Schüler erkunden Welt der sozialen Berufe

Lesedauer: 4 Min
Die Informationsveranstaltungen der Diakonie haben immer einen praktischen und einen theoretischen Teil. In Erbach machten die J
Die Informationsveranstaltungen der Diakonie haben immer einen praktischen und einen theoretischen Teil. In Erbach machten die Jugendlichen die Erfahrung, wie es ist, sich „blind“, mit einem Blindenstock und angewiesen auf fremde Hilfe, in einer unbe (Foto: sz-Fotos: dkd)
Schwäbische Zeitung

Im sechsten Jahr besucht die Diakonie Württemberg Schulen in ganz Baden-Württemberg, um Schüler über das Spektrum der sozialen Berufswelt zu informieren. In diesem Jahr fand die Auftaktveranstaltung, bei der rund 50 Schulen pro Jahr besucht werden, an der Realschule Erbach statt.

Diplompädagoge Wolfgang Hinz-Rommel, der die Leitung der Abteilung „Freiwilliges Engagement“ inne hat, war mit einem Infobus und einem dreiköpfigen Team vor Ort und hatte nicht nur einen Vortrag für die Erbacher Schüler im Gepäck. „Wir gehen nun im sechsten Jahr an die Schulen und informieren darüber, was macht die Diakonie, wie geht es nach der Schule weiter und welche Möglichkeiten bieten wir in Sachen FSJ und Ausbildung“, sagt Hinz-Rommel, der oft erlebt, dass seine Infotage der erste Berührungspunkt für junge Menschen mit der Diakonie sind. Deshalb bestehe sein Team meist aus einem Hauptamtlichen, einem jungen Erwachsenen, der gerade ein FSJ absolviert und einer Person, die vor Ort für die Diakonie arbeitet. So werde ein Austausch auf Augenhöhe ermöglicht. Michael Wekenmann, stellvertretender Schulleiter der Realschule, freut sich über die gelungene Kooperation und verweist auch auf die bald anstehende Berufswahl vieler Schüler. „Die Pflegebranche wächst stark und bietet für unsere Schulabgänger die unterschiedlichsten Ausbildungsplätze. Deswegen ist es sinnvoll, dass sie sich jetzt rechtzeitig informieren, bevor im kommenden Jahr der große Prüfungsstress beginnt“, sagt Wekenmann. Erbach sei für die Aktion hervorragend geeignet, ergänzt Wolfgang Hinz-Rommel, da sich die Diakonie besonders auf Realschulen oder Schulzentren mit Haupt- und Gemeinschaftsschulen konzentriere. Besonders dort finden sich neue Auszubildende für Pflegeberufe. Der Erfolg zeige sich oft schon ein gutes Jahr später. „In manchem Bewerbungsgespräch kommt schon der Satz: Sie waren bei uns an der Schule“, so Hinz-Rommel.

Durch die Infotage wolle die soziale Einrichtung aber nicht nur über die landesweit rund 7000 Ausbildungsplätze informieren, sondern auch die Reflexion der jungen Menschen mit Fragen zu Behinderung und Alter anregen. „Unsere Zeit an den Schulen ist begrenzt und da ist eine vollumfängliche Auseinandersetzung mit den Themen natürlich nicht möglich. Deswegen sprechen wir unsere Besuche frühst möglich mit den Schulen ab und liefern auch Infomaterialien, sodass die Lehrer den Themenkomplex in ihren Unterricht einarbeiten können“, so Hinz-Rommel. Viele Jugendliche seien noch nie mit einem Menschen mit Behinderungen persönlich in Kontakt getreten. „Eine direkte Begegnung ist durch die Trockenübung nie zu ersetzen. Aber das ist eben auch zeitlich nicht immer möglich“, erklärt der Pädagoge. Das System mit dem Bus sei sehr flexibel und habe sich bewährt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen