Erfolge bei Sichtungsturnier

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Dimitrij Popp (links) und Mark Zeiss (rechts) holten in Duisburg eine Medaille.
Dimitrij Popp (links) und Mark Zeiss (rechts) holten in Duisburg eine Medaille. (Foto: TSV Erbach)
Schwäbische Zeitung

Während es die ein Jahr älteren Vereinskollegen Daniel und George Udsilauri ins tschechische Teplice zog (die SZ berichtete), haben vier U16-Kämpfer des Vereins einen ebenso weiten Weg in eine andere Richtung auf sich genommen. In Duisburg richtete der Deutsche Judo-Bund (DJB) zum 21. Mal das Sichtungsturnier der U16-Männer aus. 323 Athleten rangen um die Platzierungen unter den aufmerksamen Augen der Landes- und Bundestrainer.

Der TSV Erbach stellte in Dimitrij Popp, Daniel Paulsin (Gewichtsklasse bis 50 Kilogramm), Mark Zeiss (46 kg) und Anton Popp (55 kg) die meisten Teilnehmer der Vereine der Arge Baden-Württemberg. Ein kleines Handicap hatte das angereiste Team, denn sowohl der württembergische als auch der badische Landestrainer fielen krankheitsbedingt aus. Mit dem Heubacher Trainer Sven Albrecht, Jugendreferent Wolfgang Sporer-Miensok und den anderen Vereinstrainern war eine komplette Betreuung der jungen Judoka dennoch gewährleistet.

Mark Zeiss besiegte seinen ersten Gegner bereits nach 26 Sekunden mit einer vollen Wertung. Im zweiten Kampf zog er sich nach der Hälfte der Kampfzeit eine Verletzung am Zeh zu. Kampfeswille und der entsprechende Adrenalin-Ausstoß halfen über den Schmerz hinweg und bescherten dem Erbacher Judoka den Einzug ins Viertelfinale. Auch der Kaderathlet aus Mecklenburg-Vorpommern stoppte ihn nicht und im Halbfinale traf Zeiss auf einen altbekannten Kontrahenten aus Reihen der Arge Baden-Württemberg, Max Düsterdiek (Freiburg). Düsterdiek gewann durch einen Armhebel und schickte Zeiss in den Kampf um Bronze. Nach Silber im vergangenen Jahr belohnte Mark Zeiss seine Leistung diesmal mit Bronze.

Dimitrij Popp startete wie gewohnt mit schnellen Siegen gegen Kontrahenten aus Frankfurt/Oder und Bonn. Auch der Belgier Gianni Shahberdian hinderte ihn nicht am Einzug ins Halbfinale, in dem er auf den deutschen Meister Anton Frei traf. Ein Gegendreher sollte den Sieg bedeuten. Es gab zunächst unter den Schiedsrichtern eine 2:1-Entscheidung zugunsten des Erbacher Athleten. Nachdem diese von der gegnerischen Seite angezweifelt wurde, bedurfte es der Entscheidung des Hauptkampfrichters. Im Finale verhinderte aber eine Würgetechnik des Berliners Krystian Liwocha den Weg auf den obersten Podestplatz der insgesamt 48 Teilnehmer. Somit komplettierte Popp seinen Medaillensatz der vergangenen Turniere in Duisburg mit Silber.

Krystian Liwocha beeinträchtigte mit seiner Würgetechnik auch den Turnierverlauf von Daniel Paulsin. Nach klaren Siegen über den brandenburgischen Vizemeister und den mehrfachen englischen Meister ging es im Poolfinale gegen Liwocha. Im Stand durchaus chancenreich, zwang der perfekt angesetzte Würger Paulsin zur Aufgabe. Zwar beendete der Kampfrichter den Kampf sofort nach der Aufgabe, Bruchteile einer Sekunde reichten aber, um eine kurze Bewusstlosigkeit hervorzurufen. Aus medizinischer Rücksichtnahme bedeutete dies das Aus und somit lediglich Platz neun für den enttäuschten Daniel Paulsin.

Anton Popp ging als Jüngster ins U16-Turnier. Auch startete er erstmals in seiner neuen Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm. Der erste Kampf gegen van der Zanden (NL) beendete Popp mit zwei genialen Konterwürfen. In seinem ersten Jahr kam er dennoch noch nicht weiter auf einen der vorderen Ränge.

Allen vier Erbacher Judoka überzeugten mit ihren Leistungen an diesem Tag und blicken hoffnungsvoll auf das weitere Wettkampfjahr.

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