Der Kirchengemeinderat im Dachstuhl der Kirche.
Der Kirchengemeinderat im Dachstuhl der Kirche. (Foto: Burghart)
khb

Momentan wird die 1617 gebaute und später barockisierte Pfarrkirche St. Martinus in Hausen am Bussen renoviert. Schwerpunkte der Arbeiten sind die Sanierung des Dachstuhls und der Austausch der Elektrik. Am Donnerstag haben sich Pfarrer Thomas Pitour, die zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats Monika Traub und die Kirchengemeinderäte auf der „Kirchen-Baustelle mit den Bauverantwortlichen“ getroffen.

Baumaßnahmen erklärt

Architektin Gabriele Rinke aus Biberach, Statiker Paul Landthaler aus Burgrieden-Rot und Franz Schick, technischer Leiter der Kirchenrenovierung von der Uttenweiler Fima Fritschle, erklärten Räten die bisherigen Baumaßnahmen und den Stand der Renovierungsarbeiten. Dabei betonte Franz Schick, dass die „Ertüchtigung des Dachstuhls vor rund 30 Jahren nach dem heutigen Stand der Technik nicht als gelungen bezeichnet werden“ könne.

„Damals wurden nur Balken aufgeschraubt“, so der technische Leiter. Wegen der großen Spannweiten von Kirchendecken, so Statiker Landthaler, müssten die Lasten des Dachstuhls auf die Außenwände der Kirchen verteilt werden. An diesen Fußpunkten seien die sogenannten Bundstreben in der Hausener Kirche verfault.

„Wir machen hier eine dringend nötige Sanierung des Dachstuhls, keine Schönheitsreparaturen. Und durch den desolaten Zustand der gesamten Elektroinstallation bestand bereits eine dauerhafte Brandgefahr“, sagte Architektin Gabriele Rinke.

Exodus hätte gedroht

Und Franz Schick ergänzte: „Ohne diese Reparatur des Dachstuhls würde es zum Exodus kommen und das Kirchendach würde eines Tages einfallen“. Ende April sei die Kirche ausgeräumt und die Kirchenbänke abgebaut worden, berichtete Monika Traub am Rand der Besichtigung. Und vor dem Beginn der Bauarbeiten wurde die Stuckdecke im Kircheninneren durch eine sogenannte Weichsprießung gesichert. Parallel zur Renovierung werden die Kunstgegenstände der Kirche und die Kirchenbänke gereinigt, weil ein Gerüst an der Kirche steht, bekommt St. Martinus auch einen neuen Außenanstrich und die Innenschale der Kirche wird gereinigt und restauriert.

„Die Sanierung des Dachstuhls ist weitgehend fertig“, erklärte Schick den Kirchengemeinderäten. Demnächst werden die Elektriker mit ihrer Arbeit beginnen und das Kirchendach wird wieder gedeckt. Mit rund 580 000 Euro Kosten rechnete die Kirchengemeinde zunächst. Aber im Lauf der Bauarbeiten tauchten weitere Schäden auf, so dass Monika Traub und Pfarrer Pitour jetzt mit 600 000 Euro Renovierungskosten rechnen. „Die werden zum Großteil von der Diözese getragen“, sagte Pitour. Rund zehn Prozent der Kosten muss die Kirchengemeinde tragen. „Zur Finanzierung sollen Rücklagen und Spenden verwendet werden“, so der Pfarrer. „An Weihnachten wollen wir die Gottesdienste wieder in unserer Pfarrkirche feiern“, antwortete Monika Traub auf die Frage, wann die Renovierung abgeschlossen sein wird. „Dann haben wir wieder eine schöne Kirche“, so die zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats in Hausen am Bussen.

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