Filius will sich für Querspange einsetzen

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Ulrich Adam von der IG Pro Querspange und der Grünen-Politiker Jürgen Filius (von links) haben sich vor Ort ein Bild vom Lärm a (Foto: Dürmuth)
Schwäbische Zeitung

Es sind ungewohnte Sätze aus dem Mund eines Grünen-Politikers, die der Landtagsabgeordnete Jürgen Filius aus Ulm am Donnerstagabend bei einem Treffen mit Vertretern der Interessengemeinschaft Pro Querspange in Erbach spricht: „Der IRE-Halt und die Querspange sind essentielle Punkte der Verkehrspolitik in Erbach.“ Filius versprach den Vertretern der IG, dass er hinter dem Projekt Querspange stehe, dass er sich dafür einsetzen werde und dass er das Beschaffen von Geldern für die Maßnahme unterstütze. Er wolle sich mit dem Regierungspräsidium und den Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis und Annette Schavan, die noch bis zum Sommer im Amt sein wird, für das Projekt einsetzen.

Die Querspange soll die B311 und die B30 miteinander verbinden und so die Innenstadt von Erbach vom Durchgangsverkehr und vor allem vom zunehmenden Lastwagen-Verkehr entlasten.

Der Grünen-Politiker stellte allerdings auch klar, dass ein Straßenneubau nur in Frage komme, wenn die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich gehalten würden. Und auch die Bewohner der Teilorte, die betroffen wären, müssten möglichst geschont werden.

Doch Ulrich Adam von der IG Pro Querspange konnte Filius in diesem Punkt beruhigen: Vom Regierungspräsidium sei der Naturschutz bei der Planung sehr stark in den Vordergrund gestellt worden, damit dieser Aspekt das Bauvorhaben im Nachhinein nicht gefährde.

Die Sorgen und Belastungen der Anwohner könne er sehr gut verstehen, so Filius im Gespräch. Er sei in der Neuen Straße in Ulm aufgewachsen und die Familie habe den Balkon wohl nur zwei Mal benutzt: „Am Autofreien Sonntag.“

Der Grünen-Politiker fordert außerdem, dass die Bundespolitik stärker gegen Mautflüchtlinge vorgehen müsse. Ein großer Teil der Lastwagen, die durch Erbach fahren, hätten mit der Stadt und dem Donautal nichts zu tun. Viele osteuropäische Unternehmer würden die B311 als Ost-West Verbindung nutzen, so Adam. Und tatsächlich: Während Filius mit den Bürgern, die ihn eingeladen haben, die B311 entlanggeht, rauscht ein Lastwagen nach dem anderen an dem Politiker und seinen Begleitern vorbei – die wenigsten haben ein heimisches Kennzeichen.

Doch Filius stellt auch klar, dass er in Sachen Geschwindigkeitskontrollen, die auch zur Reduzierung des Lärms beitragen könnten, nichts tun könne. Die Ausweitung von Tempo 30 und das Kontrollieren der Geschwindigkeiten seien Sache der Stadt Erbach.

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