Erbach wappnet sich gegen Extremwetter

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Das Hochwasser aus dem Jahr 2016 sorgte für die Planungen zu einem neuen Hochwasserschutz in Erbach. Die Pläne gehen vielen nic
Das Hochwasser aus dem Jahr 2016 sorgte für die Planungen zu einem neuen Hochwasserschutz in Erbach. Die Pläne gehen vielen nicht weit genug. (Foto: Archiv: SZ)
Friedrich Hog

Der trockene und heiße Donnerstagabend gehörte in der Mehrzweckhalle des Erbacher Stadtteils Bach ganz dem Starkregenrisikomanagement. Rund 50 Interessenten waren gekommen, um aufgrund der Starkregenerfahrungen von 2016 zu sehen, welche Konzepte die Stadt verfolgt, um künftig auf extreme Wetterereignisse besser vorbereitet zu sein.

Nach den erheblichen Schäden, die Starkregen am 30. Mai und 5. Juni 2016 in Erbach angerichtet hatten, hat die Stadt eine Gefahren- und Risikoanalyse zum Starkregenrisikomanagement für die aufgrund der Hanglagen besonders betroffenen Stadtteile Erbach, Bach, Donaurieden und Ringingen erstellt. Darauf aufbauend wurde ein Handlungskonzept erarbeitet, das im Frühjahr mit den Ortsverwaltungen und der Freiwilligen Feuerwehr abgestimmt wurde.

Ergebnisse präsentiert

Am Donnerstag präsentierten Bürgermeister Achim Gaus, Diplomingenieur Christoph Hoffmann von der Ingenieurgesellschaft ProAqua aus Aachen und Diplomingenieur Thomas Schwarzenbolz vom Ingenieurbüro für Bauwesen Wassermüller in Ulm die Ergebnisse der Öffentlichkeit.

Sie stellten die Ergebnisse des Starkregenrisikomanagements vor (v.l.): Bürgermeister Achim Gaus, Stadtbauamtsleiterin Sandra Do
Sie stellten die Ergebnisse des Starkregenrisikomanagements vor (v.l.): Bürgermeister Achim Gaus, Stadtbauamtsleiterin Sandra Dolderer sowie die Ingenieure Thomas Schwarzenbolz und Christoph Hoffmann. (Foto: SZ- hog)

Bürgermeister Gaus bezeichnete die Themen „Klima“ und „Klimawandel“ als zentrale politische Themen und sprach von den sich häufenden Extremwetterlagen aufgrund des Klimawandels. Die Stadt Erbach hat mit Starkregen, der oft nur eng begrenzte Gebiete heimsucht, 2016 verheerende Erfahrungen gemacht.

Nachdem Starkregen bis dahin in Bauleitplanungen kein Thema gewesen sei, habe die Stadt dem seither Rechnung getragen. Zudem habe das Land einen Leitfaden für Starkregenmanagement für Kommunen herausgegeben, den die Stadt Erbach aufgegriffen habe.

Eigentum verpflichtet

Christoph Hoffmann berichtete von der von ihm vorgenommenen Gefährdungs- und Risikoanalyse. Das Handlungskonzept stellte Thomas Schwarzenbolz dar. Das Ergebnis sind Starkregengefahrenkarten, die auf der Website der Stadt eingesehen werden können. Diese seien nicht in der Lage, Starkregen als solchen zu verhindern, vermitteln den Bürgern jedoch Informationen über die zu erwartenden Überflutungstiefen bei seltenen oder außergewöhnlichen Ereignissen.

Auch seien Risikoobjekte speziell ausgewiesen wie Rathaus, Altenheim, Kindergarten oder Tankstelle. Im Ergebnis müsse sich die Stadt anhand der Erkenntnisse um städtische Einrichtungen kümmern, jeder Bürger um sein Eigentum.

Die Stadt wird im Herbst dem neuen Gemeinderat bauliche Vorschläge zur Abstimmung vorlegen und kann bei jeglicher Bauleitplanung, also der Erstellung von Flächennutzungsplänen oder Bebauungsplänen, im Vorfeld gefährdete Flächen von der Bebauung ausnehmen.

Privateigentümer können hiernach jederzeit adäquate bauliche Veränderungen an ihren Objekten durchführen lassen, wie die Erhöhung von Lichtschächten. Die Bürger nutzten die Fragestunde, können jedoch in weiteren Informationsveranstaltungen für ihre Ortsteile Details erfahren, so in Ringingen am 10. Juli um 19 Uhr in der Dorfmitte, am 24. Juli um 19 Uhr in der Halle Donaurieden und am 25. Juli um 19 Uhr in der Halle Bach im Feuerwehrraum.

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