Zugstrecke Ulm-Stuttgart mehrfach gesperrt – Polizei äußert sich zur dritten Sperrung

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Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Drei Sperrungen an einem Tag: Auch am späten Mittwochabend war die Zugstrecke zwischen Stuttgart und Ulm wegen eines Notarzteinsatzes bei Göppingen gesperrt. 

Nach stundenlanger Suche, unter anderem mit einem Hubschrauber, wurde die Sperrung aufgehoben: „Wir haben nichts gefunden“, so ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwoch auf Nachfrage.

Am Donnerstag teilt die Bundespolizei dann mit: Eine bislang unbekannte Frau habe gegen 20.09 Uhr den Polizei- und Rettungseinsatz ausgelöst.

Nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei soll sich die Frau bei Göppingen unmittelbar an den Bahngleisen aufgehalten haben, als ein Intercity-Express (ICE) in Richtung München an ihr vorbeifuhr. Als der Lokführer die Person erkannte, leitete er eine Schnellbremsung ein und brachte den Fernverkehrszug zum Stehen.

Frau von Zug erfasst?

Da zunächst davon ausgegangen werden musste, dass die Frau durch den Zug erfasst wurde, suchten Kräfte der Bundes- und Landespolizei, der örtlichen Feuerwehr und der Rettungshundestaffel den Nahbereich ab.

Die Fahndung nach der Unbekannten verlief ohne Ergebnisse.

Die etwa 360 im Zug befindlichen Fahrgäste konnten im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen ihren Reiseweg fortsetzen.

Die Bundespolizei hat in diesem Zusammenhang die Ermittlungen wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr aufgenommen.

Strecke über zwei Stunden gesperrt

Die betroffene Strecke war in der Zeit von 20.09 Uhr bis 22.20 Uhr gesperrt, wodurch es zu bahnbetrieblichen Verzögerungen kam. 

Die Sperrung hatte größere Auswirkungen auf den überregionalen Bahnverkehr: Neben Verspätungen und Zugausfällen wurden auch einzelne Züge, die auf der Strecke zwischen Stuttgart und Augsburg verkehrten, über Aalen umgeleitet.

Ein Halt in Ulm musste demnach entfallen. Nach Angaben der Bahn kam es zu Verspätungen von 45 bis 60 Minuten. 

Einen Schienenersatzverkehr konnte nicht eingerichtet werden. Züge aus Richtung Ulm endeten und begannen in Göppingen. Züge aus Richtung Stuttgart in Uhingen.

Bereits am Mittwochnachmittag kam es auf der Strecke bei Göppingen-Faurndau zu einer länger andauernden Sperrung. Der Grund hierfür soll nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei ein Kind gewesen, das einen Stein gegen einen ICE geworfen hat.

Weil nicht auszuschließen war, dass der Zug das Kind erfasst hat, wurde die Strecke gesperrt und der ICE abgesucht. 

Auch in den Wochen zuvor kam es bereits zu Sperrungen, weil zwei ICE wegen einer ausgelösten Brandmeldeanlage angehalten werden mussten. Die Ermittler gehen davon aus, dass Fahrgäste auf der Zugtoilette geraucht hatten. 

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