CDU und Freie Wähler fast gleich auf

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Schwäbische Zeitung

Die größten Verluste bei der Gemeinderatswahl macht in Erbach die CDU: Statt wie bisher zwölf, haben die Christdemokraten im neuen Gremium nur noch neun Sitze. Geschuldet ist das vor allem dem veränderten Zählsystem. Denn prozentual büßt die CDU lediglich 0,87 Prozent ein und erreicht damit 42,03 Prozent (2009: 42,90 Prozent).

Auch die Freien Wähler haben zwei Sitze verloren und können acht Volksvertreter in den Gemeinderat schicken, bisher waren es zehn. Prozentual gesehen konnten die Freien Wähler leicht zulegen und erreichte 36,66 Prozent (2009: 36,10 Prozent).

Ebenfalls leicht zugelegt hat die SPD und erreichte 12,47 Prozent, in der vorherigen Wahl waren es noch 10,84 Prozent. Bei der Sitzverteilung machte sich dieses Plus aber nicht bemerkbar, die Sozialdemokraten haben nach wie vor drei Sitze.

Bei den Grünen ändert sich die Anzahl der Sitze ebenfalls nicht: Weiterhin sitzen zwei Grüne Volksvertreter im Gemeinderat Erbach. Bei den Prozenten hat aber auch diese Partei leicht verloren und erreicht nur noch 8,84 Prozent, 2009 waren es noch 10,16 Prozent.

Trotz des Verlustes von drei Sitzen ist der Fraktionsvorsitzende der CDU, Hans Seemann, zufrieden. 42,03 Prozent zu erreichen sei ein „hervorragendes Ergebnis“. Außerdem müsse den Wählern Anerkennung ausgesprochen werden, mit 53,67 Prozent liegt die Wahlbeteiligung über dem Bundesdurchschnitt.

Das Ergebnis wertet Seemann als „eine gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit“. Dass die CDU nun nur noch einen Sitz mehr als die Freien Wähler hat, sieht er nicht als Problem: „Im Gemeinderat erarbeiten wir gemeinsame Ziele, wir sind auf gemeinsame Ergebnisse angewiesen.“ Hans Seemann ist außerdem Stimmenkönig. 4306 Stimmen konnte Seemann auf sich vereinen.

Etwas anders ist die Sichtweise der Freien Wählern: „Die CDU hat anteilig stark verloren“, so der Fraktionsvorsitzende August Weber, die Freien Wähler hätten nun mehr Gewicht im Gemeinderat. „Es gibt jetzt eine stärkere Mehrheit gegenüber der CDU“, so Weber. Er hoffe aber auf eine gute Zusammenarbeit, auch mit den neuen Personen im Gremium. „Wir haben qualifizierte, bewährte Leute“, ist Weber überzeugt.

Auch bei der SPD überwiegt die Freude: 1,63 Prozent haben die Sozialdemokraten zugelegt. „Damit sind wir schon zufrieden“, so Maria Magdalena Ochs. Allerdings hätte sie sich sehr gefreut, wenn die SPD auch bei den Sitzen zugelegt hätte. „Aber im Verhältnis sind wir stärker geworden“, so Ochs, da die anderen Parteien verloren haben. „Wir werden weiter das Zünglein an der Waage sein.“

Ebenfalls gleich geblieben ist die Sitzanzahl bei den Grünen: Obwohl sie Prozentual gesehen leicht verloren haben, bleiben die zwei Sitze. „Damit sind wir zufrieden“, so Volker Rasche, der als einer der beiden Grünen ins Gremium einziehen wird.

Erbachs Bürgermeister Achim Gaus sieht der Zusammenarbeit mit dem neuen Gremium entspannt entgegen: „Ich glaube, ich kann mit jedem Gemeinderat arbeiten.“

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