Trockener Brunnen verärgert die Bürger

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In der Mainacht haben Scherzbolde den nicht funktionierenden Brunnen zum Anlass für einen Maischerz genommen.
In der Mainacht haben Scherzbolde den nicht funktionierenden Brunnen zum Anlass für einen Maischerz genommen. (Foto: sz- dkd)

Mittlerweile sind ziemlich genau sieben Monate vergangen, seit die Donaurieder ihre neue Ortsmitte eingeweiht haben. Seither sollte ein Brunnen auf dem Dorfplatz zusätzlich für Verschönerung sorgen, aber das Wasserplätschern bleibt aus. Die teure Anschaffung, die nicht funktioniert, ärgert einige Bürger. Stadtbaumeisterin Sandra Dolderer erklärt die Problematik hinter dem trockenen Wasserspiel.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, heißt es. Und auch in Donaurieden bewährte sich dieses alte Sprichwort jüngst in der Mainacht, als Scherzbolde den nicht-funktionierenden Brunnen auf dem Dorfplatz zum Anlass nahmen, vor „hochschießenden Geysire“ zu warnen. Soweit der Spott, doch auch der Schaden ist nicht unerheblich, denn die Stadt Erbach hat für den großen trockenen Stein, aus dem eigentlich kleine Fontänen spritzen sollten, rund 8000 Euro in die Hand genommen.

Stadtbaumeisterin Sandra Dolderer erklärt, wieso der Stein nicht wie gewünscht sprudelt: „Der Brunnen ist an eine Quelle angeschlossen, die im oberen Teil von Donaurieden liegt und die führt in diesem Jahr nicht genug Wasser.“ Die Stadt hatte bereits vor dem Bau des Brunnens längerfristige Messungen gemacht, die eigentlich bestätigten, dass die Quelle stetig und ausreichend Wasser fördert. Warum in diesem Jahr wenig Wasser fließt, sei unklar.

Leitung zieht Luft

Aufgrund der fehlenden Wassermenge funktioniert das Leitungssystem nicht. „Die Leitungen ziehen Luft. Jedes Mal, wenn zu wenig Wasser kommt, müssten wir danach die Leitungen manuell entlüften oder gleich ein Entlüftungsventil einbauen“, so Dolderer. Das wäre technisch schwer realisierbar und viel zu teuer.

Andere Lösungen hat das Bauamt ebenfalls geprüft. So habe die Verwaltung überlegt, zusätzlich zum Quellwasser eine gewisse Menge an Wasser eines kleinen Bachs in die Brunnenleitung einzuleiten, aber auch dieser sei sehr unstet in seinen Wassermengen, was diese Pläne zunichte machte. „Wir haben wirklich einiges durchgespielt und viele Lösungsansätze geprüft, aber technisch und finanziell macht auf Dauer nur ein klassisches Brunnensystem mit Wasserbehälter und Pumpe Sinn“, sagt Dolderer. Das Bauamt sei gerade daran zu prüfen, wo der beste Standort für den Wasserbehälter sei.

Wenn die Planungen abgeschlossen sind, werden sie dem Technischen Ausschuss vorgestellt, der dann über das weitere Vorgehen entscheidet. Bis wann der Brunnen wieder Wasser führen wird, ist deshalb unklar, auch was die Kosten angeht, könne deshalb noch keine Aussage getroffen werden. Dolderer bittet um Verständnis, dass der Donaurieder Brunnen aktuell nicht die erste Priorität hat. Aktuell seien für das Bauamt Großprojekte, wie die Sanierung der Realschule oder der Sporthallenneubau, vorrangig. „Trotzdem sind wir natürlich auch an dem Brunnen dran und versuchen, ihn so schnell wie möglich in Gang zu bekommen“, verspricht die Stadtbaumeisterin.

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