Kinder bauen Regenmacher

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Manuel, Johannes, Aaron, Eva und Patrick (v.l.) brauchten viele Nägel für das Regengeräusch.
Manuel, Johannes, Aaron, Eva und Patrick (v.l.) brauchten viele Nägel für das Regengeräusch. (Foto: sZ- kurt efinger)
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83 Möglichkeiten stehen dieses Jahr zur Auswahl beim 33. Ferienprogramm der Stadt Erbach für alle Kinder, die außerhalb der Schulzeit gerne etwas unternehmen. Fünf Kinder waren am Freitagnachmittag dabei, als es hieß „Wir basteln einen Regenmacher“.

Zehn Jahre alt ist Patrick aus Bach, neun Eva aus Dellmensingen und sieben ihr Bruder Aaron. Ebenfalls seit sieben Jahren sind die Freunde Manuel und Johannes aus Ringingen auf der Welt und wie die anderen drei neugierig auf das Leben mit all seinen Möglichkeiten. Eine davon ist das Herstellen eines Instrumentes, mit dem man Musik rhythmisch untermalen, aber auch das Geräusch von Regen vortäuschen kann.

Der Regenmacher, auch Regenstab genannt, ist ein Effektinstrument und stammt aus dem Norden Chiles. Ursprünglich wurde der Regenmacher erstmals im Atacama-Gebiet gespielt, ein Ort, an dem es sehr trocken ist und die Diaguitas-Indianer deshalb Regenzeremonien veranstalteten.

Auf der ganzen runden Erde gibt es Leute, die ihr Geld damit verdienen, ihren Mitmenschen Macht über die Natur vorzuspielen. Zu ihnen gehören nicht nur Medizinmänner aller Art, sondern auch die chilenischen Regenmacher, die mit irgendwelchem Brimborium ihren Gläubigen das Wasser vom Himmel herunter versprechen. Dazu gehört bei ihnen der Regenstab. Mit ihrem spanisch „Palo de lluvia“ genannten Gerät täuschen sie das auf die Erde prasselnde Wasser vor und wecken so falsche Hoffnungen.

Der Regenmacher wird aus dem Copado-Kaktus hergestellt. Es werden nur abgestorbene und verholzte Kakteen verwendet. Die Dornen werden in das Innere des Kaktus getrieben. Dann wird der Regenmacher mit kleinen Kieseln gefüllt und an beiden Enden verschlossen. Dieselbe Wirkung erzielten die fünf Kinder, als sie unter der Anleitung von Cordula Krusche vom Ulmer Kreativraum mit verschließbaren Pappröhren, Nägeln, Reiskörnern und Metallfolie Regenmacher bastelten, die ihren chilenischen Vorbildern dem Geräusch nach ähnlich sind. Damit Regen herbeizuzaubern dürfte genauso schwierig sein, aber den Eltern bei heruntergelassenen Rollläden einen Regenschauer vorzumachen, während draußen hell die Sonne scheint, das müsste sich doch mindestens machen lassen. Man müsste es einmal ausprobieren.

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