„Mehrfach ins frische Heu geschissen“: Falschparker sorgen erneut für Ärger

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Wiedereinmal beschäftigt der Baggersee den Ortschaftsrat.
Wiedereinmal beschäftigt der Baggersee den Ortschaftsrat. (Foto: sz- dkd)

Es ist eine unendliche Geschichte, so scheint es. Kaum wird das Wetter besser, zieht es zahlreiche Menschen aus der Region und darüber hinaus an den Ersinger Baggersee. Mit ihren Fahrzeugen parken sie dann am Rauhriedweg, obwohl das Parken dort nicht erlaubt ist. Einige Bürger, auch Landwirte, die mit ihren Maschinen nicht mehr zu ihren Feldern kommen, haben sich jetzt lautstark im Ortschaftsrat beschwert.

Knapp 20 Ersinger sind am Mittwochabend als Zuhörer in den Ersinger Ortschaftsrat gekommen und haben in der Bürgerfragestunde ihrem Ärger Luft gemacht. Das Parken am See nehme erneut „unerträgliche Ausmaße“ an, beschwerte sich einen Landwirtin, die teilweise schon ein selbstgemaltes Schild aufgestellt habe mit der Drohung, jeden Falschparker anzuzeigen. Das Schild habe aber dann nur für eine Verlagerung des Problems gesorgt und die Autofahrer dazu bewogen, ihre Fahrzeuge auf Höhe des im vergangenen Jahr errichteten Zaunes (der das Parken auf der anderen Seite des Wegs unmöglich macht) abzustellen, was den Weg für einen bestellten Ballenpresser versperrt habe.

Vorwurf: Gemeinde verschließt die Augen

Ein anderer Ersinger warf der Gemeinde vor, die Augen vor der Problematik zu verschließen. Er selbst habe im vergangenen Jahr ein Angebot für einen Sicherheitsdienst eingeholt, der die Zufahrt zum See regeln könnte. Trotzdem sei nichts passiert. Jüngst habe er in einer Stunde 40 Autos mit Esslinger, Stuttgarter oder Biberacher Kennzeichen aufgeschrieben. Das Verhalten mancher Besucher sei unmöglich. Manche würden, um an den See zu gelangen, auch einfach über den Festplatz abkürzen

„Die haben mir sogar schon mehrfach ins frische Heu geschissen“, so ein Landwirt. Die Bürger forderten in ihren Äußerungen ein hartes Durchgreifen der Gemeinde, drakonische Geldbußen oder auch ein Abschleppen von Falschparkern. Ortsvorsteller Werner Miller versuchte die Diskussion sachlich zu halten und erklärte, dass das Ordnungsamt auch in diesem Jahr kontrolliere.

Zahlen der Strafzettel veröffentlicht

Er selbst habe Ende vergangenen Jahres die Zahlen an Strafzetteln veröffentlicht. „Dass wir und die Stadt nichts tun, stimmt nicht. Die Regelung der Zufahrt am See ist aber auch nicht einfach“, so Miller. Im vergangenen Jahr sei die Gemeinde mit dem Zaun ins Rennen gegangen und habe sogar angeboten, auf der anderen Straßenseite ebenfalls einen zu errichten. „Das haben die örtlichen Landwirte in Gesprächen genauso abgelehnt, wie eine Schranke“, erinnerte Miller. Solange die Landwirte ihre Meinung dazu nicht ändern, schieden diese beiden Möglichkeiten aus.

Ebenso sei es nicht möglich, einfach Gräben zu ziehen oder Steine und Baumstämme an den Straßenrand zu legen, da bei einem Unfall die Kommune dann in der Haftung wäre. Eine eigenmächtige Beschilderung sei zudem nicht rechtskräftig und jeder Autofahrer wisse seit der Fahrschule, dass er auf Feldwegen nicht fahren dürfe.

Trotzdem will Miller die Bürger mit dem Problem nicht alleine lassen. Er versprach, sich erneut mit dem Ordnungsamt in Verbindung zu setzen und dieses nochmals zu sensibilisieren sowie die Möglichkeit des Abschleppens prüfen zu lassen. Ferner will sich der gesamte Ortschaftsrat nochmals zu dem Thema Gedanken machen.

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