Etwas Luft bei der Kinderbetreuung

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Der im Bau befindliche Kindergarten Brühlwiese (hier ein Modell bei der diesjährigen Grundsteinlegung) sorgt nach seiner Fertigs
Der im Bau befindliche Kindergarten Brühlwiese (hier ein Modell bei der diesjährigen Grundsteinlegung) sorgt nach seiner Fertigstellung im kommenden Kindergartenjahr für eine deutliche Entlastung in der Auslastung der Kindergartenplätze in Erbach. (Foto: sz-: David Drenovak)
David Drenovak
Redakteur

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Erbach hat in seiner Sitzung am Montagabend über die aktuelle Situation der Kinderbetreuung gesprochen. Hauptamtsleiter Florian Ott stellte unter anderem den erwarteten Bedarf an Betreuungsplätzen für das kommende Kindergartenjahr vor. Die Bilanz der Stadt fällt dabei sehr gut aus.

Insgesamt sieben Betreuungseinrichtungen betreibt die Stadt Erbach. Hinzu kommen sechs Kindertageseinrichtungen anderer Träger, die mitfinanziert werden. Insgesamt stehen maximal 606 Plätze für Kinder über drei Jahren und 100 Plätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung. Die Auslastung dieser Betreuungsplätze beträgt rund 95 Prozent. „Wir haben im Zeitraum der vergangenen sechs Jahre durchschnittlich 140 Geburten pro Jahr. Die Nachfrage an Betreuungsplätzen bleibt also konstant hoch. Durch den Neubau Brühlwiese haben wir uns etwas Luft verschafft“, berichtete Florian Ott.

Trotzdem müsse aber beispielsweise die Krippe in der Jahnstraße weiterbetrieben werden, ergänzte Bürgermeister Achim Gaus. Die Gruppe, die aktuell den Mehrzweckraum im Kindergarten Merzenbeund belegt, könne jedoch in die Brühlwiese umziehen, was neben der Entlastung dafür sorgt, dass die Planungen für den Anbau eines neuen Mehrzweckraumes vorerst in der Schublade bleiben.

Auslastung der Teilorte ist ebenfalls hoch

In den Einrichtungen der Erbacher Teilorte ist die Auslastung ebenfalls hoch. Donaurieden sei aktuell durch ein gutes Geburtenjahr voll belegt. „Wir gehen davon aus, dass die starke Nachfrage bleibt und sind froh, dass wir hier in der Vergangenheit erweitert haben“, kommentierte Ott. Der Teilort Bach erlebe zur Zeit viel Zuzug. Während die dortige Einrichtung teilweise als Puffer dienen konnte, sei sie mittlerweile mit eigenen Kindern sehr gut ausgelastet. In Dellmensingen sei auch ohne das Neubaugebiet Gansweidäcker eine starke Nachfrage gegeben, deshalb habe der Ortschaftsrat den Bau eines neuen viergruppigen Kindergartens angeregt, die Planungen dafür hat der Gemeinderat jüngst in seiner Juni-Sitzung angestoßen. Da bis zur Eröffnung der Einrichtungen rund drei Jahre ins Land gehen werden, sind als Übergangslösung zwei Kindergartengruppen im Schulhaus eingerichtet worden. „Die Verwaltung möchte in Dellmensingen zukünftig aber auch eine Krippenbetreuung ab einem Jahr anbieten“, berichtete Ott von weiteren Plänen. In Ersingen bleibt die Betreuungssituation schwierig. Die Nachfrage sei jedes Jahr größer als das Platzangebot. Deswegen werde wohl wieder eine Ausnahmegenehmigung beantragt, um der Nachfrage gerecht zu werden. In Ringingen hat die Verwaltung das Angebot Anfang des Jahres um eine Kleingruppe und damit um zwölf zusätzliche Plätze erweitert. Außerdem ist die Außenfläche des Kindergartens saniert worden. „Da auch hier der Bedarf steigt, werden wir die Kleingruppe zur Regelgruppe erweitern. Das wird uns beim Personal rund 30 000 Euro pro Jahr mehr kosten.“

Was das Personal angeht, liegt Erbach ebenfalls gut im Rennen. Rund zwei Stellen mehr als der Mindestbedarf vorgibt, hat die Stadt geschaffen. Trotzdem sei es nicht einfach, an gutes Personal zu kommen, berichtete Achim Gaus. „Wir sind gut aufgestellt, aber bei der Suche für die Brühlwiese haben auch wir den Fachkräftemangel erlebt.“

Die Zeit, um Hände in den Schoss zu legen, sei aber noch lange nicht gekommen. So fasst die Verwaltung trotz hervorragender Zahlen die Betreuung unter-dreijähriger Kinder besonders ins Auge. Mit einer Beteuungsquote von 33 Prozent rangiere Erbach im Bereich von Großstädten, erläuterte Gaus, der hinzufügte, dass sicherlich die Nähe zu Ulm (29 Prozent) und die gute Beschäftigungssituation im ganzen Alb-Donau-Kreis (18,7 Prozent) dazu beitragen würden. „Wir stemmen somit ein ganz schönes Programm und können alle Anmeldungen unterbringen. Das ist aber genau der Anspruch, den wir haben müssen.“

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