte es sein, dass zwei jüngere Mitbürger auf dem Wahlvorschlag „Gemeinsam Heroldstatt“ noch kandidieren, doch sie wollten noch Bedenkzeit. Auf jeden Fall ist die Unterstützerliste mit einigen Namen größer geworden.

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