Ringingen entwickelt sich geordnet

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Wichtigstes Projekt der vergangenen Jahre: Die Ortsmitte (Foto: Simone Dürmuth)
Schwäbische Zeitung

Am Rande des Hochsträß, am Beginn der Schwäbischen Alb, da liegt Ringingen. Seit 20 Jahren ist Georg Mack hier Ortsvorsteher – und er will es weiter bleiben. Dass er stolz auf seinen Ort und dessen Entwicklung ist, das wird Mack nicht müde zu betonen.

Besonders stolz ist Mack auf die geordnete Entwicklung, die Ringingen genommen hat: Im Süden, etwas außerhalb des Ortes, befindet das Industriegebiet. Insgesamt bieten die Firmen hier 80 bis 90 Arbeitsplätze an. Und immer wieder kommen neue Firmen dazu. Derzeit baut zum Beispiel ein Fahrservice seine Firmenzentrale und ein Unternehmen für Prüftechnik will sich bald hier niederlassen. Darum wird das Industriegebiet weiter erschlossen, die begonnene Stichstraße wird zu Ende gebaut. Die Pferdeweide, die sich derzeit noch provisorisch auf dem Gelände befindet, muss dann allerdings weichen.

Im Nordosten von Ringingen schließt sich das Freizeitgebiet an. Hier befinden sich mehrere Sportplätze, eine Mehrzweckhalle, der Festplatz mit Parkplätzen und das Vereinsheim des Musikvereins. Das Gelände sei weit genug weg vom Dorf, so dass keiner gestört würde, aber immer noch nah genug, dass man die Strecke laufen kann.

19 neue Bauplätze

Das Neubaugebiet von Ringingen befindet sich im Nordwesten. 19 neue Bauplätze sollen hier im kommenden Jahr erschlossen werden. Hier bauen bevorzugt die Nachkommen von Bürgern aus Erbach und den Teilorten. „Viele ziehen weg, aber viele kommen auch wieder zurück, das ist ein schöne Kompliment an Ringingen“, fasst Georg Mack die Entwicklung zusammen.

Doch eines liegt Mack schwer im Magen: In Ringingen gibt es weder eine Apotheke, noch einen Arzt. Und der Ortsvorsteher glaubt auch nicht, dass sich Arzt oder Apotheker wieder in Ringingen ansiedeln lassen: „Um Tatsachen kommen wir nicht herum.“

Doch die Nahversorgung mit Lebensmitteln ist in Ringingen gewährleistet: Im Gebäude der Ortsmitte befinden sich ein Metzger und ein Bäcker, auf der anderen Straßenseite ist ein weiterer Bäcker, der auch ein Grundsortiment anbietet. Dass trotzdem jeder zum Arzt kommt und mit dem nötigsten versorgt wird, ist für Mack auch eine Aufgabe der Dorfgemeinschaft. Und die ist laut Mack auch noch weitgehend intakt: Allein der Musikverein bildet derzeit 70 Nachwuchsmusiker aus. Und auch wenn viele Ringinger nach Ulm, Ehingen oder Erbach zur Arbeit pendeln, sei Ringingen keine Schlafstadt, sondern ein stolzes, selbstbewusstes Dorf. „Wir sind ein verschworener Haufen“, meint Mack mit einem Augenzwinkern.

Und der verschworene Haufen ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Etwa 1400 Einwohner hat Ringingen zur Zeit. Das Ziel sei aber nicht weiteres Wachstum, sondern die Einwohnerzahl zu halten. Dazu sollen auch der jüngst generalsanierte Kindergarten und die Grundschule beitragen. Genauso wie das größte Projekt der vergangenen Jahre: Die neue Ortsmitte, die die Gemeinde gemeinsam mit der Kirchengemeinde und privaten Investoren gestemmt hat.

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