Geplante Hochwasserschutzmaßnahmen beschäftigen Erbacher

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Die Gaststube im Adler in Bach war gut gefüllt. Rund 40 Besucher diskutierten über das Thema Hochwasserschutz.
Die Gaststube im Adler in Bach war gut gefüllt. Rund 40 Besucher diskutierten über das Thema Hochwasserschutz. (Foto: sz- dkd)

Rund 40 interessierte Bürger sind der Einladung von Klaus Gapp und Rudolf Wallich am Dienstagabend ins Gasthaus Adler nach Bach gefolgt und haben dort über die Pläne der Stadtverwaltung zum Hochwasserschutz in der Innenstadt diskutiert. Unter die Gäste hatten sich auuch Ortsvorsteher und einige Stadträte gemischt. Der Abend spiegelte eine sehr durchwachsene Stimmung wider.

Zum Auftakt schilderte Rudolf Wallich aus seiner Sicht in groben Zügen die Pläne der Stadtverwaltung zum innerstädtischen Hochwasserschutz und welche Schwachstellen diese hätten. Es folgte eine offene Diskussion, in der einige der Anwesenden ebenfalls ihren Unmut über die bisherige Vorgehensweise der Stadt kundtaten. Viele Forderungen wurden laut, das Bachbett des Erlenbachs komplett auszubaggern und die dortigen Steine zu entfernen. Andere bemängelten, dass bestehende Rückhaltebecken und die Kapazität der Kanalisation im Zuge der Neuausweisung von Baugebieten nun wohl deutlich zu klein seien. Zudem wurde das Planungsbüro und die Transparenz des Verfahrens von Seiten der Stadtverwaltung kritisiert. Die beiden Organisatoren betonten jedoch im Zuge des Gesprächs immer wieder, dass sie den Beschluss des Stadtrates grundlegend unterstützen, diese Maßnahme jedoch nur die erste sein könne und sie sich weitere Maßnahmen, wie die in der Ratssitzung angesprochenen Rückhaltebecken, wünschen.

Stadträte verteidigen Gemeinderatsbeschluss

Sprichwörtlich in die „Höhle des Löwen“, wie es Wallich formulierte, hatten sich auch die Stadträte Elmar Röhr (SPD), Thomas Mayer, Hans Seemann und Thomas Hartmann (alle CDU) sowie Erwin Schenk (Grüne) und Reinhard Härle (FWV)begeben. Sämtliche Fraktionen begrüßten das Engagement der Bürger und deren Interesse am Thema. Besonders Härle, der als Ortsvorsteher von Dellmensingen in Sachen Hochwasser schon ein Experte ist, betonte immer wieder, dass die Begrifflichkeiten klar sein müssten und die von Bürgermeister Achim Gaus angebotene Gesprächsrunde, bei der auch Experten und Planer zugegen sein sollen, um Fragen zu beantworten, unbedingt genutzt werden solle, um Unklarheiten zu beseitigen. „Ich habe erst kürzlich an einer Versammlung des Wasserverbandes der Rot teilgenommen. Wir sind in diesem Thema viel weiter als Gemeinden wie Baltringen und Maselheim, die es bei dem Starkregen 2016 ebenfalls stark getroffen hat. Der richtige Weg ist, das jetzige Konzept umzusetzen.“

Auch Elmar Röhr verteidigte den Beschluss des Stadtrats. Er verwies darauf, dass nur die beschlossene Lösung schnell umgesetzt werden könne und somit auch schnelle Sicherheit für die Betroffenen bringe. Zudem gab er, was die angedachten riesigen Rückhaltebecken außerhalb der Kernstadt anging, zu bedenken, dass der Grunderwerb hier nicht nur sehr schwierig sei, sondern Kosten verursache, die zu den reinen Baukosten hinzukämen. Beim Thema Grunderwerb erinnerte er nochmals daran, dass auch die jetzt beschlossenen Maßnahmen ohne die Anlieger und deren Bereitschaft, ein Stück ihrer Grundstücke zur Verfügung zu stellen, nicht realisierbar seien.

Organisatoren signalisieren Gesprächsbereitschaft

Organisator Klaus Gapp räumte ein, dass der Termin für die Gesprächsrunde sehr kurzfristig war, und forderte die Bürger auf, sich ebenfalls an dem von der Stadt organisierten Gespräch zu beteiligen. „Wir werden das Angebot auf jeden Fall annehmen. Wir sind durchaus bereit, mit Bürgermeister Achim Gaus und den Fachleuten zu arbeiten“, so Gapp wörtlich.

Die Stimmung nach der Versammlung war gemischt. Alleine die Teilnehmerzahl zeigte jedoch das große Interesse der Bürger an dem Thema.

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