Griesingen investiert ins schnelle Internet

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570 000 Euro investiert Griesingen voraussichtlich dieses Jahr in den Ausbau der Backbone-Trasse im Gemeindegebiet.
570 000 Euro investiert Griesingen voraussichtlich dieses Jahr in den Ausbau der Backbone-Trasse im Gemeindegebiet. (Foto: Symbol- DPA)
Sven Koukal

Die Gemeinderäte in Griesingen haben in der Sitzung am Dienstagabend den ersten Entwurf des Haushaltsplans 2019 beraten. Hans-Martin Mayer, Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Ehingen, unterrichtete die Räte über die Eigenheiten des doppischen Haushalts. Der erste Haushaltsplan in dieser Form wird im Laufe der Jahre weiter verfeinert, geändert, komprimiert und ergänzt. Für das aktuelle Jahr plant Griesingen mit Investitionen in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Der Breitbandausbau ist das größte Projekt des Jahres. „Schon nächste Woche sollen die Bagger rollen“, kündigte Bürgermeister Oliver Klumpp an.

Klumpp bezeichnete zu Beginn der Sitzung die Umstellung und die Vorabplanung des neuen Haushalts als „besonderen Moment“. Zur Einleitung erörterte Mayer zusammen mit den Räten, welche wichtigen Positionen sich hinter dem neuen Zahlenwerk verbergen. Die Gemeinde wird ein ordentliches Ergebnis von 86 000 Euro erzielen. Diese Größe stellt in der Doppik einen Gradmesser dar, um den Haushalt künftig verabschieden zu können. Der Mindestbestand an liquiden Mitteln sei sichergestellt. Dass das Ziel, ein positives Ergebnis, erzielt werde, müsse unter dem Licht einer hervorragend laufenden Wirtschaftslage betrachtet werden.

Zu Beginn des aktuellen Jahres verfügt Griesingen über rund 793 000 Euro an liquiden Mitteln, also Geldvermögen. Mayer sprach von einem „guten Wert“, auch weil das große Projekt Feuerwehrhaus fast zielgenau abgeschlossen werden kann. Der Planentwurf sieht eine Reduzierung der liquiden Mittel bis Ende des Jahres um 310 000 auf 483 000 Euro vor. Die angesparten Gelder gehen somit aufgrund der geplanten Investitionen zurück, würden aber auf hohem Niveau bleiben.

Eine wichtige Stelle im Haushalt bleibt nach wie vor die Übersicht der geplanten Investitionen. Der „üppig ausgestattete Finanzhaushalt 2019“ enthält ein „ambitioniertes Bauprogramm“ mit einer Vielzahl an vorgesehenen Projekten und Investitionen in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Dazu zählt in großen Teilen: der Erwerb von Grundstücken für die Erschließung eines Baugebiets (140 000 Euro), die Backbone-Trasse auf Griesinger Gemarkung (570 000 Euro), die Beteiligung der Sanierung und des Ausbaus der Kläranlage in Öpfingen (100 000 Euro) sowie voraussichtlich die Sanierung des Plattenspurwegs für 225 000 Euro (wir berichteten). Gegengerechnet werden Förderungen und andere Einnahmen.

Schon jetzt wirft auch ein Vorhaben des nächsten Jahres seinen Schatten voraus. Das „große Projekt“, so Mayer, sei der Anbau an die Mehrzweckhalle, der gemeinsam von Sportverein und Musikverein als Probenraum genutzt werden soll. Weil die Umsetzung erst im Jahr 2020 erfolgen werde, sei für das aktuelle Jahr Geld für Planungsleistungen in Höhe von 10 000 Euro eingestellt, eine Verpflichtungsermächtigung jedoch für die kommenden Jahre in Höhe von 400 000 Euro. Bürgermeister Klumpp schickte voraus, dass die Pläne nun bei den Vereinen liegen und er auf Rückmeldung warte. Sollten beide Vereine dem Vorschlag zustimmen, sieht die Verwaltung vor, Mittel aus den Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum für nächstes Jahr als Gesamtprojekt zu beantragen.

Eine Neuverschuldung im Jahr 2020 sei unausweichlich. „Eine klare Abwägung zwischen Notwendigem und Wünschenswertem muss auch zukünftig unsere Richtschnur sein“, erklärten Klumpp und Mayer. Der Schuldenstand beträgt für Ende 2018 148 000 Euro, im laufenden Jahr müsse kein neuer Kredit aufgenommen werden, 24 000 Euro könnten sogar getilgt werden. Die Schulden pro Griesinger belaufen sich auf 120 Euro. Zum Vergleich: Die Pro-Kopf-Verschuldung für Gemeinden vergleichbarer Größe liegt bei 586 Euro. Die Steuereinnahmen liegen etwas höher als im Vorjahr, so erhält die Gemeinde Einkommenssteuer in Höhe von 615 000 Euro.

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