Mit Wasserstoff fährt man zukunftsträchtiger Auto

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Ludwig Jörissen erläuterte den Wasserstoffantrieb.
Ludwig Jörissen erläuterte den Wasserstoffantrieb. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Über eine neue Art, sich automobil fortzubewegen, berichtete Ludwig Jörissen, Leiter des Fachbereichs Wasserstoff/Brennzellentechnologie des ZSW, am Dienstag im Hotel-Gasthof Hirsch in Dellmensingen. Der CDU-Stadtverband Erbach hatte ihn zum Vortrag eingeladen.

ZSW steht für Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg und ist eine gemeinnützige Stiftung mit 250 Mitarbeitern an den Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall bei Merklingen (ZSW). „Neue Energien und Mobilität“ waren Thema der Darlegungen des promovierten Naturwissenschaftlers. Als Anschauungsobjekt hatte er ein ausgewachsenes „Sports Utility Vehicle“ (SUV) des Typs Hyundai Nexo dabei. Das ist ein Brennstoffzellenauto, das seinen Strom selbst produziert. Dicht umstanden war Jörissen von Neugierigen, als er vor dem Beginn der Veranstaltung bei geöffnetem Motorraum den Brennrennstoffzellenantrieb erklärte.

Wie ein herkömmliches Fahrzeug verbraucht der 69 000 Euro kostende Wagen aus Südkorea Sauerstoff, verbindet ihn aber nicht mit Kohlenstoff zu Kohlendioxid, sondern mit Wasserstoff zu Wasser. Das und noch viel mehr erfuhren die zahlreichen am Thema interessierten Zuhörer, darunter Erbachs Bürgermeister Achim Gaus, im Saal. „In 20 Jahren hat die Menschheit den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre um ein Drittel hochgeschraubt“, begründet der Referent die dringende Notwendigkeit neuer Energiegewinnung.

Der Nexo stößt keine CO2-Emissionen aus. Abgasgeplagte Städte könnten also aufatmen. Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung ist allerdings auch der sich aus der Produktionskette des Kraftstoffs ergebende CO2-Ausstoß zu bewerten. Bei einem Wasserstoffverbrauch von 1,2 Kilogramm auf 100 Kilometer kommt der Hyundai Nexo auf einen CO2-Wert von 137 Gramm pro Kilometer.  Wasserstoff wird hauptsächlich aus Erdgas, Erdöl und Kohle gewonnen. Langfristig ist die Produktion mittels erneuerbarer Energie geplant. In drei Tanks führt der Nexo den Wasserstoff mit sich. Bei der Umwandlung zu Wasser in einer Brennstoffzelle wird elektrische Energie frei. Diese wird einem Elektromotor zugeführt. 

„In Kleinwagen sind die Brennstoffzellen nicht unterzubringen“, macht der Referent die Hoffnung von Liebhabern kleinvolumiger Vehikel auf preisgünstigen Wechsel zum zeitgemäßen Automobil zunichte. Brennstoffzellenantriebe seien für Lastentransport, Schienenverkehr und Omnibusse geeignet und würden in Asien gefertigt. Die europäischen Hersteller würden etwas hilflos in der Landschaft herumstehen, beschrieb Jörissen das Verhalten der Autoproduzenten in dem Erdteil, der das automobile Fahren in die Welt gesetzt hat.

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