So verabschiedet sich das Pächterpaar Pizzo aus Griesingen

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Im Adler in Griesingen findet bald ein Besitzerwechsel statt.
Im Adler in Griesingen findet bald ein Besitzerwechsel statt. (Foto: Archiv Johannes Nuß)
Sven Koukal

Mit einem Flohmarkt auf der Terrasse ihrer Pizzeria „Adler“ in Griesingen läutet das Pächterpaar Elena und Costantino Pizzo seinen Abschied aus der Gemeinde ein. Nach genau zehn Jahren ist Schluss, weil das Gasthaus verkauft wurde (wir berichteten). „Es war ein harter Einschnitt, gerade in unserem Alter. Obwohl wir es schon länger wussten, kann man sich darauf nur schwer einstellen“, sagt Elena Pizzo. Und doch muss es weitergehen, sagt die 57-Jährige selbstbewusst – eine Alternative habe sich indes aufgetan.

Doch zunächst steht der Auszug an. Bis 17. März habe der Adler noch regulär geöffnet, am Freitag, 15. Februar sowie den Tag darauf bietet Elena Pizzo ab 10 Uhr viel von ihrer geliebten Dekoration zum Verkauf an. „Wir stellen ein Kässchen auf, jeder kann geben, was er möchte“, sagt sie. Angeboten werden neben Dekorationsartikeln auch Teller, Schalen, Tischdecken, Gläser, Vorhänge und vieles mehr. „Ich bin ein regelrechter Deko-Freak. Ich weiß gar nicht, ob die Terrasse für die ganzen Sachen überhaupt ausreicht.“

Durch den Flohmarkt Kontakt zu den Kunden halten

Der Flohmarkt sei nicht nur für den sauberen Abschluss in Griesingen gedacht, sondern auch, um mit den Stammgästen und vielen Besuchern noch einmal ins Gespräch zu kommen. „Manche unserer Gäste fahren etliche Kilometer, kommen für eine Pizza auch mal aus Munderkingen rüber gefahren“, sagt die 57-Jährige. Noch sechs bis sieben Jahre wolle sie zusammen mit ihrem Mann Costantino, der 62 Jahre alt ist, in der Gastronomie bleiben. „Wir machen das seit 27 Jahren und sind seit Monaten am Rödeln, wie es weitergeht“, sagt sie.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit, erklärt das Pächterpaar, werde es auf einen Imbiss in Ehingen hinauslaufen – Pizza zum Mitnehmen, speziell auch für Schüler. „Geschaut haben wir zwischen Laupheim und Ehingen, aber du brauchst Jahre, um dir einen guten Ruf aufzubauen und diesen wollen wir nicht aufs Spiel setzen.“

Die Solidarität ihrer Gäste sei enorm hoch, ebenso aber auch die Vorfreude, wie es für Pizzos weitergeht. „Auf dem Land zu arbeiten ist schwer, aber unsere Gäste liegen uns am Herzen“, sagt Elena Pizzo. „Wären wir 20 Jahre jünger, hätten wir das sicherlich besser weggesteckt, aber so zehrt es sehr an den Nerven.“ Der letzte Öffnungstag Mitte März soll ohne große Änderungen gegenüber normalen Tagen stattfinden. Reservierungen seien bereits zahlreich eingegangen.

„Für das Pächterpaar Pizzo ist Griesingen zur Heimat geworden, es tut mir leid für sie, dass sie jetzt gehen müssen“, sagt Griesingens Bürgermeister Oliver Klumpp. Er betont jedoch auch, dass eine Wirtschaft in den Ort gehört und hofft, dass der Investor aus dem Raum Neu-Ulm Wort hält und im Sinne für die Gemeinde ebenfalls einen gastronomischen Betrieb eröffnet.

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