Weitere moderne Bestattungsformen auf Friedhof geplant

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Der technische Ausschuss besichtigt den Friedhof.
Der technische Ausschuss besichtigt den Friedhof. (Foto: sz- dkd)
David Drenovak
Redakteur

Die Stadt Erbach hat im Jahr 2008 erstmals gemeinschaftliche Urnengrabfelder auf dem Friedhof in Erbach angeboten. Da weiterer Bedarf an modernen Bestattungsmöglichkeiten vorhanden ist, hat die Verwaltung eine Planung in Auftrag gegeben auf freien Friedhofsflächen weitere moderne Bestattungsmöglichkeiten einzurichten.

Neben der Bestattungsform des klassischen Urnengrabs, als Einzel- oder Familiengrab, werden in Erbach Gemeinschaftsgrabplätze mit einzelnen Namenssteinen oder aber mit individuellen Grabmalen nachgefragt. „Das Bedürfnis vor allem nach Anlagen, bei welchen die Stadt die Pflege übernimmt, steigt stetig und das damals erschlossene Feld ist zwischenzeitlich fast vollständig belegt“, erläuterte Maria Kurasch. Erdbestattungen würden nur noch sehr selten und wenn dann als Einzelgrab oder in einem bestehenden Familiengrab nachgefragt. Durch diesen Umstand leeren sich im bestehenden Friedhof die Grabreihen. Für eine Neubelegung in diesen entstehenden Lücken ist aus Sicht der Verwaltung und der Planerin derzeit die Zeit noch nicht reif. Sinnvoller sei es hier nochmals fünf bis zehn Jahre zu warten, bis sich größere zusammenhängende Flächen ergeben, welche dann mit einem neuen Konzept belegt werden können.

Nicht erschlossene Fläche mit Bäumen

Im Südosten des bestehenden Friedhofs befindet sich eine noch nicht erschlossene Fläche mit großen Bäumen. Der Vorentwurf der Planerin, den der technische Ausschuss einstimmig befürwortet hat, sieht vor, dieses Grabfeld mit allen Urnenbestattungsformen und der Bestattung unter Bäumen zu belegen.

Im Rahmen der Haushaltsplanung bat der Gemeinderat um eine Gesamtübersicht über die Entwicklung der Friedhöfe in Erbach und den Stadtteilen. Diese kann aus zeitlichen Gründen erst in einer der nächsten Sitzungen vorgelegt werden, erläuterte Bürgermeister Achim Gaus. Die Erweiterung des Urnengrabfeldes auf dem Erbacher Friedhof sei unabhängig davon vorgezogen worden, um die notwendige Umsetzung zeitnah gewährleisten zu können. „Die Planung heute ist schlicht dem Bedarf geschuldet. Uns gehen die entsprechenden Gräber aus, das darf natürlich nicht passieren“, so Gaus wörtlich.

Bedarf nach Urnengräbern steigt – Grabpflege in der Diskussion

Helmut Braun (Freie Wähler) sagt: „Der Trend in der Bestattung geht einfach in diese Richtung. Deswegen ist es sinnvoll, den Friedhof in dieser Weise zu erweitern.“ Zudem verwies er auf einen Einwurf von Bürgern, die beim vorausgehenden Ortstermin angemerkt hatten, dass die Wegbreiten zwischen den Grabreihen für Menschen mit Rollatoren schlecht passierbar wären. Brauns Fraktionsvorsitzender August Weber und Rudolf Scherer (CDU) pflichteten ihm bei. Scherer sagte: „Mir gefällt die neue Konzeption des Grabfeldes, das macht eine würdige Trauer möglich.“ Außerdem fügte er an, dass in Dellmensingen bereits einmal ein Rasengrab angefragt worden sei.

Bürgermeister Achim Gaus bestätigt den Trend in Sachen Bestattung. „In den Gesprächen, die ich mit den Bürgern über das Thema geführt habe, waren nie die Friedhofsgebühren das Thema. Die Diskussion dreht sich meistens um die Pflege, die Hinterbliebene über Jahrzehnte leisten müssen.“ Deswegen befürworte er ebenfalls die neue Konzeption, da diese nicht nur der Nachfrage gerecht werde, sondern durch die Übernahme der Grabpflege in die kommunale Hand ein ordentliches Erscheinungsbild des Friedhofs gewährleistet sei.

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