Griesinger Gaststätte soll an Investor verkauft werden

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Der „Adler“ in der Ortsmitte. Bürgermeister Oliver Klumpp will die Gaststätte für die Gemeinde erhalten.
Der „Adler“ in der Ortsmitte. Bürgermeister Oliver Klumpp will die Gaststätte für die Gemeinde erhalten. (Foto: SZ- Johannes Nuß)

Das Gebäude der Gaststätte „Adler“ in Griesingen soll verkauft werden. Es besteht die Gefahr, dass dann auch die aktuellen Pächter – Elena und Costa Pizzo – nicht mehr bleiben können, da der potenzielle Käufer anderweitg plant. Bürgermeister Oliver Klumpp will das verhindern und sucht nach einer Lösung. Im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ brachte Klumpp den Gedanken ins Spiel, dass sogar die Gemeinde unter gewissen Umständen selbst als Käufer auftreten könnte.

Gibt es in Griesingen bald keine Pizza mehr? „Es gingen schon länger die Gerüchte durch die Gemeinde, dass der Besitzer des Gebäudes verkaufen möchte und die bestätigen sich wohl jetzt“, sagt Griesingens Bürgermeister Oliver Klumpp. Sollte Gebhard Föhr, der ehemalige Brauereibesitzer aus dem Ehinger Teilort Rißtissen und Besitzer des Gebäudes in der Griesinger Dorfmitte, seine aktuellen Pläne umsetzen, dann stehen wohl auch die aktuellen Pächter des Adlers vor dem Aus, da der Käufer – offensichtlich ein Investor aus Ulm – die Gaststätte anderweitig verpachten möchte und dann aus den Gästezimmern Monteurunterkünfte werden könnten. „Dass Elena und Costa eventuell raus müssen, das ist schon eine sehr schlechte Nachricht für uns als Gemeinde. Die beiden bieten eine sehr gute Küche und eine Wirtschaft gehört einfach in eine Ortschaft“, so der Schultes weiter. Klumpp wirft aber auch direkt ein: „Herr Föhr hat bereits das Gespräch mit mir gesucht und mir seine Sicht der Dinge ausführlich geschildert. Er ist durchaus darauf bedacht, dass es für die derzeitigen Pächter in irgendeiner Art und Weise eine Lösung geben wird.“

Seit neun Jahren Betreiber

Seit gut neun Jahren betreiben Elena und Costa Pizzo ihre Pizzeria in der Gemeinde Griesingen und das soll, wenn es nach dem Willen des Schultes geht, auch weiterhin so bleiben. „Es ist enorm wichtig für uns, die Wirtschaft zu erhalten“, sagt Klumpp. Auch mit Blick auf das Alter der Wirtsleute – Elena Costa ist 57, ihr Mann 62 – sei es wünschenswert, dass die aktuellen Pächter blieben. „Jetzt muss man aber schauen, wie es sich weiterentwickelt. Herr Föhr hat wohl jemanden an der Hand. Das ist im Prinzip eine gute Nachricht. Ein Horrorszenario wäre es, wenn die Gaststätte zumachen würde. Elena und Costa liegen mir persönlich sehr am Herzen. Es wäre schön, wenn sie bleiben könnten.“

Gemeinde als Käufer

Und dann bringt Klumpp einen weiteren Gedanken ins: Die Gemeinde Griesingen könnte als Käufer des Gebäudes auftreten. „Wir müssen jetzt überlegen, was wir als Gemeinde tun können und was geht. Unsere finanziellen Mittel sind natürlich stark beschränkt, vor allen Dingen weil wir erst 2016 die Flüchtlingsunterkunft gekauft haben. Aber da muss man wenigstens überlegen. Der Gemeinderat müsste dann natürlich auch mit ins Boot. Andersherum können wir auch helfen, einen Investor zu finden“, so Klumpp. Für einen Käufer – und da wirft Klumpp auch einen Blick auf die aktuellen Pächter, die Gemeinde oder einen anderweitigen Investor – bringt Klumpp ein neues ELR-Förderprogramm ins Gespräch, dass ab dem kommenden Jahr aufgelegt werden soll. „Das ist speziell für Dorfgasthöfe gedacht, weil sie eben ein elementarer Bestandteil für ein Dorf sind“, so der Schultes: „Mir liegt da sehr viel dran.“

Der Besitzer des Adlers war am Freitag für die Redaktion der „Schwäbischen Zeitung“ trotz mehrerer telefonischer Versuche nicht erreichbar.

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