Feldweg soll Verkehr im Erbacher Baugebiet Schellenberg entlasten

Lesedauer: 5 Min
 Elena Egel (links) und Wiebke Schacht gaben ihren Sorgen mit einem Banner Ausdruck.
Elena Egel (links) und Wiebke Schacht gaben ihren Sorgen mit einem Banner Ausdruck. (Foto: SZ- kou)

Das Baugebiet Schellenberg an Erbachs Westrand sorgt nach wie vor für Diskussion: Auf der einen Seite steht der Wunsch vieler Erbacher, in der Kernstadt bauen zu können; auf der anderen Seite sind die Anlieger des bestehenden Wohngebiets, die Sorge tragen, durch die Erschließung des neuen Baugebiets mit einer erhöhten Verkehrsbelastung leben zu müssen. Weil viele Erbacher noch vor dem Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss Stellungnahmen abgegeben hatten, beschäftigte sich der Technische Ausschuss erneut mit dem Baugebiet.

Nicht nur in den Kultursaal der Jahnschule waren viele Zuhörer gekommen, auch vor dem Gebäude brachten sich welche in Stellung. Elena Egel und Wiebke Schacht etwa, die in den betroffenen Straßen wohnen, postierten sich mit einem Schild vor dem Eingang, „um auf das Thema aufmerksam zu machen“. Sie wollen ihre jungen Familien nicht der Gefahr aussetzen, die durch den Baustellenverkehr entsteht, sagen sie.

81 neue Bauplätze

Aktuell interessieren sich 140 Menschen, 90 davon aus Erbach, für einen Bauplatz in der Stadt. Das Problem: In Erbach gibt es keine weiteren Flächen, die zum Verkauf stehen. 81 Bauplätze bringt das Baugebiet Schellenberg, das in zwei Abschnitten erschlossen werden soll. Doch das Vorhaben bekam seit der anfänglichen Planung Gegenwind. Besonders die Zufahrt zum Baugebiet sorgt für Diskussionen.

Geplant war die Erschließung des ersten Teilgebiets über den Schlossberg – nicht direkt über die L 240. Das fordern einige Anwohner. „Schellenberg, Teil 1“ verbindet den historischen Siedlungsteil Schlossberg mit dem bestehenden Baugebiet Westlicher Ortsrand. Ziel und Zweck der Planung sei es jedoch auch, für die künftige Weiterentwicklung des bestehenden Baugebiets und des Neubaugebiets Schellenberg einen direkten Anschluss an die L 240 zu schaffen.

Da viele Anlieger die Möglichkeit wahrgenommen hatten, eine Stellungnahme bei der Stadt abzugeben, gab diese ein Verkehrsgutachten in Auftrag. Aus diesem geht hervor, dass die vorläufige Erschließung des Baugebiets über die die Bergstraße/Schlossberg/Schlossstraße gesichert ist. Die Zahlen zeigen: Fahren aktuell (Stand 2013) noch 1900 Fahrzeuge am Tag durch die Bergstraße, Höhe Ölmühlacker, sind es nach der Prognose, die das Bauvorhaben einschließt, im Jahr 2030 noch 1300 Fahrzeuge. Zur „Abwicklung des Baustellenverkehrs“ liegen der Verwaltung verschiedene Vorschläge vor. Uwe Gerstlauer und Bürgermeister Achim Gaus plädierten in der Sitzung für eine befristete Öffnung des Feldwegenetzes für die Baustellenfahrzeuge.

Räte stimmen für vorgestellte Variante

Eine direkte L240-Anbindung schon für den ersten Bauabschnitt sei nicht sinnvoll, unter anderem geht es um Eigentumsfragen, eine lange Planungsdauer, erhöhte Kosten. „Es ist sinnvoll, den Baustellenverkehr über Feldwege zu leiten“, sagte Gaus und schob hinterher: „Man muss es aber realistisch sehen, und meiner Einschätzung nach fahren nicht alle Lastwagen direkt über den Feldweg.“

Ausschussmitglied Thomas Hartmann sagte: „Die Erschließung ist zwar schwierig für Bewohner, aber den Verkehr zum Teil über Feldweg zu leiten ist gut.“ Er gab den Hinweis, die Sanierung der Erlenbachstraße zeitlich vom Vorhaben zu entkoppeln. Maria Magdalena Ochs schloss sich ihm an: „Die Feldweglösung ist erträglich für alle.“ Peter Gall, der selbst in der Bergstraße wohnt, betonte: „Das wird klappen.“ Der Ausschuss stimmte stimmte zu. Die Pläne liegen erneut aus.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen