Donaurieder starten Hofladen 2.0

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Bernd, Reinhold und Markus Stetter zeigen ihr regionales Angebot.
Bernd, Reinhold und Markus Stetter zeigen ihr regionales Angebot. (Foto: sz- David Drenovak)

Mit ihrem neuen Verkaufsautomaten in der Ortsdurchfahrt Donaurieden (die SZ berichtete) hat die Familie Stetter in und um die Ortschaft für Gesprächsstoff gesorgt. Die von ihnen gegründete RegioMarkt GmbH steht für weitaus mehr als eine schlichte Direktvermarktung.

Die Idee der Direktvermarktung ist nicht neu und auch Verkaufsautomaten hat man schon gesehen, aber die Kombination ist doch eher selten. Reinhold Stetter, Landwirtschaftlicher Berater und selbst Landwirt sagt: „Ich trage schon seit vier oder fünf Jahren die Idee mit dem Automaten mit mir herum.“ Allerdings sei ihm die Technik bisher noch nicht ausgereift genug gewesen. Die Direktvermarktung überlege er sich schon weitaus länger. Einen eigenen Raum habe er im Schloßhaldenhof dafür reserviert, den Hofladen hat Stetter trotzdem nie eröffnet. „Wenn man einen Hofladen hat, muss da auch jemand drin stehen und verkaufen. Wenn man es nicht selber macht, bedeutet das Personalkosten“, erklärt Sohn Markus Stetter, der Agrarwissenschaften studiert hat und aktuell promoviert. Abgesehen davon sei die Lage des Hofs nicht gerade für einen Verkaufsstandort geeignet, ergänzt sein Bruder Bernd, der ebenfalls promoviert, allerdings im Fach Medizintechnik.

Die Kombination aus bodenständiger Landwirtschaft und digitaler Generation brachte die internetgestützte Vermarktung der eigenen Produkte hervor. „Wir haben alles selber entworfen und gemacht, von der Homepage bis zu den Etiketten“, erzählt Markus Stetter. Für den die Anfangszeit Tag für Tag spannend ist. Jedes Mal aus Neue, sei er gespannt, was verkauft worden ist.

Neben den eigenen Produkten wie Fleisch und Wurst, letztere wird von einem Erbacher Metzgermeister produziert, gibt es Frischmilch aus Markbronn, Eier aus Erbach und Apfelsaftschorle von der Schwäbischen Alb. „Bei den Getränken haben wir uns schwer getan“, berichtet Bernd Stetter, denn es sei ihnen wichtig, dass die Produkte nicht nur in der Region produziert werden, sondern auch die Zutaten aus der Region stammen. Markus Stetter sagt: „Ich bin überzeugt, dass es genug Kunden gibt, die über die Qualität hinaus ganz genau wissen wollen, woher ihre Lebensmittel kommen.“

Der Automat sei nur ein erster Schritt, wie es weiter geht wollen die Stetters entscheiden, wenn sie genügend Erfahrungen gesammelt haben. Jetzt schon können sich Kunden ausführlich über das Internet (Homepage und Facebook) über Angebot und Produkte informieren oder auch Bestellungen anfragen. „Wir sind bereit größere Mengen bereitzustellen. Wenn jemand 20 Schnitzel oder ein halbes Schwein haben möchte, kann er uns auf digitalem Weg erreichen“, sagt Markus Stetter. Zudem informiert die Homepage über Aktionen am Automaten. So haben sich die Stetters beispielsweise für die Grillsaison schon etwas überlegt.

Bei der Eröffnung ihrer Verkaufsstelle standen die Stetters für Rückfragen bereit. Eine 80-jährige Donauriederin hatte zwar noch kleinere Berührungsängste, was die „moderne Technik“ anging, lobte jedoch das Angebot an sich. So könne sie sich zu einem gewissen Grad wieder selbst versorgen und sei nicht auf die Fahrdienste ihrer Tochter angewiesen. Manche Kunden schätzen die regionalen Produkte und „flexiblen Öffnungszeiten“ sogar so, dass sie auch aus Erbach kommen würden, berichtet Bernd Stetter. Der durch den RegioMarkt das selbständige Leben für die älteren Mitbürger im Dorf etwas erleichtern will.

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