Karl Hase will unbedingt Opa werden

Lesedauer: 5 Min
Das gemeinsame Mistbad hat Karl Hase und Else Liebtoll gar nicht gut getan.
Das gemeinsame Mistbad hat Karl Hase und Else Liebtoll gar nicht gut getan. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Theater im Katholischen Gemeindezentrum Dellmensingen ist immer für eine Überraschung gut. Beim Schwank „Suppenhenne sucht Traummann“ sind es gleich mehrere. Neun Schauspieler in zehn Rollen bringen jede Menge Turbulenz auf die Bühne.

Paarungssucht zum Zweck der Fortpflanzung ist es, was im Hause Hase alles durcheinanderbringt. Karl Hase (Rainer Lochmüller) ist Witwer und will unbedingt Opa werden. Aber seine beiden Töchter Jutta (Annabelle Häuptle) und Ingrid (Veronika Grau) haben noch nicht gefunden, was man dazu braucht. Eine Zeitungsannonce soll Abhilfe schaffen und außerdem dafür sorgen, dass Karl durch Zeugung eines Sohnes den Familienstamm in männlicher Linie weiterführen kann. Fit für einen erfolgreichen Liebesakt hält er sich abwechselnd mit Brennnessel-, Sauerkraut-, Moor-, Stutenmilch- und Mistbädern. Als Badewanne für letztere dient ein alter Sarg. Auf die Brust verpflanzte Haare sollen Karls Attraktivität erhöhen.

„Zwei etwas blutarme Hühnchen mit intakten Eierstöcken, aber Angst in der Hose und einem Luftsack in der Bluse suchen zur Fortpflanzung zwei ausgebuffte Hähne mit einem Orkan in der Hose und Haaren auf der Brust. Bei erfolgreicher Paarung Heirat nicht ausgeschlossen. Melde dich telefonisch unter dem Kennwort: Hahnenschrei! PS: Der Vater der zwei Suppenhennen will endlich Opa werden. Wenn du ihm seinen Wunsch erfüllst, wirst du auch nicht gerupft und abgekocht“, lautet die von Karl für seine den Männern abholden Mädchen und sich selbst aufgegebene umfangreiche Anzeige.

Prompt taucht Else Liebtoll (Melanie Ganser) und ihr zu lange an der Brust genährtes Muttersöhnchen Theo Liebtoll (Matthias Edelmann) auf. „Meine Mama sagt“, fängt das schüchterne Weichei fast jeden seiner missglückten Dialogbeiträge an und ist damit die Figur mit dem größten Heiterkeitserfolg in dem Stück. Mit der sexy kostümierten Mimi (Lea Lochmüller) und dem depperten Altwarenhändler Horatio Trödel (Guido Gröll) erscheinen zwei weitere Bewerber um das Heiratsangebot. Mit seiner dicken Brille verguckt sich Horatio in Mimi, ohne Augengläser vergreift er sich versehentlich an der Barockfigur von Gundula Langdarm (Silke Müller). Karl testet sie in Frauenkleidern, während Theo sich in seinem Häs präsentiert und nach der Rückkehr seiner Mama von dieser für Karl gehalten und entsprechend angemacht wird. Karl gibt sich als Hebamme aus, und dem Inzest steht nichts mehr im Weg. Zur Abschreckung des um sie werbenden Verehrers Rex Träumer (Daniel Buchele) verkleiden sich Jutta und Ingrid besonders unvorteilhaft. Doch Sexi-Rexi verdreht ihnen den Kopf. Allmählich geht es zur Sache, als Ursula den angeblich nach Laupheim ausgewanderten und sich Igel nennenden Karl fast vergewaltigt.

Im dritten Akt kommt Theo bei Mimi auf den Geschmack und bietet ihr in Mamas großem Bett den dritten Platz an. Dem verweigert sich Mimi und möchte die ewige Mama auch nicht in ihrem Haus haben. Else und Karl bekommt ein gemeinsames Mistbad nicht, und sie werden von Notarzt Ted Träumer (Daniel Buchele), Rexis Zwillingsbruder, saniert. „Du schdingschd ganz herrlich“, sagt Karl zu Else, als sie sich handelseinig sind. Aldi-Testesserin Ursula findet Horatios Barockkomplimente allmählich ganz annehmbar, und die dubiose Zeitungsannonce erfüllt bei allen Beteiligten ihren Zweck.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen