Unfall in Biogasanlage geht glimpflich aus

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Schwäbische Zeitung
Tanja Schuhbauer
stv. Ressortleiterin Wirtschaft

Bei einer Verpuffung in einer Biogasanlage in Steinenfeld bei Ringingen ist am Freitagvormittag ein Sachschaden von rund 80 000 Euro entstanden. Zum Glück wurde niemand verletzt.

Kurz nach 9.15 Uhr kam es zu der Verpuffung, durch die ein Silo der Biogasanlage sowie die Technik erheblichen Schaden litt. Das Feuer griff auf Isolationsmaterial und elektrische Gerätschaften über, weshalb die Löscharbeiten mit Atemschutz erledigt werden mussten, sagt Kommandant Thomas Böllinger von der Feuerwehr Erbach. Dennoch sei der Einsatz "nicht extrem gefährlich" gewesen, sagt Böllinger.

Den Sachschaden schätzen Betreiber und Polizei auf rund 80 000 Euro. Die Ursache der Verpuffung ist bislang nicht geklärt. Aus diesem Grund hat die Polizei in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Ulm einen Sachverständigen in die Ermittlungen eingeschaltet. Dessen Erkenntnisse sollen zusammen mit den Erkenntnissen der Brandermittler und der Kriminaltechniker Aufschluss über die Ursache geben.

Die Biogasanlage war noch im Probebetrieb. Die beiden Silos der Anlage waren zur Unfallzeit gefüllt. Durch die Verpuffung wurde die Kuppel eines Silos angehoben und beschädigt, Teile gingen in Flammen auf, die von den Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden aber schnell gelöscht waren. Obwohl im Bereich der Anlage gearbeitet wurde, wurde niemand verletzt. Der Rettungsdienst musste deshalb nicht eingreifen.

Im Einsatz waren insgesamt rund 50 Mann. Darunter die Feuerwehren Ringingen, Ersingen, Dellmensingen und Erbach mit zwei Fahrzeugen sowie das Deutsche Rote Kreuz und die Polizei.

Damit ging die Verpuffung in Erbach vergleichsweise glimpflich aus. Im Dezember 2007 kam es in einer Biogasanlage in Daugendorf (Kreis Biberach) zu einer heftigen Explosion. Wie sich später herausstellte, explodierte dort der 22 Meter hoher Turm (Fermenter) aufgrund von Montagefehlern. Beim Bau der Biogasanlage Daugendorf waren Schrauben verwendet worden, die nicht der Norm entsprachen, und einige davon wurden nicht fachmännisch angebracht. Trümmer und eine gülleähnliche Substanz waren weit über die angrenzenden Felder verstreut. Der Sachschaden in Daugendorf hatte rund 2,5 Million Euro betragen.

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