Hospizgruppe erhält großzügige Spende des eigenen Fördervereins

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Spende für die Hospizgruppe.
Spende für die Hospizgruppe. (Foto: SZ- mapp)
Marielle Appenzeller

In gemütlicher Atmosphäre haben sich die Mitglieder des Fördervereins für die Hospizgruppe Donau-Schmiechtal, Ehrenamtliche dieser Hospizgruppe und Interessierte zur alljährlichen Vollversammlung im Edith-Stein-Haus in Erbach getroffen.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Claus M. Braunbeck, begrüßte den vollen Saal und begann mit der Vorstellung des Jahres 2018. In insgesamt sieben Vorstandssitzungen und einigen Arbeitstreffen konnte nicht nur eine Informationsmappe über den Verein, in der die Hospizarbeit detailliert dargestellt wird, erstellt, sondern auch die Homepage neu gestaltet werden. Mit dem Slogan „Hospiz-on-Tour“ organisierte der Förderverein vor der Pfarrkirche St. Vitus in Schmiechen eine Gesprächsrunde mit Kaffee für die Besucher des Gottesdienstes. Dieser Besuch sei sehr lohnend für alle Parteien gewesen, so Braunbeck. Nicht nur die Gottesdienstbesucher konnten sich über die ungefilterten Informationen über die Hospizgruppe und deren Schaffen freuen, auch die Mitglieder des Vereins waren dankbar für die vielen Spenden, die an diesem Tag gesammelt werden konnten.

Großes Interesse an Vortrag

Ende des Jahres veranstaltete der Förderverein einen Vortrag zur Vorsorgevollmacht mit dem Notar Kai Biedermann aus Ulm als Referenten. „Das Interesse der Bevölkerung war so groß, dass auch Fensterbankplätze vergeben werden musste“, erzählte Braunbeck stolz. Da könne man doch das bestehende Bedürfnis der Menschen an solch einer wichtigen Angelegenheit erkennen. Es sind schon weitere Veranstaltungen in diesem Sinne mit ähnlichen Themengebieten geplant.

Ein weiterer positiver Punkt im Jahresrückblick sei das Erstellen und Drucken der Effektkarte für die Hospizgruppe Donau-Schmiechtal gewesen, so Braunbeck. „Die Idee war, dass Informationen über die Hospizgruppe leicht und für jedermann zugänglich und griffbereit sein sollten“, erklärte Braunbeck seinen Zuhörern, die sich besagte Effektkarten und Flyer auch gleich anschauen konnten, da sie als Tischdekoration auslagen. In grün-violett und mit floralen Akzenten greift die Karte die Farben des Logos der Hospizgruppe auf. Dank der Adventssparaktion der Donau-Iller Bank konnten die Effektkarten mit der 600-Euro-Spende abgedeckt werden. Braunbeck bedankte sich auch bei allen Helfern für das Verteilen der alljährlichen Weihnachtskarte, auf die es nur positive Rückmeldungen gab.

Die Kassiererin Christine Schaupp schloss sich mit ihrem Kassenbericht an. Die Mitgliederzahl stagniere derzeit bei einem guten Stand von 130 Mitgliedern, so Schaupp. Sie verwies aber auch auf die fünf Neuanmeldungen im Jahr 2019. Ihrem Bericht zufolge steht der Verein finanziell sehr gut da und konnte sich im vergangenen Jahr über viele Spenden auch von Nichtmitgliedern freuen, vor allem die „Hospiz-on-Tour“-Aktion habe sich sehr gelohnt, wie Schaupp mitteilte.

Den Sterbenden Ruhe geben

Nach dem anschließenden Bericht der Kassenprüfer übernahm Baron Constantin Freiherr von Ulm-Erbach die Entlastungen. „Wenn der Verein hinter der Vorstandschaft steht, dann läuft’s auch“, bemerkte er auf die einstimmige Entlastung des Vorstands durch die anwesenden Mitglieder. Die Hospizgruppe unterscheide sich gewaltig von anderen Vereinen, denn diese sei ausschließlich für andere da und nicht zum Vorteil der eigenen Mitglieder, so der Baron. Außerdem sei dies eine Arbeit im Stillen, gekennzeichnet durch Schutz und Diskretion. „Die Hauptaufgabe eines Hospizes ist es doch, Frieden zu schenken und dem Sterbenden die Ruhe geben“, meinte der Baron abschließend.

Brigitte Walser, Einsatzleitung der Hospizgruppe, sprach über die Hospizgruppe Donau-Schmiechtal und deren vergangene Arbeit im Jahr 2018. 18 Ehrenamtliche hatten insgesamt 27 Sterbebegleitungen gemacht, von denen 23 Ende 2018 abgeschlossen waren. Davon waren 15 häuslich beziehungsweise privat und die restlichen acht Begleitungen im Pflegeheim. Die elf Gruppenabende wurden nicht nur für den Austausch unter den Ehrenamtlichen genutzt, sondern auch für Vorträge über bestimmte Themen. Über Nahtoderfahrungen habe man etwa mit Referenten gesprochen und sich ausgetauscht, so Walser. Infoabende zur Vorstellung der Hospizarbeit gab es unter anderem in Allmendingen, Oberdischingen und Weilersteußlingen. Die Fortbildungen wie etwa die Fachtagung in Reute rund um das Thema „Christliche Ethik“ brachten wieder neue Impulse in die Hospizarbeit. Die noch bis Mai laufenden Befähigungskurse mit fünf Teilnehmern stellen die Voraussetzung für die ehrenamtliche Sterbebegleitung dar. „Die Hospizarbeit ist nicht nur Sterbe- sondern auch Trauerbegleitung“, bemerkte Walser. Sie freute sich auch über Karin Bachner, die seit November 2018 ihr als stellvertretende Einsatzleitung zur Hilfe steht.

Das Trauercafé, das seit April 2016 im Seniorenzentrum Erbach monatlich angeboten wird, sei gut angenommen, berichtete Juliane Pohl. Der Vorsitzende Braunbeck zeigte sich sehr beeindruckt nach der Vorstellung der Hospizarbeit im vergangenen Jahr und freute sich über die offizielle Scheckübergabe von einer Spende über 5000 Euro an die Hospizgruppe.

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