Pflegerin nach tödlicher Verwechslung vernommen

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In der Klinik kamen zwei Menschen ums Leben.
In der Klinik kamen zwei Menschen ums Leben. (Foto: Imago)
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Nach der mutmaßlichen Verwechslung von Infusionen in einer Klinik in Göppingen gehen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Das Obduktionsergebnis der beiden Leichen stehe jedoch auch zehn Tage nach dem Vorfall noch nicht fest.

Vergangene Woche sei aber die Pflegerin, die den Patienten die Infusionen verabreicht haben soll, ohne einen Verteidiger vernommen worden, bestätigt Michael Bischofberger, Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm, auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“. Die Klinikmitarbeiterin hatte bislang keine Angaben gemacht. Über den Inhalt der Vernehmung macht Bischofberger allerdings keine Angaben.

Die Pflegerin, die nach Angaben der Klinikleitung als sehr erfahren gilt und seit mehr als 25 Jahren an der Klinik beschäftigt ist, sitze – auch wenn gegen sie wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt wird – laut Bischofberger nicht in Untersuchungshaft. Es bestehe weder Wiederholungs-, noch Verdunklungs- oder Fluchtgefahr.

Obduktionsergebnis steht noch aus

Bis das endgültige Obduktionsergebnis vorliegt, „dauert es noch“, sagt Bischofberger. Es stehe noch der Befund der toxikologischen Untersuchung aus. „Bei den Chemikern oder Biologen dauert das eben länger“, ergänzt der Oberstaatsanwalt: „Bei einem Messerstich können die Rechtsmediziner hingegen schon nach ein oder zwei Stunden Angaben zur Todesursache machen.“

Die Leichen der verstorbenen 62 Jahre alten Frau und des 78 Jahre alten Mannes sind bereits von der Rechtsmedizin freigegeben worden. Es seien ausreichend Gewebeproben entnommen worden, um weitere, eventuell noch notwendige Untersuchungen vornehmen zu können, erklärt Bischofberger.

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