Sexueller Missbrauch in der Kirche: Theologe findet klare Worte über ein „Kollektiv der klerikalen Täter“

Lesedauer: 8 Min
 In seinem Buch beschäftigt sich Dr. Thomas Hanstein mit einem Thema, „das für mich zunehmend unerträglicher geworden ist“.
In seinem Buch beschäftigt sich Dr. Thomas Hanstein mit einem Thema, „das für mich zunehmend unerträglicher geworden ist“. (Foto: Tectum Verlag/Angie Ehinger)

Das Buch ist im Tectum-Verlag, Baden-Baden, erschienen und kostet 25 Euro. ISBN: 978-3-8288-4320-2.

Dr. theol. Thomas Hanstein machte sein Abitur in Weimar und ging 1998 ins Studium nach Tübingen. Im Krisenjahr 2010 trat er in den Kirchendienst. Im direkten Anschluss an seine Tätigkeit als persönlicher Referent war er Schulleiter im Privatschuldienst. Nach einer dortigen Umstrukturierung kehrte er in den Lehrberuf zurück, den er bereits seit 2003 ausübte, und widmete sich vermehrt dem Schreiben. Vor zwei Jahren ließ er sich von seinem nebenberuflichen Seelsorgeauftrag als Diakon beurlauben. Nach einem Kontaktstudium im Business Coaching verlagerte Hanstein sein bisheriges seelsorgerisches Engagement in die Bereiche Coaching und Beratung.

Norbert Denef hat das Geleitwort zu „Von Hirten und Schafen“ geschrieben. Er ist das erste von der katholischen Kirche Deutschlands anerkannte Missbrauchsopfer. Das Besondere an Hansteins Buch ist für ihn, dass es „Themen, die bisher getrennt behandelt wurden, in einem Sammelsurium verständlich strukturiert und zusammenführt“. Ebenso, dass sich „ein katholischer Seelsorger so konsequent auf die Seite der Opfer stellt“. Denef will eine Stiftung gründen, „um das gesellschaftliche Schweigen über sexualisierte Gewalt und Misshandlung von Kindern und Jugendlichen zu brechen“. www.denefhoop.com)

Der synodale Weg ist eine strukturierte Debatte in einem verabredeten Zeitraum gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Das erste große Treffen ist für das Frühjahr 2020 geplant. Der Dialog ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Es soll unter anderem um die Aufarbeitung von Fällen von sexuellem Missbrauch in der Kirche sowie um den Missbrauch von Macht, um die Lebensform der Bischöfe und Priester, um die Sexualmoral der Kirche und um Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche gehen.

Thomas Hanstein aus Erbach hat ein Sachbuch über den Missbrauchsskandal in der Kirche veröffentlicht. Er spricht von einer unermesslichen Dunkelziffer.

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Das Buch ist im Tectum-Verlag, Baden-Baden, erschienen und kostet 25 Euro. ISBN: 978-3-8288-4320-2.

Dr. theol. Thomas Hanstein machte sein Abitur in Weimar und ging 1998 ins Studium nach Tübingen. Im Krisenjahr 2010 trat er in den Kirchendienst. Im direkten Anschluss an seine Tätigkeit als persönlicher Referent war er Schulleiter im Privatschuldienst. Nach einer dortigen Umstrukturierung kehrte er in den Lehrberuf zurück, den er bereits seit 2003 ausübte, und widmete sich vermehrt dem Schreiben. Vor zwei Jahren ließ er sich von seinem nebenberuflichen Seelsorgeauftrag als Diakon beurlauben. Nach einem Kontaktstudium im Business Coaching verlagerte Hanstein sein bisheriges seelsorgerisches Engagement in die Bereiche Coaching und Beratung.

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Der synodale Weg ist eine strukturierte Debatte in einem verabredeten Zeitraum gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Das erste große Treffen ist für das Frühjahr 2020 geplant. Der Dialog ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Es soll unter anderem um die Aufarbeitung von Fällen von sexuellem Missbrauch in der Kirche sowie um den Missbrauch von Macht, um die Lebensform der Bischöfe und Priester, um die Sexualmoral der Kirche und um Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche gehen.

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